Samstag, 12. September 2015

Au pays du p'tit - Nicolas Fargues

Erscheinungsdatum: 20. August 2015



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Romain Ruyssen reist nach Moskau um sein Buch zu bewerben. In "Au pays du p'tit" kritisiert er Frankreich und die Franzosen aufs Schärfste, er lässt kein gutes Haar an seinem Land und seinen Mitbewohnern. Auf dieser Lesereise profitiert er davon, jüngere Frauen ins Bett zu bekommen und schreibt zwischendurch immer wieder Mails oder SMS an seine Partnerin in Frankreich. Er ist, wie es eine seiner zahlreichen Geliebten sehr passend ausdrückt, ein "French Asshole".

Die Kritik an Frankreich ist natürlich aufgebauscht, manche Seitenhiebe enthalten einen Kern Wahrheit,  einiges habe ich einfach nur als böswillig empfunden. So werden alle Franzosen als "niais", als dämlich bezeichnet, und diese Dämlichkeit soll selbst frankophone Belgier, Schweizer und Kanadier treffen. Romain ist ein Schwarzseher, ein Nörgler. Anfangs mag sich das witzig lesen, aber mit der Zeit wirkt dieser geballte Frust nur noch negativ.

Zwischendurch werden Romains sexuelle Abenteuer detailreich beschrieben. Wie bei Houellebecq, übrigens laut Romain der einzige Schriftsteller, der kultivierte Leser  im englischsprachigen Ausland wirklich anspricht. Alle anderen Autoren werden nur wegen staatlichen Förderungen übersetzt.

Nicolas Fargues schreibt auf einem sehr hohen Niveau und wurde (deswegen?) für den Prix Goncourt 2015 nominiert. Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Übertriebene Schwarzseher gibt es genug, auf der Strasse, im Bus, im Internet, überall. Und auch wenn Romain sich deutlich besser ausdrücken kann als der durchschnittliche  Bürger, so hatte ich doch keinen Spass an diesem Buch.




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