Samstag, 31. Oktober 2015

Das Kindermädchen - Elisabeth Herrmann

Erscheinungsdatum: 2005


Weitere Informationen
Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …

Meine Meinung

Joachim Vernau ist Anwalt einer angesehenen Kanzlei, auf dem besten Weg die Tochter des Chefs zu heiraten und später den ganzen Betrieb zu übernehmen. Eines Tages steht eine schäbig gekleidete Frau im Garten. Sie möchte mit dem Schwiegervater reden und als dies nicht möglich ist, gibt sie Vernau einen Zettel mit russischem Text, den der Schwiegervater unterschreiben soll. Vernau will mehr wissen, vor allem nachdem die Frau am nächsten Tag tot in einem Fluss gefunden wird. Nicht dem Schwiegervater und auch nicht seiner Freundin zu Liebe will er die Augen abwenden. Ein paar unmissverständliche Warnungen stacheln seinen Dickkopf erst Recht an, die Wahrheit herauszufinden.

Beeindruckt an diesem Buch hat mich vor allem die historische Hintergrundgeschichte der ukrainischen Kinder und Jugendlichen, die als billige Arbeitskräfte, als Zwangsarbeiter nach Deutschland geschleppt wurden, um sich um die Kinder der reichen Deutschen zu kümmern oder zu kochen, während die deutsche Kindermädchen und Köchinnen wie viele Frauen zu Fabrikarbeit verdonnert wurden. Elisabeth Herrmann hat diese Informationen sehr geschickt in ihren Kriminalroman eingeflochten und zu einer spannenden Geschichte verarbeitet.

Joachim Vernau ist unerschrocken, frech, humorvoll und hat problemlos das Zeug zum Ermittler. Sehr erfrischend fand ich, dass er und Marie-Luise keine Polizisten sind, sondern eben Anwälte.
Der Kriminalfall an sich ist nicht sehr verzwickt und dadurch nicht schwer zu durchschauen. Allerdings wiegt der historische Teil dies locker wieder auf. Spannend wird es trotzdem immer wieder und wer auf welcher Seite kämpft, bleibt bis zum Schluss offen.

Elisabeth Herrmann hat einen spannenden und interessanten Kriminalroman geschrieben, der sich mit der Nazi-Zeit beschäftigt. Ich empfehle dieses Buch und freue mich über die weiteren Bücher dieser Reihe.

Vernau-Reihe von Elisabeth Herrmann:
Das Kindermädchen
Die 7te Stunde
Die letzte Instanz
Versunkene Gräber

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Prix Goncourt 2015 - Troisième Sélection

Gestern, am 27. Oktober wurde die "Troisième Sélection" vom Prix Goncourt von der Académie Goncourt vorgestellt. Am nächsten Dienstag, am 3. November wird der Preisträger geehrt werden.

 
Troisième Sélection Prix Goncourt 2015

Nathalie Azoulai Titus n’aimait pas Bérénice P.O.L.
Titus et Bérénice sont deux amants actuels. Titus est marié et ne veut pas divorcer pour Bérénice. Alors ils se quittent. Un jour, au plus fort de son chagrin, l'amoureuse abandonnée entend un vers de Bérénice (la pièce) : " Dans l'Orient désert quel devint mon ennui!" Ah, Racine et ses diérèses ("O-ri-ent"), où toute la souffrance du monde s'exprime en un simple chuintement mouillé... Rien de tel pour apaiser la douleur. Alors, Bérénice s'empare du tragédien et se livre à une étonnante reconstitution. Un récit dans le récit, système a priori pensant, mais qui permet à Nathalie Azoulai de se libérer de la contrainte historiographique, même si elle a nourri son roman des données disponibles. Sous sa plume, Racine passe un temps fou à polir son phrasé, recueille des confessions féminines pour écrire Phèdre, aime les comédiennes et surtout adule Louis XIV. Les échanges de regards enamourés avec le roi sont particulièrement réussis. Le tout est servi par une langue intense, où la politique, souvent courtisane, est pourtant toujours tragique, un peu comme chez Racine. C'est épatant et consolant.


Mathias Enard Boussole Actes Sud.
Franz Ritter, musicologue viennois, est insomniaque, sous le choc d'un diagnostic médical alarmant. Il fuit sa nuit solitaire dans ses souvenirs de voyages, d'études et d'émerveillements.


Hédi Kaddour Les Prépondérants Gallimard
En 1922, une équipe de tournage débarque à Nahbès, petite ville du Maghreb. Cette intrusion hollywoodienne, synonyme de modernité et de de liberté, bouleverse le quotidien des habitants et avive les tensions entre les notables traditionnels, les colons français et les jeunes nationalistes. De la collusion entre ces mondes et ces cultures naissent des destins et des histoires d'amour.

Tobie Nathan Ce pays qui te ressemble Stock
C'est dans le ghetto juif du Caire que naît, contre toute attente, d'une jeune mère flamboyante et d'un père aveugle, Zohar l'insoumis. Et voici que sa sœur de lait, Masreya, issue de la fange du Delta, danseuse aux ruses d'enchanteresse, le conduit aux portes du pouvoir. Voici aussi les mendiants et les orgueilleux, les filous et les commères de la ruelle, les pauvres et les nantis, petit peuple qui va roulant, criant, se révoltant, espérant et souffrant.
Cette saga aux couleurs du soleil millénaire dit tout de l'Egypte : grandeur et décadence du roi Farouk, dernier pharaon, despote à l'apparence de prince charmant, adoré de son peuple et paralysé de névroses. Arrivé au pouvoir de Gamal Abdel Nasser en 1952 et expulsion des Juifs. Islamisation de l'Egypte sousla poussée des Frères Musulmans, première éruption d'un volcan qui n'en finit par de rugir... C'est la chute du monde ancien, qui enveloppait magies et sortilèges sous les habits d'Hollywood. La naissance d'un monde moderne, pris entre dieux et diables.



Dienstag, 27. Oktober 2015

Gemeinsam Lesen 27.10.2015

 
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Das Kindermädchen - Elisabeth Herrmann, Kapitel 5

Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur ... 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Sigrun war Frühaufsteherin. Aus einem mir nicht geläufigen Grund erwartete sie Ähnliches von mir.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich habe im Moment noch ein bisschen Probleme, die vielen Personen immer richtig einzusortieren, die ich bisher schon kennengelernt habe. Aber spannend ist es von der ersten Seite an.

4. Hast du schon Weihnachts-Bücher in den Startlöchern stehen? Gibt es ein Lieblings-Buch was du jedes Jahr an Weihnachten nochmal liest?
Vor Weihnachten kommt meist die eine oder andere Weihnachtsgeschichte auf meine Wunschliste. Meist wird sie im Januar dann wieder ungelesen aus der Liste entfernt.  Eine Zeit lang habe ich die Weihnachtskrimis von Anne Perry gerne gelesen, allerdings wurde ich davon enttäuscht, so dass meine Begeisterung abgenommen hat. Ein Lieblingsbuch, das ich jedes Jahr lese gibt es nicht. Ich lese lieber mir unbekannte Bücher.

Samstag, 24. Oktober 2015

Ehebrecher und andere Unschuldslämmer - Kerstin Gier

Erscheinungsdatum: 26. September 2000


Weitere Informationen
Als die schwangere Studentin Louisa nach dem Tod ihres Vaters von der Stadt zurück zu ihrer Mutter zieht, ist sie fest davon überzeugt, daß sie in der ländlichen Idylle versauern wird. Doch schon bald stellt sie fest, daß es in ihrer Heimatgemeinde schlimmer zugeht als einst in Sodom und Gomorrha. Das ist vor allem die Schuld des frisch geschiedenen Pfarrers, der sich nicht nur um das Seelenheil, sondern auch um das körperliche Wohl seiner weiblichen Schäfchen bemüht und somit aus frommen Unschuldslämmern reißende Hyänen macht. Um sich den attraktiven Junggesellen zu angeln, greifen die Damen tief in die weibliche Trickkiste. Ein gnadenloses Spiel aus Lügen, Listen sowie kleineren und größeren Verbrechen beginnt. Als Louisa merkt, daß sogar ihre eigene Mutter darin verwickelt ist, stürzt auch sie sich Hals über Kopf in das Intrigenspiel ...

Meine Meinung

Louisa ist Studentin, schwanger, ihr Vater ist gestorben und ihr Freund will keine Zeit verlieren und das Baby so schnell wie möglich loszuwerden. Louisa zieht zu ihrer Mutter, die sich nicht wie eine normale Trauernde benimmt, dazu muss sie einen liebestollen Pfarrer in Schach halten, sich um einen Bewohner im Gartenhäuschen kümmern und dabei entscheiden, wie ihr Leben weitergehen soll.

Die Geschichte selbst konnte mich nicht überzeugen. Normal, dass manches Szenen übertrieben und unrealistisch sind, wir sind schließlich in einem Frauenbuch. Allerdings ist alles baukastenartig konstruiert ohne den gewohnten Witz von Kerstin Gier. Vermisst habe ich auch unerwartete Reaktionen und ein paar Überraschungen, auf ein paar peinliche Szenen hätte ich dagegen gerne verzichtet.

Punkten konnte das Buch mit dem gewohnt flüssigen Schreibstil der Autorin, es liest sich leicht, angenehm und schnell.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich den plötzlichen Tod eines Ehemann und Vaters nicht als wirklich geeignet sehe, um ein fröhliches, witziges Buch zu bereichern, hat mir dieses Buch weniger gefallen als andere von Kerstin Gier. Situationskomik, witzige Reaktionen oder humorvolle Dialoge gab es zwar, sie waren allerdings selten. "Ehebrecher und andere Unschuldslämmer" ist nur mittelmässiger Durchschnitt, ich empfehle andere Bücher der Autorin.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Gemeinsam lesen 20.10.2015




1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Die erstaunliche Wirklung von Glück - Susanne Rehlein (143/318)
Dies ist die Geschichte von Dorle. Sie lebt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und sie lässt sich von ihren Nachbarn als Concierge ausnutzen, obwohl sie gar nicht die Concierge ist aber was soll man machen, wenn plötzlich acht Topfpflanzen vor der Tür stehen mit dem Hinweis »Bitte gießen, verreise. MfG Bock«? Doch Dorle ist genügsam und zufrieden mit ihrem Leben. Ganz im Gegensatz zu Annegret Sonne, 84 und voller Lebenslust. Als Frau Sonne sich zu einer dreimonatigen Reise aufmacht, bittet sie Dorle, ihre Wohnung zu hüten. Nicht ohne Hintergedanken trägt sie ihr auf, genau die Dinge zu tun, mit denen sich die alte Dame sonst das Leben schön macht: im Bett Filme gucken und Pralinen essen, Wellnesstermine wahrnehmen, köstliche Gerichte kochen. Für jemanden wie Dorle ist das ganz schön herausfordernd. Sogar Dates hat sie plötzlich. Gut, die Männer sind alle über achtzig, aber sie behandeln sie wie eine Dame. So hat Joe, Dorles einziger Freund, alle Hände voll zu tun, um im Rennen zu bleiben. Doch dies wäre keine gute Geschichte, wenn es nicht ein paar Umwege und Sackgassen gäbe auf dem Weg zum zum Happy End, oder?

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Ich wollte nichts von Frau Sonne, obwohl die früher auch mal mehr Glamour hatte, als gesund sein konnte, ich wollte zu Ihnen."


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Zufällig lese ich zwei sehr ähnliche Bücher hintereinander. "Tage wie Salz und Zucker" und "Die erstaunliche Wirkung von Glück" ähneln sich doch sehr. Beide Bücher erzählen die Geschichte eine jungen Frau mit einer schweren Kindheit, beide Frauen wollen sich am liebsten verstecken und werden von energiegeladenen Außenseitern wieder zurück ins Leben gerettet, ob sie das wollen oder nicht.
"Tage wie Salz und Zucker" erzählt die Geschichte mit viel Humor in einem lockeren Schreibstil. "Die erstaunliche Wirkung von Glück" ist ernster, die Atmosphäre im Buch ist trauriger und auch wenn es manche witzige Momente gibt, überwiegt im Moment noch die Unsicherheit und die Einsamkeit der jungen Frau.


4. Wenn man eine Buchreihe liest, wird am Anfang der Bücher ja häufig ausführlich auf die Vorgänger verwiesen. Findest du das eher störend, oder gefällt dir diese Erinnerungsstütze??
Ich brauche solche Erinnerungsstützen, weil ich Bücher einer Reihe nicht gerne gleich hintereinander lese. Manchmal lese ich auch den zweiten oder fünften Teil einer Reihe, ohne die ersten Bücher zu kennen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie wertvoll ein paar Hinweise aus den Vorgängerbücher dann erst sind!

Montag, 19. Oktober 2015

Der Schneegänger - Elisabeth Herrmann

Erscheinungsdatum: 26. Januar 2015


Weitere Informationen
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Meine Meinung

Vier Jahre nach seiner Entführung wird die Leiche eines kleinen Jungen im Wald gefunden. Es ist die Studentin Sanela Beara, die dem Vater und auch der Mutter die schlimme Nachricht überbringen muss, gemeinsam mit dem wortkargen Kommissar Gehring. Eigentlich hatte der Kommissar die ehemalige Kollegin nur wegen ihrer Kroatischkenntnisse einsetzen wollen, danach sollte sie mit ihrem Studium weiterfahren und die Polizei ermittlen lassen. Aber Sanela ist eigenwillig, ungehorsam und denkt nicht daran, den Fall abzugeben, während der Täter frei herumläuft.

Das Buch ist spannend, packend, von Anfang an wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Sanela ist sympathisch, gleichzeitig aber auch leichtsinnig und so extrem risikobereit, dass man als Leser aufatmet, wenn sie ihr Kapitel lebendig überstanden hat. Glücklicherweise wechselt die Perspektive zwischen ihr und dem Leiter der Ermittlungen, Kommissar Gehring, so dass das arme Leserherz sich etwas beruhigen kann und der Leser sich gedanklich auf eine der vielen falschen Fährten festlegen kann, auf die Elisabeth Herrmann im Laufe der Geschichte lockt.

Traurig und stellenweise schwer zu ertragen fand ich manche Beschreibungen. Ich mag es nicht, wenn Kindesmisshandlung zur Unterhaltung benutzt wird, schon gar nicht wenn dadurch versucht wird Spannung aufzubauen. Das war hier nicht der Fall, das Thema wird angesprochen, so ernsthaft wie es in einem Krimi möglich ist ohne den Leser zu verlieren.

Leider war die Auflösung zum Schluss etwas unlogisch. Normalerweise würde ich dafür  einen Stern abziehen, aber durch die hohe Komplexität, die Spannung und die gute Unterhaltung verdient dieses Buch immer noch die Bestbewertung.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Tage wie Salz und Zucker - Shari Shattuck

Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2014
Übersetzer: Nicole Seifert


Weitere Informationen
Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werden. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt sie in einem Riesensupermarkt. Eines Tages trifft Ellen im Bus eine junge Frau: Temerity ist blind, sprüht vor Lebensfreude, hat keinerlei Berührungsängste. Sie ist der erste Mensch seit langem, der Ellen «sieht». Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist nichts mehr, wie es war. Temerity lockt Ellen gnadenlos aus der Reserve. Zusammen fangen die beiden ungleichen Freundinnen an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln sie jede Menge Staub auf ...

Meine Meinung

Ellens große Leidenschaft ist es, ihre Mitmenschen zu beobachten und diese Eindrücke gewissenhaft in ihrem Notizbuch festzuhalten. Aber sie möchte immer nur Zuschauer blieben, jeder weitere Kontakt zu Menschen ist eine Qual für sie und so hat sie sich Strategien zu recht gelegt, um gegenüber ihren Mitmenschen zu verschwinden und von niemandem wahrgenommen zu werden. Das ändert sich, als sich ein blindes Mädchen im Bus neben sie setzt, voller Energie und vollkommen immun gegen alle abfälligen Blicke.

Die Geschichte wird aus Ellens Sicht geschrieben und es ist faszinierend ihre Veränderungen mitzubekommen. Die anfängliche Panik vor jedem Kontakt, dann die Erkenntnis, dass das Leben spannender sein kann, wenn sie sich nicht immer in ihrem kleinen Zimmer einschließt, dass sie sich einmischen kann, dass auch sie Sachen bewegen kann. Ellen hat ihr Leben lang immer nur schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und nahm immer an, dass das an ihr lag. Es erstaunt sie, dass die lebensfrohe Temerity auch schlechte Erfahrung gemacht hat: "Ich war schon immer von der Freundlichkeit fremder Leute abhängig. ... Kann ich allerdings nicht empfehlen, die meisten sind Arschlöcher." Aber gemeinsam finden die Freundinnen Menschen, die Freundschaft verdienen, mischen sich da ein, wo sie es für richtig finden und trösten sich damit, dass böse Menschen nicht glücklich sein können.

Ich habe "Tage wie Salz und Zucker" genossen, es ist ein wunderbares Buch über Freundschaft das ich gerne weiterempfehle. Eine Fortsetzung gibt es auch schon, "Becoming Ellen" gibt es bisher allerdings nur auf englisch.

Montag, 12. Oktober 2015

Die stille Braut - Barbara Wendelken

Erscheinungsdatum: 14. September 2015

Weitere Informationen

Gerade erst von ihren Verletzungen genesen nimmt Oberkommissarin Nola van Heerden ihren Dienst wieder auf. Gleich ihr erster Fall führt sie erneut nach Martinsfehn. An einem Badesee findet man die als Braut zurechtgemachte Leiche einer jungen Frau, die vor vier Jahren aus einer Internatsschule für Gehörlose verschwunden ist. Bei ihren Ermittlungen stößt Nola auf ein düsteres Geheimnis. Bald gibt es weitere Tote und es scheint, als wäre der Täter ihr immer einen Schritt voraus …

Meine Meinung

Oberkommissarin Nola van Heerden wird zu einer Toten gerufen, die an einem einsamen Badesee aufgebahrt wurde. Sie hat ein Brautkleid an, neben stehen Blumen und brennende Kerzen. Schnell findet Nola heraus, dass es sich bei der Toten um ein gehörloses Mädchen handelt, das bereits vor vier Jahren verschwunden ist.

Sehr anschaulich wird das Dorf Martinsfehn und seine skurrilen Einwohner beschrieben: einsame Menschen, die sich komplett abkapseln, ältere Damen, die ihre Nachbarn ständig heimlich im Auge halten und ein Dorfwirt, der sich nichts entgehen lässt. Natürlich sind die Einwohner, sogar manche Polizisten überzeugt, dass in ihrem ruhigen Dorf kein Mörder umherläuft. Doch als wenig später ein weiterer Toter aufgefunden wird, bekommen verschiedene Menschen es mit der Angst zu tun, mit Todesangst, doch wer dunkle Geheimnisse vor der Oberkommissarin verbergen möchte, der tut alles, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Denn die Oberkommissarin Nola ermittelt sehr eifrig und mit viel Ehrgeiz, lässt sich weder einschüchtern noch durch arbeitsunwillige Kollegen aufhalten.

Es gibt viele Wendungen, immer wieder musste ich meine Spekulationen in andere Richtungen lenken, aber zum Schluss hat sich alles ganz logisch aufgelöst. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, von diversen Einwohnern wie zum Beispiel der Blumenverkäuferin über Renke, dem Polizisten mit einem Alkoholproblem, bis zu Nola der Oberkommissarin.

"Die stille Braut" ist ein unterhaltsamer und spannender Krimi zum Mitraten, den ich sehr gerne gelesen habe und genauso gerne weiterempfehle.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Zeit der Unschuld - Edith Wharton

Erscheinungsdatum: 21. September 2015
Ersterscheinung:  1920
Übersetzer: Andrea Ott


Weitere Informationen
Geld oder Liebe, Pflicht oder Leidenschaft – der ehrgeizige New Yorker Anwalt Newland Archer muss sich entscheiden: Will er sein Leben mit May Welland teilen, einer jungen Frau aus gutem Haus und wie geschaffen für sein berufliches Fortkommen? Oder steht er zu seinen Gefühlen für Mays Cousine Ellen Olenska, die im Begriff ist, gegen alle Konventionen zu verstoßen? Edith Wharton gelang mit dieser bewegenden Dreiecksbeziehung ein preisgekröntes Meisterwerk.

Newland soll Ellen zur Vernunft bringen. Zwar hatte man gerüchteweise von ihrem dunklen Eheleben gehört, doch was nun getuschelt wird, empört New Yorks High Society nicht minder: Ellen will sich von ihrem Mann trennen und nach Amerika zurückkehren. Ein Verhalten, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine Scheidung würfe zudem einen Schatten auf Newlands Verlobung mit Ellens Cousine May. Der junge Anwalt zaudert, seine Lebenspläne geraten ins Wanken. Edith Whartons erfolgreichster Roman hat sich spätestens mit der Verfilmung durch Martin Scorsese auch das deutsche Publikum erobert. Jetzt liegt «The Age of Innocence » endlich in einer Neuübersetzung vor.

Meine Meinung

Archer Newland ist ein junger, reicher Anwalt, der sich problemlos in der Gesellschaft von New York um die Jahrhundertwende bewegt. Seine Verlobte May ist eine ehrbare Frau und eigentlich genau die richtige für ihn, wenn es nach gesellschaftlichen Kriterien geht. Sein Leben würde auf gerader Schiene weiterlaufen, wäre da nicht Mays Cousine, die Gräfin Olenska. Gegen allen Gepflogenheiten und Anstandsregeln ist sie zusammen mit einem Sekretär vor ihrem untreuen Eheman fortgelaufen und will sich peinlicherweise auch noch scheiden lassen. Arthur Newland ist fasziniert von dieser Frau, die sich um ihren guten Ruf zu scheren scheint.

"Zeit der Unschuld" ist kein Buch das sich nebenbei liest. Am Anfang musste ich immer wieder zurückblättern, bis ich mir die vielen Namen gemerkt hatte. Manchen Büchern merkt man ihr Alter nicht an, diesem aber sehr deutlich. Seine Ersterscheinung war 1920. Der Schreibstil ist auf einem sehr hohen Niveau, aber altmodisch, an manchen Stellen langatmig und schwer zu lesen.

Insgesamt gibt das Buch eine schönes Bild von New Yorks High Society um 1870, von den vielen Zwängen, den unendlich vielen Regeln die es zu beachten gab und den Damen, älter aber auch jünger, die nichts anderes zu hatten, als über andere zu wachen und sich über jeden Fehltritt diebisch zu freuen. Die verschiedenen Personen werden sehr gut dargestellt, mit ihren Überlegungen, von was sie sich beeinflussen lassen, um Entscheidungen zu treffen und schließlich ihr Handeln, das manchmal komplett verschieden ist von dem was sie selbst wollen und denken. Auf jeden Fall weiss die Autorin wovon sie schreibt. Sie selbst war ein Kind der New Yorker Upper Class, heiratet einen älteren Banker von dem sie sich später scheiden lies.

Wer sich auf diesen Buch einlässt und sich Zeit nimmt, darf einen wunderbaren Blick auf die New Yorker Gesellschaft werfen. Empfehlen kann ich das Buch jedem, der auch schwierigere Bücher gerne liest und nicht davor zurückschreckt, sich durch ein Buch zu arbeiten. Edith Wharton wurde für dieses Buch im Jahr 1921 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

"Zeit der Unschuld" wurde von Martin Scorsese verfilmt. Einen Trailer gibt es hier:
https://www.youtube.com/watch?v=XjbqO2QhMMs



Vielen Dank an Blogg Dein Buch und den Manesse Verlag für "Zeit der Unschuld" 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Prix Goncourt 2015 - Deuxième Sélection

Gestern, am 6. Oktober wurde die "Deuxième Sélection" vom Prix Goncourt von der Académie Goncourt vorgestellt. Von den drei Bücher, die ich bisher gelesen habe, sind glücklicherweise schon zwei herausgeflogen. Das freut mich, dieser Preis soll nicht an ein alltägliches, durchschnittliches Buch vergeben werden, sondern ein wirklich hervorragendes Buch auszeichnen.

Deuxième Sélection Prix Goncourt 2015

Nathalie Azoulai Titus n’aimait pas Bérénice P.O.L.
Titus et Bérénice sont deux amants actuels. Titus est marié et ne veut pas divorcer pour Bérénice. Alors ils se quittent. Un jour, au plus fort de son chagrin, l'amoureuse abandonnée entend un vers de Bérénice (la pièce) : " Dans l'Orient désert quel devint mon ennui!" Ah, Racine et ses diérèses ("O-ri-ent"), où toute la souffrance du monde s'exprime en un simple chuintement mouillé... Rien de tel pour apaiser la douleur. Alors, Bérénice s'empare du tragédien et se livre à une étonnante reconstitution. Un récit dans le récit, système a priori pensant, mais qui permet à Nathalie Azoulai de se libérer de la contrainte historiographique, même si elle a nourri son roman des données disponibles. Sous sa plume, Racine passe un temps fou à polir son phrasé, recueille des confessions féminines pour écrire Phèdre, aime les comédiennes et surtout adule Louis XIV. Les échanges de regards enamourés avec le roi sont particulièrement réussis. Le tout est servi par une langue intense, où la politique, souvent courtisane, est pourtant toujours tragique, un peu comme chez Racine. C'est épatant et consolant.


Mathias Enard Boussole Actes Sud.
Franz Ritter, musicologue viennois, est insomniaque, sous le choc d'un diagnostic médical alarmant. Il fuit sa nuit solitaire dans ses souvenirs de voyages, d'études et d'émerveillements.


Hédi Kaddour Les Prépondérants Gallimard
En 1922, une équipe de tournage débarque à Nahbès, petite ville du Maghreb. Cette intrusion hollywoodienne, synonyme de modernité et de de liberté, bouleverse le quotidien des habitants et avive les tensions entre les notables traditionnels, les colons français et les jeunes nationalistes. De la collusion entre ces mondes et ces cultures naissent des destins et des histoires d'amour.

Simon Liberati Eva Stock
Un soir de l'hiver 1979, quelque part dans Paris, j'ai croisé une femme de treize ans dont la réputation était alors "terrible".
Vingt-cinq ans plus tard, elle m'inspira mon premier roman sans que je ne sache plus rien d'elle qu'une photo de paparazzi. Bien plus tard encore, c'est elle qui me retrouva à un détour de ma vie où je m'étais égaré.
C'est elle la petite fée surgie de l'arrière monde qui m'a sauvé du labyrinthe et redonné une dernière fois l'élan d'aimer. Par extraordinaire elle s'appelle Eva, ce livre est son éloge.

Alain Mabanckou Petit piment Seuil
L'histoire de Petit Piment, un jeune orphelin effectuant sa scolarité dans une institution d'accueil catholique. Lors de la révolution socialiste, il en profite pour s'évader. Adolescent, il commet toutes sortes de larcins. Il trouve refuge auprès de Maman Fiat 500 et de ses dix filles. Mais de nouvelles épreuves lui feront perdre la tête.

Tobie Nathan Ce pays qui te ressemble Stock
C'est dans le ghetto juif du Caire que naît, contre toute attente, d'une jeune mère flamboyante et d'un père aveugle, Zohar l'insoumis. Et voici que sa sœur de lait, Masreya, issue de la fange du Delta, danseuse aux ruses d'enchanteresse, le conduit aux portes du pouvoir. Voici aussi les mendiants et les orgueilleux, les filous et les commères de la ruelle, les pauvres et les nantis, petit peuple qui va roulant, criant, se révoltant, espérant et souffrant.
Cette saga aux couleurs du soleil millénaire dit tout de l'Egypte : grandeur et décadence du roi Farouk, dernier pharaon, despote à l'apparence de prince charmant, adoré de son peuple et paralysé de névroses. Arrivé au pouvoir de Gamal Abdel Nasser en 1952 et expulsion des Juifs. Islamisation de l'Egypte sousla poussée des Frères Musulmans, première éruption d'un volcan qui n'en finit par de rugir... C'est la chute du monde ancien, qui enveloppait magies et sortilèges sous les habits d'Hollywood. La naissance d'un monde moderne, pris entre dieux et diables.

Thomas B. Reverdy Il était une ville Flammarion
Ici, les maisons ne valent plus rien et les gens s'en vont, en les abandonnant purement et simplement ; la ville est en lambeaux. Nous sommes à Detroit en 2008 et une blague circule : que le dernier qui parte éteigne la lumière. On dirait que c'est arrivé. C'est dans cette ville menacée de faillite qu'Eugène, un jeune ingénieur français, débarque pour superviser un projet automobile. C'est dans un de ces quartiers désertés que grandit Charlie, Charlie qui vient, à l'instar de centaines d'enfants, de disparaître. Mais pour aller où, bon Dieu, se demande l'inspecteur Brown chargé de l'enquête. C'est là, aussi, qu'Eugène rencontrera Candice, la serveuse au sourire brillant et rouge. Et que Gloria, la grand-mère de Charlie, déploiera tout ce qui lui reste d'amour pour le retrouver.Thomas B. Reverdy nous emmène dans une ville mythique des États-Unis devenue fantôme et met en scène des vies d'aujourd'hui, dans un monde que la crise a voué à l'abandon. Avec une poésie et une sensibilité rares, il nous raconte ce qu'est l'amour au temps des catastrophes.

Boualem Sansal 2084 Gallimard.
L’Abistan, immense empire, tire son nom du prophète Abi, «délégué» de Yölah sur terre. Son système est fondé sur l’amnésie et la soumission au dieu unique. Toute pensée personnelle est bannie, un système de surveillance omniprésent permet de connaître les idées et les actes déviants. Officiellement, le peuple unanime vit dans le bonheur de la foi sans questions.
Le personnage central, Ati, met en doute les certitudes imposées. Il se lance dans une enquête sur l’existence d’un peuple de renégats, qui vit dans des ghettos, sans le recours de la religion…
Boualem Sansal s’est imposé comme une des voix majeures de la littérature contemporaine. Au fil d’un récit débridé, plein d’innocence goguenarde, d’inventions cocasses ou inquiétantes, il s’inscrit dans la filiation d’Orwell pour brocarder les dérives et l’hypocrisie du radicalisme religieux qui menace les démocraties.

Montag, 5. Oktober 2015

Die australischen Schwestern - Ulrike Renk

Erscheinungsdatum: 21. August 2015


Weitere Informationen
Australien, 1891. Das Leben von Carola, Mina und Elsa verändert sich schlagartig, als ihre Mutter kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt. Während Carola, die Älteste, ins ferne Deutschland geschickt wird, bleiben Mina und Elsa in Australien. So unterschiedlich sich die Lebenswege der drei jungen Frauen auch entwickeln, eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie geben nicht auf, wenn es darum geht, für ihre Träume zu kämpfen.

Eine hochemotionale Saga um das Leben dreier außergewöhnlicher Schwestern – nach einer wahren Geschichte.


Meine Meinung

Nach dem Tod von Minnie ziehen ihre vier jüngsten Kinder zu den Großeltern. Nur die Älteste, die 8jährige Carola wird auf Befehl ihres Vaters nach Deutschland gebracht, wo sie bei seiner kinderlosen Schwester leben soll.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der drei Schwestern erzählt. Carola erzählt über ihr Leben in Deutschland, Elsa und Mina wie es der grossen Familie in Australien ergeht. Nicht nur über sich selbst kann man lesen, sondern über jeden ihrer näheren Umgebung. Carola berichtet über den Bruder des Grossvaters und lernt ihre kleine Familie in Deutschland kennen, während es in Australien für Elsa und Mina vor Tanten nur so wimmelt. Die Geschwister werden erwachsen, aber das Band mit Carola reisst nicht, nie hören sie auf einander zu schreiben und einander zu vermissen. Mit den Jahren wird ihnen aber immer mehr bewusst, dass sie sich nicht wirklich kennen, trotz der vielen Briefe.

"Die australischen Schwestern" beruht auf einer wahren Geschichte. Es hat mich beeindruckt, wie die Autorin die verschiedenen Schicksale zu einer spannenden und gefühlvollen Geschichte verbindet und jeder Person ihren eigenen Charakterzug gibt. Sehr interessant fand ich auch die Einstreuungen über die Aborigines und ihren Glauben.

Das Buch liest sich angenehm und leicht. Am Anfang des Buches gibt es einen Stammbaum, so dass man sich als Leser schnell mit den vielen Personen zu Recht findet und immer weiss, wie sie miteinander verwandt sind.

"Die australischen Schwestern" hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es nur empfehlen, genauso wie sein Vorgänger, "Die Australierin".

Freitag, 2. Oktober 2015

Lügen, die von Herzen kommen - Kerstin Gier

Erscheinungsdatum: September 2002

Hanna hat keinen Freund. Und sie hat die klassische Eieruhrfigur. Zu beidem steht sie. Trotzdem muss man Letzteres ja nicht gleich ins Internet hinausposaunen. Prompt lernt sie beim Chatten "Boris" kennen, endlich den Mann, der all das zu haben scheint, was Hanna sich wünscht. Beim Online-Partnerschaftstest erreicht er 397 von 400 Punkten. Einem Real-Date steht nichts mehr im Weg. Wäre da nicht der neue Chef. Der ist nämlich viel charmanter als vermutet und ein ernsthafter Konkurrent für den 397-Punkte-Mann ...

Meine Meinung

Hanna soll einen Zeitungsartikel über Online-Dating schreiben und landet in einem Test-Chat, wo sie Boris kennenlernt. Boris ist der ideale Mann für sie, ihr Test ergibt eine fast vollkommene Übereinstimmung und einem Treffen steht nichts im Weg. Also fast nichts, nur von der Größe 42 möchte sie auf 36 kommen, wäre doch gelacht, wenn die paar Kilos, die sie weggeflunkert hat nicht auch durch Training verschwinden würden.

Wie so oft überzeugt Kerstin Gier auch in diesem Buch mit Humor, Wortwitz und zahlreichen Einfällen. Der Schreibstil ist locker und liest sich leicht. Das Ende hatte ich mir zwar denken können, aber das spielt keine Rolle. Es sind die kleinen witzigen Ideen und der Alltag, die der Geschichte ihren Charme geben. Absolut empfehlenswert!