Donnerstag, 17. September 2015

Un amour impossible - Christine Angot

Erscheinungsdatum: 19. August 2015

Pierre und Rachel leben Ende der 50er Jahre eine kurze und intensive Beziehung in Châteauroux. Pierre, gebildet und aus einer bürgerlichen Familie fasziniert Rachel, eine Angestellte bei der Sozialversicherung. Er weigert sich, sie zu heiraten, aber sie haben ein Kind zusammen. Rachel und Christine haben eine glückliche Mutter-Tochter Beziehung. Pierre sieht seine Tochter gelegentlich. Jahre später erfährt Rachel, dass er sie vergewaltigt. Der Schock ist gewaltig. Ein Gefühl der Schuld tritt nach und nach zwischen Mutter und Tochter.

So sanft und friedlich wie die Personen anfangs ihr Leben empfinden, so ist auch die Atmosphäre im Buch. Rachel und Pierre lieben sich, Pierre verschwindet aus Rachels Leben, dafür ist Christine da, ein süßes Mädchen, das ihre Mutter über alles liebt.

Das Leben der Familie wird in allen Einzelheiten erzählt. Persönlich mag ich solche ruhigen Geschichten, in denen der Alltag beschrieben wird, allerdings kann ich mir vorstellen, dass manche Leser etwas mehr Spannung von einem Buch erwarten.
Auch Leser, die schockierende Geschichten über Vergewaltigungen erwarten, brauchen nicht zu "Un amour impossible" zu greifen. Mehr als auf dem Klappentext steht, wird nicht verraten. Danach wird die Veränderung der Beziehung zwischen Mutter und Tochter beschrieben. Es kommt zu Streit, Christine erträgt ihre Mutter immer weniger. Jahrelang können sie nicht einmal zusammen essen, wenn ihre Mutter zu Besuch ist.

Sprachlich hat diese Geschichte mich nicht beeindruckt. Manche ellenlange Sätze waren nicht geistreich sondern schrien nach besserem Lektorat. Die vielen Wortwiederholungen von Christine waren verständlich als sie ein kleines Kind war, später hätte sie sich besser ausdrücken können oder wenigstens dem Leser manches ersparen sollen.

"Un amour impossible" von Christine Angot wurde für den Prix Goncourt 2015 nominiert. Mir hat die sanfte, ruhige Atmosphäre gefallen, die dann abrupt in einen Konflikt führt, wobei auch die Stimmung im Buch sich verändert. Dass es für den Preis reicht, wage ich allerdings zu bezweifeln.

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