Mittwoch, 2. September 2015

Alles Licht, das wir nicht sehen - Anthony Doerr

Erscheinungsdatum: 11. März 2015
Übersetzer: Werner Löcher-Lawrence

Weitere Informationen
Saint-Malo 1944: Die erblindete Marie-Laure flieht mit ihrem Vater, einem Angestellten des "Muséum National d'Histoire Naturelle", aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer. Verborgen in ihrem Gepäck führen sie den wahrscheinlich kostbarsten Schatz des Museums mit sich. Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert und landet auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, der die Résistance mit Daten versorgt... Hochspannend und mit einer außergewöhnlichen Sprachkunst erzählt Anthony Doerr die berührende Geschichte von Marie-Laure und Werner, deren Lebenswege sich für einen schicksalsträchtigen Augenblick kreuzen.

 

Meine Meinung

Saint-Malo im zweiten Weltkrieg: Marie-Laure, ein blindes Mädchen, flieht mit ihrem Vater von Paris nach Saint-Malo. Die beiden leben dort bei einem Onkel, der sich seit Jahren nicht mehr getraut hat, sein Haus zu verlassen. Ihre Haushälterin engagiert sich in der Résistance, zuerst nur mit kleinen Gemeinheiten gegenüber den Besatzern, aber später werden die Aktionen besser organisiert und gefährlicher.

Auf der anderen Seite lernt der Leser Werner kennen. Werner ist ein kleiner, deutscher Waisenjunge, der von einer liebevollen Frau gemeinsam mit anderen Kindern großgezogen wird. Er ist extrem klug, bastelt sich sein eigenes Radio zusammen und es dauert nicht lange, bis die Nazis auf ihn aufmerksam werden. Sie schicken ihn zuerst auf eine Eliteschule und danach quer durch besetzte Gebiete um versteckte Sender zu finden.

Fast nebenbei erfährt man, wie Marie-Laure sich in ihrer Umgebung zurecht findet. Zu Hause hat sie Fäden gezogen, auf den Boden geklebte Hilfen und eine strenge  Ordnung, draußen zählt sie Gullis und lernt ihre Umgebung durch ein Modell auswenig, das ihr Vater ihr geschnitzt hat. Werner ist ein Meister der Radiotechnik, er weiss, wie Radios gebaut werden, wie weit sie senden können und wie feindliche Funker geortet werden können. Werner ist kein Nazi, aber er will auf keinen Fall wie sein Vater in der Kohlengrube schuften und sterben. Deshalb macht er alles mit, was von ihm gefordert wird, auch wenn es falsch ist.

Die Geschichte springt zwischen Werner und Marie-Laure, und auch in der Zeit hin und her. So weiss man als Leser zwar, wer überleben wird, aber nicht was in der Zwischenzeit passiert ist und wie es so weit kommen konnte.

"Alles Licht, das wir nicht sehen" ist ein spannender und fesselnder historischer Roman, in einem schönen, fast schon märchenhaften Stil geschrieben, der im Kontrast steht zum schwer verdaulichen Inhalt. Ein Buch, das ich absolut empfehlen kann!



1 Kommentar :

  1. Das Buch ist schon auf meinem SuB und es wird hoffentlich bald gelesen...
    Liebe Grüße
    Martina

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