Dienstag, 26. Januar 2016

Nicht bloggen, sondern bloggen lassen!


Bei meinen Streifzügen durch das große weite Internet bin ich auf diese Aussage gestoßen:

"Die meisten Blogger schreiben gar nicht selber, sondern lassen ihre Beiträge von Textern verfassen."

Ich habe mich also auf die Suche gemacht und bin auf sehr viele verschiedene Plattformen gestoßen, auf denen Texte gekauft werden können.


Die verschiedenen Plattformen

Content.de, textbroker.de oder contentworld.de sind nur ein paar Beispiele. Bei Content.de und Textbroker geben Auftraggeber mehr oder weniger genau an, was sie als Text benötigen und der Texter schreibt genau für diesen Auftrag einen Text, den es so im Internet noch nicht gibt. Unique content, also. Bei contentworld.de schreibt der Texter, was ihm gerade durch den Kopf geht und bietet diesen Text danach zum Verkauf an.

Ich habe Content.de und Textbroker getestet, von der Schreiberseite her. Einen Bericht aus der Kundensicht gibt es hier: http://philiseo.de/erfahrungsbericht-textbroker/


Wie wird man zum Texter?

Nach der Anmeldung muss ein Probetext geschrieben werden. Bei Content.de sollte ich einen Reisebericht verfassen, bei Textbroker durfte ich mein Thema frei wählen. Ich habe also einen einzigen Text geschrieben und ihn auf beiden Plattformen hochgeladen. Nach ein paar Tagen kam die Ernüchterung. Content.de stuft mich 2 Sterne ein, also die niedrigste Kategorie, Textbroker ist gnädiger und verpasst mir 3 Sterne.


Was wird gefragt?

Sehr viele Auftraggeber bestellen Produktbeschreibungen, aber es werden auch sehr spezifische Beiträge gefragt, zum Beispiel über Gehhilfen, Treppenlifte, Polstergruppen, über Versicherung kündigen und zu verschiedenen Handwerksmaschinen. Natürlich ist auch immer wieder Werbung gefragt. Manche Auftraggeber formulieren ihre Angaben nett und respektvoll, andere kommandieren herum und verlangen für Aufträge unter 5 Euro zig Formatierungen oder Platzhalter für Bilder. Aber glücklicherweise sitzt der Schreiber am langen Hebel. Bei einem Total von über 2000 Aufträgen, kann sich niemand über einen Mangel an Arbeit beschweren.


Die Bezahlung der Texte

Beschweren können sich die Texter allerdings über die Bezahlung. Bei 2 Sternen gibt es bei Textbroker pro Wort 0,7 cent, bei 3 Sternen 0,95 Cent, 4 Sterne werden mit 1,30 Cent pro Wort bezahlt und in der höchsten Kategorie werden 4 Cent pro Wort einkassiert. Die meisten Aufträge gibt es in der 4-Sterne-Kategorie, allerdings gibt es auch für niedriger klassierte Schreiber immer genug zu tun. Ich denke, wer einen 4-Sterne-Auftrag eingibt, muss deutlich länger warten, bis sein Auftrag ausgeführt wird, als in den unteren Kategorien. 
Content.de bezahlt ein paar Cent mehr, allerdings konnte ich die Plattform nur sehr wenig testen. Die 2-Sterne-Kategorie hatte an einem einzigen Tag ein paar Aufträge, ansonsten herrschte da gähnende Leere.


In Teams schreiben 
 
Wem diese Bezahlung zu niedrig ist, der kann sich in Teams bewerben. Einmal angenommen, gibt es immer wieder Aufträge zu verschiedenen Themen, die unabhängig von der Einstufung des Texters bezahlt werden. Auftraggeber haben durch die Teams den Vorteil, dass sie diese Texter kennen und sich auf die Qualität der gelieferten Texte verlassen können.


Welche Qualität haben die Texte?

Als Auftraggeber möchtest Du natürlich wissen, ob brauchbare Texte geliefert werden. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Meine Texte wurden bisher immer sofort angenommen und auch positiv bewertet. Ich weiß von vielen Textern aus der 3-Sterne-Kategorie, die sich viele Mühe mit jedem Text geben, um irgendwann höher eingestuft zu werden. In den oberen Kategorien müssen die Schreiber sich natürlich auch abmühen, um nicht wieder heruntergewertet zu werden. Hier gibt es einen Test über die Qualität der Texte: http://philiseo.de/erfahrungsbericht-textbroker-teil-2-qualitaet-der-inhalte/


Und wie ist es mit dem Bloggen?

Schlussendlich bin ich auf sehr wenige Aufträge gestoßen, die auf traditionellen Blogs angewendet werden. Die meisten Texte werden für offensichtliche Verkaufsportale bestellt, die über ihre Produkte informieren möchten. Es gibt natürlich auch ein paar Blogger, die Texte bestellen, sie waren während meiner Testzeit allerdings eher selten. Wer wirklich auf eine regelmäßige Veröffentlichung auf seinem Blog pocht, findet auf den Portalen für wenig Geld immer jemanden, der für ihn bloggt.

Kommentare :

  1. Hey =)

    Manchmal muss ich mich wirklich wundern, dass es doch noch Dinge gibt, die mein heiles Weltbild zerrütten können ^^. Davon hab ich ja echt noch nie was gehört.
    Jemanden bezahlen, damit er für mich bloggt? Auf gar keinen Fall.
    Aber ich bin schon echt neugierig und möchte mir das Portal mal ansehen.

    Wie kannst du denn einfach Texte zu so unterschiedlichen Themen verfassen?
    Saugst du dir das aus den Fingern? Ich hab noch nicht kapiert wie das funktioniert ^^

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aus den Fingern konnte ich mir noch keinen einzigen Text saugen. Ich lese mich durch verschiedene Internetseiten, durch Wikipedia oder durch die Homepages des Auftraggebers um genug Material zusammen zu bekommen.

      Löschen
    2. Also irgendwie finde ich das schon interessant =)

      Löschen
  2. Ich habe schon mal einen Test darüber gelesen, wie diese Plattformen ticken. Scheint so, dass die Bezahlung anscheinend immer noch nicht sehr viel besser ist als früher ... Wenn man dann die Zeit noch dazurechnet, die man für die Recherche braucht, kommt da wirklich kein besonders guter Stundenlohn heraus *seufz*. Von Bloggern, die schreiben lassen, habe ich aber so auch noch nicht gehört - und ich nehme an, Redaktionsteams sind hier ja nicht gemeint, oder?

    Liebe Grüße
    Ascari

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da steht manchmal als Angabe "Für meinen Blog brauche ich einen Text über... " Das sind also schon Blogger, die nicht selbst bloggen.
      Den Stundenlohn rechnet man sich am besten gar nicht aus.
      Lg Lara

      Löschen
  3. HI Lara
    ehrlich gesagt halte ich davon nicht viel. Ich meine, ich bin zwar auch nicht der Held im schreiben, dennoch liebe ich es, zu schreiben, zu formen. Und ich bezahl sicherlich niemanden dafür, dass Postings auf meinem Blog entstehen. Ich bin ein Fan von Selber machen. Ich kauf mir deswegen auch keine gestrickten Socken, sondern mach sie selber :). Selbstmachen - Self made ist IN :)
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Lara,

    also, der Hinweis ist auf jeden Fall interessant. Zwar nicht für meinen Blog, weil das für mich keinen Sinn macht, aber man weiß ja nie, ob man mal in die finanzielle Not abrutscht.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
  5. Ich habe die Seite textbroker zwar auch schon mal gesehen, aber von der anderen Seite, nicht als Bloggerin, die jemanden zum Schreiben sucht, sondern als Schreiberin, die etwas zum Schreiben sucht, ist aber schon Jahre her und mir war das auch nix. Aber ich hatte den Eindruck, dass es überwiegend um Produktbeschreibungen geht, quasi "seelenlose" Texte, die einfach und nüchternd Informationen vermitteln sollen. Aber für einen Blog macht das für mich irgendwie keinen Sinn, immerhin lebt so ein Blog doch von seiner (mehr oder weniger) einzigartigen Stimme, egal ob man nun gut oder schlecht schreibt, aber man schreibt selbst und so, wie man quasselt, das macht für mich einen Blog aus. Anonyme Texte passen da doch gar nicht dazu?! Höchstens für kommerzielle Blogs von Firmen, da mag das gehen, aber ein privat geführter Blog, so wie wir Buchnerds das hier machen, das wird dafür kaum die Zielgruppe sein, oder?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke, dass man es diesen Blog sehr gut ansehen wird, dass sie nicht aus Spass gemacht werden, sondern nur um Werbung zu platzieren.
      Lg Lara

      Löschen
  6. Hallo Lara!

    Dein Beitrag hat mich ehrlich gesagt gerade ein wenig geschockt... Ich hab das bisher zum ersten Mal gehört, dass man Leute dafür bezahlen kann, dass sie dir einen Blogbeitrag schreiben :/ Das System kenne ich zwar von Werbetexten oder Ähnlichem, aber das man sowas auch für den eigenen Blog nutzen kann ist echt ein starkes Stück! Für mich persönlich wäre das überhaupt nichts ;) Ein Blog lebt ja eigentlich von persönlichen Texten und dem Kontakt zu anderen Bloggern. Wenn jemand anderes die Texte verfasst, dann gehen die ganzen schönen Erlebnisse mit dem Blog doch irgendwie verloren!

    Ich hab mich direkt mal als Leserin eingetragen - schön hast dus hier :)

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

    P.S. Auf meinem Blog läuft gerade ein Gewinnspiel, schau doch einfach mal vorbei, wenn du Lust hast :)

    AntwortenLöschen