Montag, 30. November 2015

Anna Catrina Tocher von Ilanz - Sabina Altermatt

Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2015

Weitere Informationen
Die Tochter aus Illanz Anna Catrina wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Onkel in Graubünden auf, dem Einzigen, der Anna geblieben ist. Ihren Vater kennt sie nicht. Gemeinsam führen sie das Wirtshaus in Ilanz. Als Anna eine Stelle als Magd angeboten wird, ist sie froh, ihrem ärmlichen Leben entfliehen zu können. Eines Tages bekommt sie einen Hinweis auf den Verbleib ihres Vaters – anhand eines Amuletts hofft sie ihn zu finden. Doch dabei deckt sie Geheimnisse auf, die viele lieber im Verborgenen wüssten ..

Meine Meinung

Anna Catrina hatte es als Kind nicht leicht. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter starb früh und die Tante, bei der sie unterkam wurde aus der Stadt verband. Anna Catrina wird daraufhin als billige Arbeitskraft zu einem Bauern geschickt, später darf sie bei ihrem Onkel im Wirtshaus mitarbeiten.

Mit diesem Buch bin ich leider nicht warm geworden. Die Handlung ist alles andere als neu und steuerte ein Klischee nach dem anderen an. Ganze Seiten werden vollgeschrieben ohne dass etwas nennenswertes passiert, was die Geschichte weiterbringt. Auf manchen Seiten wird die Spannung regelrecht vertrieben. Zuerst erfährt der Leser in einer kleinen Zusammenfassung, was Anna Catrina als Kind beim Bauern erlebt hat, ein paar Seiten später liest er das Ganze dann ausführlicher in einem ganzen Kapitel. Manches wird langwierig erzählt, anderes kommt für den Leser so plötzlich, dass es nicht nachvollziehbar ist.

Auf der Rückseite des Buches befindet sich ein Logo mit dem Text "Die Stadt Ilanz erleben". Das Buch soll also Werbung für diese Stadt machen. Ilanz wird am Anfang des Buches in einigen Sätzen beschrieben, aber nicht so begeisternd, dass ich Lust bekommen würde, die Stadt näher kennen zu lernen. Sie kommt in den Beschreibungen im Buch nicht sehr gut weg und wird, im Gegensatz zu Chur, als arm und vor allem schmutzig dargestellt.

"Anna Catrina" ist in einem leicht zu lesenden, sehr einfachen Schreibstil geschrieben. Unterhalten konnte das Buch mich allerdings nur sehr wenig, deshalb kann ich es nicht weiterempfehlen.

Freitag, 27. November 2015

Das barmherzige Fallbeil - Fred Vargas

Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2015
Übersetzer: Waltraut Schwarze

Weitere Informationen
Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …


Meine Meinung

Kommissar Adamsberg hat es mit einem Selbstmord zu tun. Die ältere Dame war unheilbar krank und hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ein paar Tage vor ihrem Tod hat sie einen Brief aufgegeben. Der Empfänger ist tot. Selbstmord. Er hat sich erschossen. Aber warum wurde neben den beiden Verstorbenen das gleiche Zeichen gefunden? Bei genauerem Hinsehen, kommen dann immer weitere Zweifel an der Selbstmordtheorie und Kommissar Adamsberg ermittelt.

In Krimis gibt es häufig komische Kommissare mit den verschiedensten Marotten. Oft sind es kaputte Menschen, manche sind Alkoholiker, andere verschrobene Einzelgänger. Kommissar Adamsberg bekommt wässrige Augen und ist für keine logischen Argumente mehr zugänglich, seine Ideen sind kleine Kaulquappen, die ihm entwischen, wenn er versucht sie zu früh zu fangen oder wenn ihm jemand in diesem Augenblick reinredet. Während Besprechungen nimmt er Malutensilien heraus und malt ein Aquarell oder fliegt spontan nach Island, weil der Geist der Insel ihn ruft. Aber andere sind nicht besser, der Kater muss die Treppen hinaufgetragen und frisst nur in Gesellschaft, ein Polizist legt alle paar Stunden ein Schläfchen ein und ein anderer hat einen Schrank voller Lebensmittel, damit nie jemand Hunger erleiden muss. Die Autorin versucht gar nicht erst dem Leser das Kommissariat als realistisch zu verkaufen, was der Unterhaltung und der Qualität der Geschichte in keiner Hinsicht schadet.

Der Kriminalfall wird mit dem nötigen ernst beschrieben. Zuerst geht es um eine Gruppe von Reisenden, die vor zehn Jahren auf einer einsamen Insel tagelang festsaßen. Danach wechseln die Ermittlungen zu einer Art Theatergruppe, die Versammlungen von Robespierre detailgetreu nachspielt. Dabei sind alle geschminkt und verkleidet. Niemand kennt seinen Nächsten. Die Ermittlungen sind trotz der Eskapaden des Kommissars logisch und auch die Auflösung war durchaus nachvollziehbar.


"Das barmherzige Fallbeil" ist ein charmanter Kriminalroman, der manchmal leicht ins märchenhafte driftet und sich dann selbst wieder auf die Schippe nimmt. Ich habe jede Seite dieses Buchs genossen, wurde wunderbar unterhalten und kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen.


Vielen Dank an Blog Dein Buch und an den Limes Verlag für "Das barmherzige Fallbein"

http://www.bloggdeinbuch.de/

Buchverfilmungen 2016

Film, Buch oder beides? Buchverfilmungen 2016


Gerüchten zufolge basiert jeder zweite in Hollywood produzierte Film auf einem Buch. Die meisten Bücher davon sind eher unbekannt.

Diese Bücher waren riesige Erfolge und natürlich warten bereits viele Fans gespannt auf diese Verfilmungen, die 2016 ins Kino kommen sollen.



Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …






Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.


Eine wie Alaska - John Green

Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?



Inferno - Dan Brown

Bei seinem vierten Abenteuer verschlägt es den Symbologen Robert Langdon nach Florenz. Gemeinsam mit der jungen Ärztin Sienna Brooks begibt er sich auf die Suche nach der Lösung eines jahrhundertealten Rätsels: einer versteckten Botschaft in Dante Aleghieris "Inferno", einem Teil seiner "Göttlichen Komödie". Den ersten Schlüssel dazu soll ihnen die Totenmaske des berühmten Poeten liefern, doch diese wurde aus dem Palazzio Vecchio gestohlen. Die Jagd nach der verschwundenen Maske ist der Auftakt zu einer abenteuerlichen Reise durch Europa, bei der Langdon sich mehr als einmal fragen muss, wem er trauen kann und wem nicht.



Americanah - Chimamanda Ngozi Adichie

Chimamanda Adichie erzählt von der Liebe zwischen Ifemelu und Obinze, die im Nigeria der neunziger Jahre ihren Lauf nimmt. Dann trennen sich ihre Wege: Die selbstbewusste Ifemelu studiert in Princeton, Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren stehen sie plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Adichie gelingt ein eindringlicher, moderner und hochpolitischer Roman über Identität und Rassismus in unserer globale Welt.




  

Smaragdgrün - Kersin Gier

Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann.



Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.




Girl on the train - Paula Hawkins

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.
Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...

Freitag, 20. November 2015

Im weissen Kreis - Oliver Bottini

Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2015

Weitere Informationen
Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät …


Meine Meinung

Louise Boni wird von einem Undercover-Beamten auf eine Waffenlieferung aufmerksam gemacht, die in der rechten Szene für einen Mord gebraucht werden soll. Wer ist in Gefahr? Viele Anschlagsziele kommen in Frage und es gilt schnellstens herauszufinden, wer in Gefahr ist, um den Mord zu verhindern.

Louise Boni ermittelt und das mit Leib und Seele. Sie arbeitet Tag und Nacht, ohne Pause, schläft selbst im Hotelzimmer der zu schützenden Person. Um Anordnungen oder Befehle kümmert sie sich nicht. Ihre Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie sie sich um alles schert, hat mich manchmal genervt.

"Im weißen Kreis" ist kein klassischer Kriminalroman. Es gibt keine Mordermittlungen, sondern präventive Ermittlungen. Louise möchte um jeden Preis verhindern, dass die gelieferten Waffen zum Einsatz kommen.

Interessant fand ich die vielen detaillierten Recherchen über die rechtsextreme Szene und ihre Beschützer, die V-Männern und die verschiedenen Instanzen der Polizei, die ihre Arbeit machen wollen, ohne dass der Rest der Polizei darüber Bescheid weiß. Realistisch war die Vertuschung der Gefahr an oberster Stelle, das Leugnen, dass es eine organisierte rechte Szene überhaupt gibt. Auch über die Hutu und die Tutsi habe ich manches gelernt.

"Im weißen Kreis" ist ein sehr ruhiger Krimi, der allerdings recht schwer verdaulich ist, sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her. Ständig muss man aufmerksam lesen, um im kompakten, abgehackten Schreibstil nichts zu verpassen und die vielen Personen nicht durcheinander zu werfen. Die Geschichte habe ich gerne gelesen, ich fand das Buch gut, nur so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, die nicht in das klassische Schema von Kriminalromanen fallen.



Dienstag, 17. November 2015

Gemeinsam lesen - 17. November 2015


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Im weissen Kreis - Oliver Bottini


Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät …

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Seine Freude wirkte plötzlich aggressiv, voller Bitterkeit und Zorn."


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Oliver Bottini hat einen sehr knappen Erzählstil. Er hält sich nicht mit schönen Beschreibungen auf, sondern es werden so gut wie ausschließlich Fakten erzählt und selbst das noch ziemlich knapp. Das ergibt eine sehr intensive Geschichte, alles ist wichtig, man darf als Leser nichts verpassen sondern muss mitdenken, Namen behalten und ganz bei der Sache sein. Trotzdem macht das Buch natürlich auch Spass zu lesen und es ist vor allem spannend.

4. Warst du schon jemals oder bist du aktuell in einen Buchcharakter verliebt?
Nein!

Montag, 16. November 2015

Mach mir den Garten, Liebling! - Ellen Berg

Erscheinungsdatum: 16. November 2015


Weitere Informationen
Zur Hölle mit dem Job! Statt der überfälligen Beförderung bekommt Luisa einen arroganten Fiesling vor die Nase gesetzt. Sie ist frustriert. 14-Stunden-Arbeitstage und Bürointrigen – wofür das alles?
Ausgerechnet jetzt muss sie sich um den Schrebergarten ihrer Tante Ruth kümmern. Komposthaufen statt Karriere, geht gar nicht. Doch dann stellt Luisa fest, dass Gärtnern sogar glücklich machen kann. Wenn nur nicht dieser rasend charmante Mann im Nachbargarten wäre, der so gar nicht in ihr Leben passt …


Meine Meinung

Luisa ist die Seele ihrer Firma, rund um die Uhr verfügbar, selbstverständlich auch am Wochenende ohne je an Urlaub zu denken. Sie freut sich auf ihre Beförderung, die sie reichlich verdient hat, auch wenn ihre Kollegen sich über sie das Maul zerreissen. Aber dann ist die Beförderung auf einmal vergessen und sie muss um ihren Job fürchten. Privat ist sie weniger fleißig. Die Katzen ihrer Tante füttert sie, aber die Pflege des Gartens hat sie einem Gärtner untergejubelt, ohne dessen Arbeit ein einziges Mal zu kontrollieren. Das rächt sich, denn die Tante wird anreisen und freut sich auf ihren wunderschönen Garten.

Der Einstieg fiel mir schwer, ich empfand den Anfang als etwas zäh. Die schlechte Stimmung im Büro, das gegenseitige Miesmachen, die dauernden und verletzenden Sprüche fand ich nicht lustig, sie haben mich genervt. Luisa glücklicherweise auch, denn sie setzt zu einem anständigen Donnerwetter gegen die gesamte Besatzung an, danach besserte sich die Stimmung im Büro und meine gleich mit. Ab diesem Moment konnte ich das Buch geniessen. Witzige Bemerkungen, verrückte Handlungen und komische Ideen haben sich abgewechselt. Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm zu lesen.

Zum Schluss ging es etwas schnell, das Ende hätte ich gerne länger und ausführlicher genossen und etwas mehr Einzelheiten erfahren.

Natürlich ist alles etwas überzeichnet, überdreht, ein bisschen zu viel, aber das macht den Witz aus und für mich hat es funktioniert. Die Witze sind weder zu derb noch sind es zu viele und sie wirken auch nicht aufgesetzt. "Mach mir den Garten, Liebling!" hat mich gut unterhalten und oft zum Lachen gebracht.

Donnerstag, 12. November 2015

Die Bastardtochter - Petra Schier

Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2015

Weitere Informationen
Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange.
Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann ...

Meine Meinung

Enneleyn ist die uneheliche Tochter eines Grafen. Er hat sie zwar als seine Tochter anerkannt, trotzdem bleibt das Makel und so ist sie hocherfreut, als ein charmanter und gut aussehender Ritter sich für sie interessiert und kurz darauf um ihre Hand anhält. Doch die Liebenswürdigkeit vergeht dem edlen Mann bereits in der Hochzeitsnacht, und auch sonst führt er nicht viel Gutes im Schilde.

Anton, ein Bekannter von Enneleyn, hat sich nach Jahren entschlossen, Mailand zu verlassen, um sich wieder in Koblenz niederzulassen. Er, seine Schwester und eine weitere Freundin besitzen jeweils einen Teil eines Kreuzes, das aus Reliquien besteht. Bei Gefahr summt das Kreuz, verschafft ihnen Visionen oder warnt seine Besitzer vor Gefahr.

Sehr gut hat mir die Mystik gefallen, die durch dieses leuchtende und summende Kreuz entstanden ist. Doch das nimmt nur einen kleinen Teil des Buches ein, es bleibt hauptsächlich ein historischer Roman. Die Stimmung in der damaligen Zeit, die gesellschaftlichen Regeln und Zwänge, die Beschäftigungen und das Leben der Frauen werden sehr gut dargestellt. Allerdings nimmt die Gewalt gegen Frauen einen großen Teil der Handlung ein. Zu groß für mich, ich empfinde das als bedrückend und nicht als unterhaltsam.

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil einer Trilogie. Ich habe die ersten beiden Bücher nicht gelesen, hatte aber überhaupt keine Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen. Natürlich gibt es Erinnerungen und Gespräche über vorherige Bände, aber alles ist so geschickt in die Geschichte eingeflochten, dass das Buch genauso gut als Einzelbuch gelesen werden kann.

"Die Bastardtochter" ist gut geschrieben, angenehm und leicht zu lesen, packend. Und doch mochte ich es persönlich wegen der Gewalt nicht. Wem das nichts ausmacht, der kann eine ansonsten gelungene Geschichte aus dem Mittelalter lesen.



Sonntag, 8. November 2015

Die erstaunliche Wirkung von Glück - Susann Rehlein

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2015


Weitere Informationen
Eine skurrile Hausgemeinschaft, eine bezaubernde Außenseiterin und die große Liebe.
Dorle lebt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und sie lässt sich von ihren Nachbarn als Concierge missbrauchen, obwohl sie gar nicht die Concierge ist.
Doch Dorle ist genügsam und zufrieden mit ihrem Leben. Ganz im Gegensatz zu Annegret Sonne, vierundachtzig und voller Lebenslust. Als Frau Sonne sich zu einer dreimonatigen Reise aufmacht, bittet sie Dorle, ihre Wohnung zu hüten. Schnell wird klar, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Wohnung handelt. Sie hat angeblich eine Aura, es lebt ein Kater darin, der Dinge kann, die normale Kater nicht können und per Fax treffen Aufgaben für Dorle ein, die sie an den Rand des Wahnsinns bringen. Sie muss zum Sport, zu jemandem unfreundlich sein und kochen. Sogar Dates hat sie plötzlich. Gut, die Männer sind alle über achtzig, aber sie verstehen etwas von der Liebe. So hat Joe, Dorles einziger Freund, alle Hände voll zu tun, um im Rennen zu bleiben.

PS: Wurde Henriette Schräubchen schon erwähnt? Nur so viel: Sie hat rosa Haare, kann Gedanken lesen und spielt eine nicht unwesentliche Rolle in dieser Geschichte.

Meine Meinung

Dorle lebt in einer Kellerwohnung, die Wohnungen über ihr sind von älteren Menschen bewohnt, die Dorle immer wieder und ganz selbstverständlich für ihre Dienste einspannen. Auch wenn sie Frust ablassen wollen oder aus purer Langeweile ein paar Gemeinheiten loswerden müssen, wenden sie sich an Dorle, die alles mit sich gefallen lässt und nicht daran denkt, ihre Situation zu verändern.

Als Dorle von Frau Sonne beauftragt wird, deren Wohnung zu hüten und ein paar Aufgaben zu erledigen, lehnt Dorle selbstverständlich nicht ab, auch wenn manches ihr etwas komisch erscheint. Erst nach und nach merkt Dorle, dass sie nicht für Frau Sonne arbeitet, sondern an sich selbst und an ihrem Glück, das sie in teuren Restaurants, Massagesalons, dicken Teppichen und bezahlter Begleitung findet.

Das ist auch schon meine erste Kritik, dieser Luxus, den Dorle sich mit ihrer Heimarbeit nie wird leisten können und der in diesem Buch als eine der Haupttherapien für Glück angepriesen wird. Darauf hätte ich verzichten können. Glück durch Konsum und Glück durch Geld gaukelt die Werbung uns täglich vor, das kennt die Menschheit. Billigere Glücksmomente hätten mir besser gefallen. Natürlich ist ihr plötzlicher Reichtum spektakulär, ihr Fall später, wenn sie wieder mit ihrem eigenen Gehalt klarkommen muss, wird umso tiefer sein.

Aber darauf geht das Buch nicht ein. Wie in Weihnachtsbüchern oder Märchenbüchern werden aus grantigen alten Einzelgänger Freunde, Dorles Probleme, die sie seit ihrer Kindheit mit sich schleppt, werden in Kürze gelöst ganz ohne Probleme, ganz ohne Therapie. Ich mag diese Art Bücher nicht. Sie sind unrealistisch und vorhersehbar.

Gut gefallen haben mir die Emotionen, die Dorle durchläuft. Sie werden intensiv und glaubhaft beschrieben. Dorles Gefühle, ihre Trauer, ihre Wut, ihr Zorn und ihre Liebe wird niemanden kalt lassen. Auch die verschiedenen Personen ihrer Umgebung, die einsamen und traurigen Alten, die fiesen Klatschbasen und nörgelnde Nachbarn werden wunderbar beschrieben. Allerdings fand ich den Schreibstil als etwas anstrengend zu lesen, weil ich immer konzentriert lesen musste, um nicht zu verpassen, wer was sagte. Manches musste ich ein zweites Mal lesen, was den Lesefluss störte.

"Die erstaunliche Wirkung von Glück" ist ein Buch von dem man sich verzaubern lassen sollte, ohne nach zu denken und ohne zu analysieren. Empfehlen kann ich es jedem, der diese Art von Büchern mag.

Mittwoch, 4. November 2015

Im Sommer der Mörder - Oliver Bottini

Erscheinungsdatum: 20. Juni 2007

Weitere Informationen
In zwei Sekunden beginnt hier das Inferno.
Kirchzarten ist der friedlichste Ort der Welt. Bis eines Tages im Morgengrauen ein kleiner Holzschuppen in Flammen aufgeht - und urplötzlich ein Inferno losbricht. Die Idylle von Kirchzarten war trügerisch: Unter dem Schuppen hatten Unbekannte ein illegales Waffenlager angelegt.
Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì steht vor dem schwierigsten Fall ihrer Karriere. Erste Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunziger Jahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weit größere Dimensionen hat.

Meine Meinung

Ein kleiner Brand in einem alten Schuppen. Die Feuerwehr hat alles schnell gelöscht und ist fast schon am Aufräumen als jemand bemerkt, dass der Schuppen unterkellert ist. Sekunden später fliegt alles in die Luft, ein Feuerwehrmann wird tödlich verletzt.

Louise Bonì ist eine Kommissarin in einem riesigen Team, zusammengesetzt aus verschiedenen Behörden. Es wird in alle Richtungen ermittelt. Doch nicht nur die Größe des Falls und die mangelnde Koordination macht der Ermittlerin zu schaffen. Es herrscht eine unerträgliche Hitze, innere Dämonen wollen Louise, die trockene Alkoholikerin ist, immer wieder zum Trinken verführen und dann ihre Müdigkeit, ihre Erschöpfung, die es ihr schwer macht zu denken.

Die Geschichte ist sehr spannend. Sie wird in einem eher ruhigen und distanziertem Ton erzählt, der die ganzen Gefühle, Zweifel, aber auch die Entschlossenheit und den starken Willen der Ermittlerin gut herüberbringt. Selbst Nebenpersonen kommen authentisch herüber, man kann ihre Reaktionen, ihre Wut und ihre Verzweiflung als Leser spüren und nachvollziehen.

Der Fall selbst ist sehr komplex und mit den Ermittlungen, die natürlich hin und wieder in eine falsche Richtung gehen, wird es manchmal richtig kompliziert den Überblick zu behalten. Es gibt stellenweise ein regelrechtes Durcheinander in den Ermittlungen und dann hatte ich den Eindruck, dass mit Informationen nur so herumgeballert wurde. Politische und historische Fakten sollten einen als Leser schon interessieren, auch wenn man diese Teile überspringen könnte, machen sie doch einen grossen und wichtigen Teil der Geschichte aus.

Vor diesem Buch sollte man unbedingt das Buch "Mord im Zeichen des Zen" gelesen haben. Ich habe es nicht getan, der Einstieg in dieses Buch ist mir deshalb etwas schwer gefallen. "Im Sommer der Mörder" ist ein guter, intelligenter Krimi, den ich Lesern gerne empfehlen, die gerne mitdenken und nicht nur unterhalten werden wollen.

Dienstag, 3. November 2015

Prix Goncourt 2015 - Mathias Enard - Boussole


 

Mathias Enard wurde für sein Buch "Boussole" mit dem Prix Goncourt 2015 ausgezeichnet.


"Boussole"handelt von einem Mann, der nach einer beunruhigenden medizinischen Diagnose unter Schlafstörungen leidet. Franz Ritter verbringt seine langen und einsamen Nächte mit Erinnerungen an sein Leben das aus Reisen, Studien und Staunen bestanden hat.
"Boussole" ist eine Liebeserklärung an den Orient.


Mathias Enard, 43 Jahre, hat in Paris die arabische und persische Sprache studiert. Nach einem längeren Aufenthalt im mittleren Orient, wohnt er seit 2000 in Barcelona wo er an verschiedenen Zeitschriften mitarbeitet und arabisch unterrichtet.
Bis jetzt wurden folgende Bücher des Schriftstellers ins Deutsche übersetzt: "Zone", "Erzähl ihnen von Schlachten, Königen und Elefanten" und "Strasse der Diebe".


Gleichzeitig wurde auch der Gewinner des Prix Renaudot bekannt gegeben. Er geht dieses Jahr an Delphine de Vigan für ihr Buch "D'après une histoire vraie".

Gemeinsam Lesen 3.11.2015

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Im Sommer der Mörder - Oliver Bottini (Kapitel 3)
Sommer im Breisgau. Kirchzarten ist der friedlichste Ort der Welt. Bis eines Tages im Morgengrauen ein kleiner Holzschuppen in Flammen aufgeht – und urplötzlich ein Inferno losbricht. Verheerende Explosionen überraschen die Freiwillige Feuerwehr …Die Idylle von Kirchzarten war trügerisch: Unter dem Schuppen hatten Unbekannte ein illegales Waffenlager angelegt. Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì steht vor dem schwierigsten Fall ihrer Karriere. Erste Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunziger Jahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weit größere Dimensionen hat.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Neun Uhr dreißig, achtundzwanzig Grad, die Luft draußen stand unbewegt. Sie fuhren mit offenen Seitenfenstern, weil Günther Klimaanlagen nicht mochte.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Das zweite Buch einer Reihe, das erste Buch gibt es nur noch gebraucht und leider nicht als Ebook. Der Anfang war etwas schwieriger, weil sehr viele Personen auf einmal eintreffen, aber trotzdem gefällt mir der Schreibstil und ich bin gespannt auf die Geschichte. Im September ist das 6. Buch dieser Reihe mit dem Titel "Im weissen Kreis" erschienen.

4. Ist die Altersangabe eines Buches bei eurer Auswahl entscheidend? 
Natürlich. Ich kaufe mir keine Bücher für 5jährige! Momentan lese ich überhaupt keine Kinderbücher mit Altersangaben. Aber wer weiss, das kann schnell umschlagen.

Montag, 2. November 2015

Montagsfrage: Falls ihr dieses Jahr an Challenges teilnehmt, wie gut seid ihr bisher vorangekommen?


Ich mag Challenges und habe mich Ende letztes Jahres für eine ganze Reihe davon angemeldet. Aber es ist wie Tagebuchschreiben. Ab Mitte Januar ist Schluss mit der Begeisterung.
Ich mag nicht nach Plan lesen, Challenges mit vorgegebenen Büchern, wie die Lieblingsbuchchallenge fiel schnell weg
Aufgabenchallenge machen sehr viel Arbeit. Den Aufwand nach jedem gelesenen Buch herauszufinden, in welche Kategorie es passen würde, habe ich mir dann wieder gespart.
Bei einer Verlagschallenge wollte ich auch mitmachen, aber ich lese von so vielen verschiedenen Verlagen, dass ich nie auf 5 Bücher pro vorgegebenem Verlag kommen würde.

Geblieben ist nur eine Challenge, die mir immer noch Spass macht: Die "Verstaubte Bücher Challenge 2015". Es gibt sehr viele gute alte Bücher und es wäre doch schade, immer nur den Neuen den Vortritt zu geben.

Die Challenge Saison 2016 hat übrigens vor ein paar Tagen angefangen. Die ersten Angebote wurden bereits gesichtet: Challenges 2016

Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.