Donnerstag, 8. Oktober 2015

Zeit der Unschuld - Edith Wharton

Erscheinungsdatum: 21. September 2015
Ersterscheinung:  1920
Übersetzer: Andrea Ott


Weitere Informationen
Geld oder Liebe, Pflicht oder Leidenschaft – der ehrgeizige New Yorker Anwalt Newland Archer muss sich entscheiden: Will er sein Leben mit May Welland teilen, einer jungen Frau aus gutem Haus und wie geschaffen für sein berufliches Fortkommen? Oder steht er zu seinen Gefühlen für Mays Cousine Ellen Olenska, die im Begriff ist, gegen alle Konventionen zu verstoßen? Edith Wharton gelang mit dieser bewegenden Dreiecksbeziehung ein preisgekröntes Meisterwerk.

Newland soll Ellen zur Vernunft bringen. Zwar hatte man gerüchteweise von ihrem dunklen Eheleben gehört, doch was nun getuschelt wird, empört New Yorks High Society nicht minder: Ellen will sich von ihrem Mann trennen und nach Amerika zurückkehren. Ein Verhalten, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine Scheidung würfe zudem einen Schatten auf Newlands Verlobung mit Ellens Cousine May. Der junge Anwalt zaudert, seine Lebenspläne geraten ins Wanken. Edith Whartons erfolgreichster Roman hat sich spätestens mit der Verfilmung durch Martin Scorsese auch das deutsche Publikum erobert. Jetzt liegt «The Age of Innocence » endlich in einer Neuübersetzung vor.

Meine Meinung

Archer Newland ist ein junger, reicher Anwalt, der sich problemlos in der Gesellschaft von New York um die Jahrhundertwende bewegt. Seine Verlobte May ist eine ehrbare Frau und eigentlich genau die richtige für ihn, wenn es nach gesellschaftlichen Kriterien geht. Sein Leben würde auf gerader Schiene weiterlaufen, wäre da nicht Mays Cousine, die Gräfin Olenska. Gegen allen Gepflogenheiten und Anstandsregeln ist sie zusammen mit einem Sekretär vor ihrem untreuen Eheman fortgelaufen und will sich peinlicherweise auch noch scheiden lassen. Arthur Newland ist fasziniert von dieser Frau, die sich um ihren guten Ruf zu scheren scheint.

"Zeit der Unschuld" ist kein Buch das sich nebenbei liest. Am Anfang musste ich immer wieder zurückblättern, bis ich mir die vielen Namen gemerkt hatte. Manchen Büchern merkt man ihr Alter nicht an, diesem aber sehr deutlich. Seine Ersterscheinung war 1920. Der Schreibstil ist auf einem sehr hohen Niveau, aber altmodisch, an manchen Stellen langatmig und schwer zu lesen.

Insgesamt gibt das Buch eine schönes Bild von New Yorks High Society um 1870, von den vielen Zwängen, den unendlich vielen Regeln die es zu beachten gab und den Damen, älter aber auch jünger, die nichts anderes zu hatten, als über andere zu wachen und sich über jeden Fehltritt diebisch zu freuen. Die verschiedenen Personen werden sehr gut dargestellt, mit ihren Überlegungen, von was sie sich beeinflussen lassen, um Entscheidungen zu treffen und schließlich ihr Handeln, das manchmal komplett verschieden ist von dem was sie selbst wollen und denken. Auf jeden Fall weiss die Autorin wovon sie schreibt. Sie selbst war ein Kind der New Yorker Upper Class, heiratet einen älteren Banker von dem sie sich später scheiden lies.

Wer sich auf diesen Buch einlässt und sich Zeit nimmt, darf einen wunderbaren Blick auf die New Yorker Gesellschaft werfen. Empfehlen kann ich das Buch jedem, der auch schwierigere Bücher gerne liest und nicht davor zurückschreckt, sich durch ein Buch zu arbeiten. Edith Wharton wurde für dieses Buch im Jahr 1921 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

"Zeit der Unschuld" wurde von Martin Scorsese verfilmt. Einen Trailer gibt es hier:
https://www.youtube.com/watch?v=XjbqO2QhMMs



Vielen Dank an Blogg Dein Buch und den Manesse Verlag für "Zeit der Unschuld" 

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