Sonntag, 20. Dezember 2015

Das Glück am Ende des Ozeans - Ines Thorn

Erscheinungsdatum: 18.12.2015


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Bremen, 1876: Drei Frauen gehen an Bord eines transatlantischen Dampfschiffes. Jede mit einem Traum im Herzen, jede in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Während der Überfahrt nach New York werden sie zu Freundinnen. Als die schwangere Susanne während einer stürmischen Nacht in Not gerät, eilen ihr die anderen zu Hilfe. Danach ist nichts mehr, wie es war - und ihre Schicksale sind für immer verbunden.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, muss jede der Frauen lernen, dass man auch hier hart für seine Träume arbeiten muss. Dann taucht ein Fremder auf, der behauptet, ihr dunkles Geheimnis zu kennen. Und plötzlich steht alles, wofür sie gekämpft haben, auf dem Spiel …

Meine Meinung

Drei Frauen, Annett, Susanne und Gottwitha, machen sich eher unfreiwillig auf die Reise nach Amerika. Annett möchte studieren, was in Deutschland unmöglich ist, Susannes grober Ehemann hat für das Ehepaar beschlossen auszuwandern und Gottwithas Vater konnte im Dorf keinen Ehemann für seine Tochter gefunden und hat sie deshalb an einen Verwandten in Amerika vermittelt.

Nach der Überfahrt trennen sich die Wege der drei Frauen wieder. Annett nimmt ihre Arbeit auf, und sieht, dass es auch in Amerika für Frauen nicht selbstverständlich ist, sich bei der Arbeit zu behaupten. Susanne schließt sich einer Gruppe Huren an, die nach Westen zu den Goldgräbern reisen möchten. Aus der unterwürfigen Ehefrau wird sehr schnell, sogar etwas zu schnell, eine Powerfrau, die anpackt und helfen kann. Gottwitha kommt zu ihrem Ehemann bei den Amischen, wird in einer kurzen Zeremonie verheiratet und ist entsetzt über die Kälte und Lieblosigkeit, die sie ein Leben lang ertragen soll.

Schon ganz am Anfang der Geschichte haben mich kleine Ungereimtheiten gestört. Annett hat eine Kabine zweiter Klasse bezahlt, die bei ihrer Ankunft auf dem Schiff schon besetzt ist. Nach kurzem Nachfragen, Doppelbelegung, begibt sie sich ins Zwischendeck, wo die Menschen unter erbärmlichen Konditionen zusammengepfercht wurden und ein Ticket weniger als die Hälfte von dem kostete, was Annett für ihre Überfahrt bezahlt hat. Auch sonst kamen immer wieder Zufälle ins Spiel, die für den weiteren Verlauf der Geschichte ganz gelegen kamen, ansonsten allerdings ziemlich unwahrscheinlich waren.

Annettes Leben fand ich angefangen bei den Zeitungsausschnitten bis zu der Wahl vor die sie gestellt wurde, eher langweilig zu lesen. Die Reise von Susanne und ihr Leben war dagegen interessant. Mit sehr viel Verwunderung habe ich über die Amisch gelesen. Ich kenne mich mit dieser Religionsgemeinschaft nicht aus, aber ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Geschichte extrem schlecht wegkommt.

Jede der drei Frauen hat im Buch ihr eigenes Schlusskapitel. Die Kapitel von Annett und Susanne waren passend zu ihrem Lebenslauf, das von Gottwitha dagegen komplett unglaublich und nicht nachvollziehbar.

"Das Glück am Ende des Ozeans" liest sich schnell und leicht, aber viel hinterfragen und überdenken sollte man die Schicksale der drei Frauen nicht. Es ist eine durchschnittliches Buch, das sehr schnell gelesen und genauso schnell wieder vergessen ist.

Kurzbewertung für Eilige

Thema: Brückenbau, Amish People
Schreibstil: flüssig, leicht zu lesen
Kritik: etwas seicht, stellenweise unglaubwürdig
Gesamtbewertung: Leichte, anspruchslose Unterhaltung

1 Kommentar :

  1. Hallo Lara,

    von der Handlung her klingt es nach einem großartigen Buch, allerdings tendiere ich schon dazu, Ereignisse zu hinterfragen. Ich glaube, dann werde ich es lassen, sonst ärgere ich mich nur.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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