Montag, 19. Oktober 2015

Der Schneegänger - Elisabeth Herrmann

Erscheinungsdatum: 26. Januar 2015


Weitere Informationen
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Meine Meinung

Vier Jahre nach seiner Entführung wird die Leiche eines kleinen Jungen im Wald gefunden. Es ist die Studentin Sanela Beara, die dem Vater und auch der Mutter die schlimme Nachricht überbringen muss, gemeinsam mit dem wortkargen Kommissar Gehring. Eigentlich hatte der Kommissar die ehemalige Kollegin nur wegen ihrer Kroatischkenntnisse einsetzen wollen, danach sollte sie mit ihrem Studium weiterfahren und die Polizei ermittlen lassen. Aber Sanela ist eigenwillig, ungehorsam und denkt nicht daran, den Fall abzugeben, während der Täter frei herumläuft.

Das Buch ist spannend, packend, von Anfang an wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Sanela ist sympathisch, gleichzeitig aber auch leichtsinnig und so extrem risikobereit, dass man als Leser aufatmet, wenn sie ihr Kapitel lebendig überstanden hat. Glücklicherweise wechselt die Perspektive zwischen ihr und dem Leiter der Ermittlungen, Kommissar Gehring, so dass das arme Leserherz sich etwas beruhigen kann und der Leser sich gedanklich auf eine der vielen falschen Fährten festlegen kann, auf die Elisabeth Herrmann im Laufe der Geschichte lockt.

Traurig und stellenweise schwer zu ertragen fand ich manche Beschreibungen. Ich mag es nicht, wenn Kindesmisshandlung zur Unterhaltung benutzt wird, schon gar nicht wenn dadurch versucht wird Spannung aufzubauen. Das war hier nicht der Fall, das Thema wird angesprochen, so ernsthaft wie es in einem Krimi möglich ist ohne den Leser zu verlieren.

Leider war die Auflösung zum Schluss etwas unlogisch. Normalerweise würde ich dafür  einen Stern abziehen, aber durch die hohe Komplexität, die Spannung und die gute Unterhaltung verdient dieses Buch immer noch die Bestbewertung.

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