Dienstag, 29. März 2016

Baba Dunjas letzte Liebe - Alina Bronsky - Sophie Rois

Erscheinungsdatum: 17. August 2015
Sprecher: Sophie Rois

Weitere Informationen
Alina Bronsky lässt in ihrem neuen Roman eine untergegangene Welt wieder auferstehen. Komisch, klug und herzzerreißend erzählt sie die Geschichte eines Dorfes, das es nicht mehr geben soll – und einer außergewöhnlichen Frau, die im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies findet.
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Meine Meinung

Baba Dunja lebt in Tschernowo, in der Todeszone des Atomreaktors von Tschernobyl. Sie ist alt und ihr macht die Strahlung nichts aus. Sie war immer gesund, ein Leben lang und hat noch viel zu tun in ihrem Garten. Sie hält das Haus gewissenhaft sauber, aber die Spinnen lässt sie hängen, die stören nicht.

Die Sprecherin Sophie Rois wurde für dieses Hörbuch wohlverdient mit dem Hörbuchpreis ausgezeichnet. Aus jedem einzelnen Satz spricht eine uralte Frau, und wenn Baba Dunja müde und erschöpft ist, ist das auch an der Sprecherstimme zu hören.

Aber nicht nur der Sprecher auch die Autorin hat wunderbare Arbeit geleistet. Sie zeigt, dass alles zwei Seiten hat, dass Menschen selbst in der Todeszone positiv und zufrieden leben können. Alina Bronsky beschreibt jede noch so traurige oder makabere Situation mit sehr viel Witz und Leichtigkeit.
Vor allem die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen. Auf die Triebsamkeit, die danach ins Dorf kam, hätte ich verzichten können. Dafür hätte ich gerne mehr über Baba Dunja gelesen, über Maria und ich hätte Laura gerne besser kennen gelernt.

Kurzbewertung für Eilige

Thema: Leben in der Todeszone von Tschernobyl
Schreibstil: humorvoll, leicht verständlich
Kritik: Krimiteil unnötig
Gesamtbewertung: Bemerkenswerte Leistung der Hörbuchsprecherin




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