Freitag, 25. Dezember 2015

Die Gestirne - Eleanor Catton

Erscheinungsdatum: 9. November 2015
Übersetzer: Melanie Walz
Sprecher: Sascha Rotermund

Weitere Informationen zum Hörbuch

In einer Hafenstadt an der wilden Westküste Neuseelands gibt es ein Geheimnis. Und zwei Liebende, die einander umkreisen wie Sonne und Mond.

Als der Schotte Walter Moody im Jahr 1866 nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln. Und schon bald wird Moody hineingezogen in die rätselhaften Verstrickungen der kleinen Goldgräbergemeinde, in das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.

Meine Meinung

Walter Moody trifft müde in seinem Hotel ein, wo er sich auf sein Leben als Goldgräber vorbereiten möchte. Im Raucherzimmer begegnet er zwölf Männer, die dort ungestört diskutieren wollten. Weil auch Moody etwas zur Auflösung ihrer Geschichte beitragen kann, weihen sie ihn ein. Als Leser lernt man nach und nach die Personen des Raucherzimmers kennen und die Perspektive, mit der jeder einzelne die Geschehnisse wahrgenommen hat.

Diese Geschehnisse sind sehr komplex und nicht sehr leicht zu durchschauen. Einerseits, weil immer nur sehr kleine Puzzleteile enthüllt werden, andererseits, weil die Geschichte immer wieder aus anderen Perspektiven erzählt wird und die vielen kleinen Einzelheiten dem Leser schnell entgleiten.

Das Buch ist in einem sehr schönen und außergewöhnlichen Schreibstil geschrieben. Nichts wird in ein paar kurzen Worten gesagt, sondern alles wird genauestens erklärt. Der Zeitungsherausgeber wird nicht nur mit seinem Beruf und seinem Aussehen beschrieben, sondern der Leser erfährt, wie er langsam Buchstabe für Buchstabe setzt, danach die Farbe aufträgt, eine Probe druckt und diese sorgfältig auf Fehler überprüft, bevor er mit dem eigentlichen Druck beginnt. Anfangs hätte ich dies noch als "mit viel Liebe zum Detail" bewertet, mit der Zeit wurde es manchmal zu viel. Manche Themen interessierten mich weniger und ich empfand die ausschweifenden Beschreibungen dann als Geschwafel.

Leider blieb am Schluss so manches offen, was man sich als Leser wahrscheinlich zusammenreimen sollte oder von der Autorin als unwichtig genommen wurde. Jedes Kapitel wurde mit Überschriften aus der Astronomie versehen. Auch hier wird vom Leser verlangt, dass er sich selbst erklärt, was diese Überschriften bedeuten. Ich konnte damit gar nichts anfangen.

Ich habe die Hörbuchversion von "Die Gestirne" gehört. Das Buch ist durch seine komplexe Handlung, die vielen Personen und durch seine Länge ein Roman, der sich nicht leicht hört und viel Konzentration erfordert. Insgesamt kann ich das Hörbuch und auch das Buch jedem empfehlen, der komplexe Geschichten mag und der die Geduld aufbringt, sich auf diese lange Geschichte einzulassen.


Obwohl dieses Buch bestimmt kein Buch für Eilige ist, gibt es hier trotzdem eine

Kurzbewertung für Eilige

Thema: Goldrausch, Leben in Neuseeland um 1866, Mordermittlungen
Schreibstil: extrem ausschweifend, anspruchsvoll
Kritik: stellenweise langatmig
Gesamtbewertung: faszinierende, komplexe Geschichte, die leider nicht komplett aufgelöst wurde

1 Kommentar :

  1. Hi ;)
    Das Buch hatte ich mir auch schon mal angesehen, aber einige andere Blogger haben auch die Langatmigkeit an einigen Stellen kritisiert. Da war ich mir nicht so sicher!

    Übrigens folge ich deinem Blog jetzt mal und wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Liebe Grüße
    Jessi
    http://in-buechern-leben.blogspot.de/

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