Freitag, 31. Juli 2015

Helden in Schnabelschuhen - Anselm Neft

Erscheinungsdatum: 18. August 2014


Weitere Informationen
Max und Katja haben gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen und wissen viel, nur nicht, was sie nun machen sollen. Als Katjas Cousin den beiden vorschlägt, mit der Mittelalterband "Kobold" auf Tour zu gehen, sagen sie zu. Bald schon tragen die beiden als "Theoprastus Bombastus von Witterschlick" und "Sancta Benedicta – Wanderpäpstin und Gegenhure" wallende Gewänder und schmucke Schnabelschuhe. Die sommerliche Deutschlandtour wird nach anfänglichem Chaos zu einem vollen Erfolg, doch zwischen dem übergewichtigen Max und Katja stimmt bald gar nichts mehr, ihre Beziehung wird täglich komplizierter.

Meine Meinung

Max ist ein intelligenter, deprimierter und übergewichtiger junger Mann mit abgeschlossenem Philosophiestudium, der keinen Plan hat, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Mehr oder weniger freiwillig schliesst er sich mit Katja einer mittelalterlichen Musiktruppe an. In Katja ist er verliebt, traut sich aber nicht, es ihr zu sagen.

Die Reden von Katja zwischen den Musikstücken beim Auftritt der Musikgruppe waren die Höhepunkte des Buches. Sie hat eine furchtlose, freche Art, den Zuschauern ihre Ideen zu erzählen, Philosophie selbst auf Mittelaltermärkten einzubringen und Menschen damit in den Bann zu schlagen und die Leser mit ihren Gedanken zu faszinieren.

Max war mir nicht sympathisch. Sein destruktiver Humor hat mir nicht gefallen, das alles zertrampeln und schlecht reden, sein ewiges Gejammer und sich selber Leid tun hat mich genervt. Ich weiss, er hat Depressionen, aber für eine fiktive Romanfigur mache ich mir keine Mühe, Verständnis aufzubringen. Seine Gedanken sind genau so philosophisch wie die seiner Freundin Katja, doch seine sind noch schräger, und wenn er gerade unter Alkohol oder Drogen steht, nur noch sehr schwer verständlich.

"Helden in Schnabelschuhen" ist ein Buch für Freunde von Mittelaltermärkten und von Philosophiefans. Ich hatte meine Freude an manchen schönen Sätzen, manchen Ideen, und den vielen coolen Sprüchen, aber so richtig konnte der Funke nie überspringen.

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