Freitag, 20. November 2015

Im weissen Kreis - Oliver Bottini

Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2015

Weitere Informationen
Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät …


Meine Meinung

Louise Boni wird von einem Undercover-Beamten auf eine Waffenlieferung aufmerksam gemacht, die in der rechten Szene für einen Mord gebraucht werden soll. Wer ist in Gefahr? Viele Anschlagsziele kommen in Frage und es gilt schnellstens herauszufinden, wer in Gefahr ist, um den Mord zu verhindern.

Louise Boni ermittelt und das mit Leib und Seele. Sie arbeitet Tag und Nacht, ohne Pause, schläft selbst im Hotelzimmer der zu schützenden Person. Um Anordnungen oder Befehle kümmert sie sich nicht. Ihre Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie sie sich um alles schert, hat mich manchmal genervt.

"Im weißen Kreis" ist kein klassischer Kriminalroman. Es gibt keine Mordermittlungen, sondern präventive Ermittlungen. Louise möchte um jeden Preis verhindern, dass die gelieferten Waffen zum Einsatz kommen.

Interessant fand ich die vielen detaillierten Recherchen über die rechtsextreme Szene und ihre Beschützer, die V-Männern und die verschiedenen Instanzen der Polizei, die ihre Arbeit machen wollen, ohne dass der Rest der Polizei darüber Bescheid weiß. Realistisch war die Vertuschung der Gefahr an oberster Stelle, das Leugnen, dass es eine organisierte rechte Szene überhaupt gibt. Auch über die Hutu und die Tutsi habe ich manches gelernt.

"Im weißen Kreis" ist ein sehr ruhiger Krimi, der allerdings recht schwer verdaulich ist, sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her. Ständig muss man aufmerksam lesen, um im kompakten, abgehackten Schreibstil nichts zu verpassen und die vielen Personen nicht durcheinander zu werfen. Die Geschichte habe ich gerne gelesen, ich fand das Buch gut, nur so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, die nicht in das klassische Schema von Kriminalromanen fallen.



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