Donnerstag, 12. November 2015

Die Bastardtochter - Petra Schier

Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2015

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Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange.
Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann ...

Meine Meinung

Enneleyn ist die uneheliche Tochter eines Grafen. Er hat sie zwar als seine Tochter anerkannt, trotzdem bleibt das Makel und so ist sie hocherfreut, als ein charmanter und gut aussehender Ritter sich für sie interessiert und kurz darauf um ihre Hand anhält. Doch die Liebenswürdigkeit vergeht dem edlen Mann bereits in der Hochzeitsnacht, und auch sonst führt er nicht viel Gutes im Schilde.

Anton, ein Bekannter von Enneleyn, hat sich nach Jahren entschlossen, Mailand zu verlassen, um sich wieder in Koblenz niederzulassen. Er, seine Schwester und eine weitere Freundin besitzen jeweils einen Teil eines Kreuzes, das aus Reliquien besteht. Bei Gefahr summt das Kreuz, verschafft ihnen Visionen oder warnt seine Besitzer vor Gefahr.

Sehr gut hat mir die Mystik gefallen, die durch dieses leuchtende und summende Kreuz entstanden ist. Doch das nimmt nur einen kleinen Teil des Buches ein, es bleibt hauptsächlich ein historischer Roman. Die Stimmung in der damaligen Zeit, die gesellschaftlichen Regeln und Zwänge, die Beschäftigungen und das Leben der Frauen werden sehr gut dargestellt. Allerdings nimmt die Gewalt gegen Frauen einen großen Teil der Handlung ein. Zu groß für mich, ich empfinde das als bedrückend und nicht als unterhaltsam.

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil einer Trilogie. Ich habe die ersten beiden Bücher nicht gelesen, hatte aber überhaupt keine Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen. Natürlich gibt es Erinnerungen und Gespräche über vorherige Bände, aber alles ist so geschickt in die Geschichte eingeflochten, dass das Buch genauso gut als Einzelbuch gelesen werden kann.

"Die Bastardtochter" ist gut geschrieben, angenehm und leicht zu lesen, packend. Und doch mochte ich es persönlich wegen der Gewalt nicht. Wem das nichts ausmacht, der kann eine ansonsten gelungene Geschichte aus dem Mittelalter lesen.



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