Donnerstag, 15. Oktober 2015

Tage wie Salz und Zucker - Shari Shattuck

Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2014
Übersetzer: Nicole Seifert


Weitere Informationen
Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werden. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt sie in einem Riesensupermarkt. Eines Tages trifft Ellen im Bus eine junge Frau: Temerity ist blind, sprüht vor Lebensfreude, hat keinerlei Berührungsängste. Sie ist der erste Mensch seit langem, der Ellen «sieht». Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist nichts mehr, wie es war. Temerity lockt Ellen gnadenlos aus der Reserve. Zusammen fangen die beiden ungleichen Freundinnen an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln sie jede Menge Staub auf ...

Meine Meinung

Ellens große Leidenschaft ist es, ihre Mitmenschen zu beobachten und diese Eindrücke gewissenhaft in ihrem Notizbuch festzuhalten. Aber sie möchte immer nur Zuschauer blieben, jeder weitere Kontakt zu Menschen ist eine Qual für sie und so hat sie sich Strategien zu recht gelegt, um gegenüber ihren Mitmenschen zu verschwinden und von niemandem wahrgenommen zu werden. Das ändert sich, als sich ein blindes Mädchen im Bus neben sie setzt, voller Energie und vollkommen immun gegen alle abfälligen Blicke.

Die Geschichte wird aus Ellens Sicht geschrieben und es ist faszinierend ihre Veränderungen mitzubekommen. Die anfängliche Panik vor jedem Kontakt, dann die Erkenntnis, dass das Leben spannender sein kann, wenn sie sich nicht immer in ihrem kleinen Zimmer einschließt, dass sie sich einmischen kann, dass auch sie Sachen bewegen kann. Ellen hat ihr Leben lang immer nur schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und nahm immer an, dass das an ihr lag. Es erstaunt sie, dass die lebensfrohe Temerity auch schlechte Erfahrung gemacht hat: "Ich war schon immer von der Freundlichkeit fremder Leute abhängig. ... Kann ich allerdings nicht empfehlen, die meisten sind Arschlöcher." Aber gemeinsam finden die Freundinnen Menschen, die Freundschaft verdienen, mischen sich da ein, wo sie es für richtig finden und trösten sich damit, dass böse Menschen nicht glücklich sein können.

Ich habe "Tage wie Salz und Zucker" genossen, es ist ein wunderbares Buch über Freundschaft das ich gerne weiterempfehle. Eine Fortsetzung gibt es auch schon, "Becoming Ellen" gibt es bisher allerdings nur auf englisch.

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