Donnerstag, 9. Juni 2016

In gewissen Kreisen - Elizabeth Harrower

Erscheinungsdatum: 16. Mai 2016
Übersetzer: Alissa Walser


Sydney, in den 60er Jahren. Zoes Bruder Russell bringt eine Zufallsbekanntschaft mit in ihr Elternhaus: den geheimnisvollen Stephen Quayle und seine Schwester Anna. So unterschiedlich die Kreise auch sein mögen, aus denen die Geschwisterpaare kommen, von nun an sind die Lebenswege der vier unausweichlich miteinander verbunden. Ein großer Roman von präziser, bildstarker Sprache und psychologischer Genauigkeit, der uns neu über Familie und Liebe, Tyrannei und Freiheit nachdenken lässt.

Meine Meinung

Zoe ist eine junge Frau mit reichen Eltern, die immer nur genau das macht, was sie möchte. Sie ist verwöhnt und verwundert, als jemand ihr erzählt, dass er seinen langweiligen Job nur macht, weil er damit Geld verdient.
Nach und nach lernt der Leser die Freunde und Familie von Zoe kennen. Meist wird allerdings zuerst über die Personen gesprochen und der Leser muss mühsam erahnen, in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen. Raten muss der Leser auch, wer gerade redet und mit wem. Gedanken und Gesprächsfetzen werden bunt gemischt. Bei manchen Abschnitten ist selbst nach mehrmaligem Lesen nicht klar, wer was sagt. Andere Personen werden eingeführt und kommen danach nie wieder vor, Andeutungen, die in anderen Bücher ein paar Seiten später einen Sinn bekommen, werden einfach wieder vergessen.
Einen roten Faden gibt es nicht. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Beobachtungen von Zoe und ihren Freunden, aus vielen Gesprächen.
Diese Gespräche sind die einzigen Lichtblicke des Buches, sie enthalten oft komplexe Gedankengänge und manche schöne oder witzige Pointen.

»Jede von Lilys Bindungen ist rein zufällig. Wie in einem moralischen Theaterstück, nur trägt man keine Masken der Tugend und des Lasters, sondern man wahrt seine Anonymität hinter Tochter, Mutter, Vater und so weiter. Jeder könnte hinter der Maske stecken. Es würde keinen Unterschied machen. Name und Maske sagen den Leuten, wie sie zu fühlen und zu handeln haben. Außerhalb dieser Rahmenbedingungen herrscht Chaos. Es fehlt der natürliche Instinkt für –«
»Die Liebe«, sagte Anna.
"Denn du weißt schließlich genau, nicht wahr, dass man weiter nichts sein muss als ein Rennpferd oder ein Fußballspieler, um in die Zeitung zu kommen"
"Was manchmal wie Undankbarkeit wirkt, ist oft ein Mangel an Selbstvertrauen, auch wenn es sehr häufig einfach Undankbarkeit ist."

Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist holprig geschrieben und macht einen unfertigen Eindruck. Es ist mehr eher ein Entwurf mit manchen guten Ansätzen, als ein Buch, das bereit ist veröffentlicht zu werden.

Kurzbewertung für Eilige

Thema: Leben von Zoe und ihren Freunden
Schreibstil: extrem anspruchsvoll
Kritik: kein roter Faden, vieles unausgearbeitet und unklar
Gesamtbewertung: Entwurf eines Buches mit manchen guten Ansätzen






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