Mittwoch, 3. Juni 2015

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran - Eric-Emmanuel Schmitt

Erscheinungsdatum: 14. September 2004
Übersetzer: Annette Bäcker, Paul Bäcker

Über Eric-Emmanuel Schmitt

Als Theaterautor erregte Eric-Emmanuel Schmitt zunächst mit "Der Besucher" Aufsehen. Schnell wurde das Stück, in dem Sigmund Freud und (möglicherweise) Gott aufeinandertreffen, ein Klassiker, der international regelmäßig auf die Bühnen gebracht wird. Weitere Stücke folgten, außerdem Erzählungen, Kurzgeschichten und Romane. Zu den bekanntesten Titeln gehören "Schule der Egoisten", "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" und "Mein Leben mit Mozart". Auch als Regisseur machte sich Eric-Emmanuel Schmitt einen Namen, indem er "Odette Toulemonde" und "Oskar und die Dame in Rosa" fürs Kino adaptierte. Schmitt besuchte eine Pariser Eliteschule und promovierte in Philosophie. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der "Kölner Theaterpreis" (2000) und der "Deutsche Bücherpreis" (2004).

Kurze Zusammenfassung

Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, daß dieser noch nichts gemerkt hat. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur ››der Araber an der Ecke‹‹ ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt , auch die des Glücks und des Lächelns. Moses ist erst elf und lebt mit seinem Vater, einem schweigsamen und melancholischen Mann, in einer düsteren Wohnung. Er führt ihm den Haushalt, und ab und an legt er vom Haushaltsgeld etwas auf die Seite für einen Besuch bei den Mädchen in der Rue de Paradis. Laufen die Dinge mal nicht nach seiner Vorstellung, holt er sich Rat bei Monsieur Ibrahim, der in jeder Lebenslage etwas Passendes in seinem Koran zu finden weiß. Moses spürt, auf Monsieur Ibrahim, der Tag um Tag unverrückbar in seinem Laden sitzt, ist Verlaß. Als die Geschichte mit seinem schwermütigen Vater die schlimmstmögliche Wendung nimmt, findet er in ihm einen zuverlässigen Freund. Die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, und Moses erfährt, daß nicht alle Dinge so sind, wie sie scheinen. Denn Monsieur Ibrahim ist kein Araber, genauso wenig, wie die Rue Bleue blau ist. »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« wurde im Jahr 2004 mit Omar Sharif als Monsieur Ibrahim verfilmt.


Zitate

»Ich bin kein Araber, Momo, ich komme vom Goldenen Halbmond.«

»Das eben ist der Luxus, Momo, nichts im Schaufenster, nichts im Laden, alles im Preis.«

»Durch Monsieur Ibrahim begriff ich, daß die Juden, die Muselmanen und sogar die Christen sich einen Haufen bedeutender Männer teilten, bevor sie damit begannen, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen.«

»Wenn man wirklich etwas lernen möchte, dann nimmt man sich kein Buch, dann spricht man mit jemandem.«

»Die Langsamkeit ist das Geheimnis des Glücks.«

Meine Meinung

Moses lebt allein mit seinem Vater, seine Mutter hat die beiden schon kurz nach seiner Geburt verlassen. Er kocht für den Vater und macht den Haushalt, bestiehlt ihn, seit sein Vater ihn des Stehlens verdächtigt hat. Seine Konserven kauft oder klaut er bei Monsieur Ibrahim, dem Araber um die Ecke. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Monsieur Ibrahim ist glücklich und ausgeglichen, während Moses voller Selbstzweifel ist.

Ich mochte den Schreibstil mit dem diese Geschichte erzählt wurde. Die Geschichte ist leicht zu lesen und sehr liebevoll geschrieben. Aber man sollte sich Zeit dafür nehmen, um sie zu geniessen und wie Monsieur Ibrahim mit der Langsamkeit entspannen und glücklich werden.



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