Freitag, 27. November 2015

Das barmherzige Fallbeil - Fred Vargas

Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2015
Übersetzer: Waltraut Schwarze

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Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …


Meine Meinung

Kommissar Adamsberg hat es mit einem Selbstmord zu tun. Die ältere Dame war unheilbar krank und hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ein paar Tage vor ihrem Tod hat sie einen Brief aufgegeben. Der Empfänger ist tot. Selbstmord. Er hat sich erschossen. Aber warum wurde neben den beiden Verstorbenen das gleiche Zeichen gefunden? Bei genauerem Hinsehen, kommen dann immer weitere Zweifel an der Selbstmordtheorie und Kommissar Adamsberg ermittelt.

In Krimis gibt es häufig komische Kommissare mit den verschiedensten Marotten. Oft sind es kaputte Menschen, manche sind Alkoholiker, andere verschrobene Einzelgänger. Kommissar Adamsberg bekommt wässrige Augen und ist für keine logischen Argumente mehr zugänglich, seine Ideen sind kleine Kaulquappen, die ihm entwischen, wenn er versucht sie zu früh zu fangen oder wenn ihm jemand in diesem Augenblick reinredet. Während Besprechungen nimmt er Malutensilien heraus und malt ein Aquarell oder fliegt spontan nach Island, weil der Geist der Insel ihn ruft. Aber andere sind nicht besser, der Kater muss die Treppen hinaufgetragen und frisst nur in Gesellschaft, ein Polizist legt alle paar Stunden ein Schläfchen ein und ein anderer hat einen Schrank voller Lebensmittel, damit nie jemand Hunger erleiden muss. Die Autorin versucht gar nicht erst dem Leser das Kommissariat als realistisch zu verkaufen, was der Unterhaltung und der Qualität der Geschichte in keiner Hinsicht schadet.

Der Kriminalfall wird mit dem nötigen ernst beschrieben. Zuerst geht es um eine Gruppe von Reisenden, die vor zehn Jahren auf einer einsamen Insel tagelang festsaßen. Danach wechseln die Ermittlungen zu einer Art Theatergruppe, die Versammlungen von Robespierre detailgetreu nachspielt. Dabei sind alle geschminkt und verkleidet. Niemand kennt seinen Nächsten. Die Ermittlungen sind trotz der Eskapaden des Kommissars logisch und auch die Auflösung war durchaus nachvollziehbar.


"Das barmherzige Fallbeil" ist ein charmanter Kriminalroman, der manchmal leicht ins märchenhafte driftet und sich dann selbst wieder auf die Schippe nimmt. Ich habe jede Seite dieses Buchs genossen, wurde wunderbar unterhalten und kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen.


Vielen Dank an Blog Dein Buch und an den Limes Verlag für "Das barmherzige Fallbein"

http://www.bloggdeinbuch.de/

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