Samstag, 31. Oktober 2015

Das Kindermädchen - Elisabeth Herrmann

Erscheinungsdatum: 2005


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Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …

Meine Meinung

Joachim Vernau ist Anwalt einer angesehenen Kanzlei, auf dem besten Weg die Tochter des Chefs zu heiraten und später den ganzen Betrieb zu übernehmen. Eines Tages steht eine schäbig gekleidete Frau im Garten. Sie möchte mit dem Schwiegervater reden und als dies nicht möglich ist, gibt sie Vernau einen Zettel mit russischem Text, den der Schwiegervater unterschreiben soll. Vernau will mehr wissen, vor allem nachdem die Frau am nächsten Tag tot in einem Fluss gefunden wird. Nicht dem Schwiegervater und auch nicht seiner Freundin zu Liebe will er die Augen abwenden. Ein paar unmissverständliche Warnungen stacheln seinen Dickkopf erst Recht an, die Wahrheit herauszufinden.

Beeindruckt an diesem Buch hat mich vor allem die historische Hintergrundgeschichte der ukrainischen Kinder und Jugendlichen, die als billige Arbeitskräfte, als Zwangsarbeiter nach Deutschland geschleppt wurden, um sich um die Kinder der reichen Deutschen zu kümmern oder zu kochen, während die deutsche Kindermädchen und Köchinnen wie viele Frauen zu Fabrikarbeit verdonnert wurden. Elisabeth Herrmann hat diese Informationen sehr geschickt in ihren Kriminalroman eingeflochten und zu einer spannenden Geschichte verarbeitet.

Joachim Vernau ist unerschrocken, frech, humorvoll und hat problemlos das Zeug zum Ermittler. Sehr erfrischend fand ich, dass er und Marie-Luise keine Polizisten sind, sondern eben Anwälte.
Der Kriminalfall an sich ist nicht sehr verzwickt und dadurch nicht schwer zu durchschauen. Allerdings wiegt der historische Teil dies locker wieder auf. Spannend wird es trotzdem immer wieder und wer auf welcher Seite kämpft, bleibt bis zum Schluss offen.

Elisabeth Herrmann hat einen spannenden und interessanten Kriminalroman geschrieben, der sich mit der Nazi-Zeit beschäftigt. Ich empfehle dieses Buch und freue mich über die weiteren Bücher dieser Reihe.

Vernau-Reihe von Elisabeth Herrmann:
Das Kindermädchen
Die 7te Stunde
Die letzte Instanz
Versunkene Gräber

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