Montag, 29. Juni 2015

Wald - Doris Knecht

Erscheinungsdatum: 6. März 2015


Weitere Informationen
Eine Frau allein in einem abgelegenen Haus in den Voralpen: Marian haust primitiv, in unfreiwilliger Autarkie, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, hatte Marian Mode entworfen und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott, zum völligen Rückzug. Aber auch der Versuch, im geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird für Marian zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner. Und sie muss sich arrangieren, in neuen Abhängigkeiten: Der reiche Grundbesitzer Franz versorgt sie mit dem Nötigsten – nicht ganz uneigennützig. Im Dorf feindet man die Außenseiterin immer mehr an. Als sie beschimpft und bedroht wird, muss Marian sich den Dingen stellen. Was ist das nun eigentlich mit Franz? Und wie kann sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Stückweise enthüllt der Roman Marians Sturz, schnell und unverblümt erzählt er, wie sie sich in ihrem neuen, archaischen Leben zu behaupten lernt. Eine starke, gefallene Frau mit dem Willen zum Neuanfang, und das Dasein auf dem Land als Spiegel einer brüchigen bürgerlichen Welt – in «Wald» findet Doris Knecht nicht nur einen unverwechselbaren Ton, sie erzählt auch auf mitreißende Weise davon, wie es ist, wenn man sein schönes Leben auf einen Schlag verliert.

Meine Meinung

Marian Malin war Modedesignerin und hat ein behütetes, reiches und verwöhntes Leben geführt. Irgendwann ging alles den Bach hinunter. Nur ein altes Haus ihrer Tante ist ihr geblieben, dort versucht sie zu Überleben, trotz eisiger Kälte und Hunger. Sie verfeuert Möbel, zuerst die hässlichen, klobigen, später auch die Schönen. Dann taucht Franz auf, der ihr hilft, natürlich nicht umsonst, auch auf dem Land muss man für alles bezahlen.

"Wald" ist kein Buch, das sich von selbst liest, sondern man muss sich Zeit nehmen, sich Mühe machen, um schöne Sätze und gelungene Beschreibungen zu geniessen.
Es ist sicher nicht leicht, ein Buch ohne Handlung und ohne Spannung zu schreiben, indem man nur einen einzigen, banalen Tag beschreibt, gemischt mit sehr vielen Erinnerungen. An manchen Stellen ist das in "Wald" gelungen, aber oft ist das Buch nicht nur ruhig, sondern langweilig, wenn auch immer richtig gut geschrieben.

Am Anfang hatte ich noch Hoffnung, dass irgendetwas passiert an diesem Tag, im Wald, im Haus oder später mit Franz. Ich wartete darauf, dass Marian sich an etwas erinnert, etwas Wichtigeres als ihre Restaurantbesuche, Therapien und sonstigem Angeberkram, wie sie es selbst nennt und den sie auch noch stolz bei Facebook zum Besten gab.

Nach dem letzten Viertel wurde es schwer, "Wald" überhaupt zu beenden. Zu wenig bis gar keine Handlung, dafür belangloses Geplapper. Doris Knecht konnte mich mit diesem Buch nicht überzeugen und zum Schluss habe ich das Buch ziemlich frustriert zugeklappt. Hervorragend geschriebene Langeweile.

Montagsfrage: Schreibst du dir während des Lesens Zitate auf?





Ich zitiere oft und schreibe zwischen dem Lesen meine Gedanken für die Bewertung auf. Von manchen Büchern bin ich am Anfang begeistert, in der Mitte gelangweilt und zum Schluss bin ich froh, dass ich es durch habe. Ohne Notizen hätte ich gar nicht mehr so richtig gewusst, wie begeistert ich war und was genau mir anfangs so gut gefallen hat. Zitate helfen beim Erinnern.
Es kommt allerdings selten vor, dass ich Zitate in Bewertungen benutze, weil sie, aus dem Kontext gerissen, nicht unbedingt ein richtiges Bild vom Buch abgeben.


Schreibst du dir während des Lesens Zitate auf?


Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Freitag, 26. Juni 2015

Tödliche Oliven - Tom Hillenbrand

Erscheinungsdatum: 6. November 2014

Weitere Informationen
»Schlitzohr in Kochschürze – Xavier Kieffer hat es faustdick unter der Kochmütze.« Saarländischer Rundfunk Einmal im Jahr gönnt sich der Koch und Gourmet Xavier Kieffer einen Ausflug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt er in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf mit einem Laster voller Wein und Öl zurück nach Luxemburg. Diesmal geht der Trip allerdings gehörig schief. Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Hat der Ölhändler krumme Geschäfte getätigt? Kann Kieffer seinen Freund finden, bevor es zu spät ist?



Meine Meinung


Der luxemburgische Koch Xavier Kiefer soll mit seinem Schulfreund Alessandro nach Italien fahren um vor Ort Wein und Olivenöl zu kaufen. Doch bereits ein paar Tage früher bricht der Freund alleine nach Italien auf, in Hektik, fast schon in Panik. Seine Frau macht sich Sorgen und bittet den Koch, sich auf die Suche nach Alessandro zu machen.

Die Krimireihe mit dem Kochermittler drehen sich alle um Tricksereien mit Lebensmittel, diesmal geht es um die Panscherei von Olivenöl. Die Italiener lieben ihr Öl. Pro Jahr produzieren sie 300.000 Tonnen, konsumieren 600.000 und verkaufen 400.000 Tonnen ins Ausland. Xavier Kiefer ermittelt und stößt auf Praktiken, wie man aus Abfall noch Öl gewinnen kann oder wie Olivenöl aus der Türkei als italienisches Öl verkauft werden kann. Aber er lernt auch wie man Olivenöl kostet und dass er "Pfeffrig, fruchtig und bitter" schmecken soll.

Dieses Wissen gewinnt der Koch, genauso wie der Leser, erst nach und nach, durch spannende Ermittlungen in Italien und in Luxemburg, er (der Koch, nicht der Leser) wird dabei gejagt, gerät in Gefahr und tut alles um seinen Freund zu retten.

"Tödliche Oliven" hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus Informationen und Unterhaltung ist in diesem Buch hervorragend gelungen, die Geschichte ist glaubwürdig, und dem Autor gelingt es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu halten.


Reihenfolge der kulinarischen Luxemburg-Krimis:
Teufelsfrucht
Rotes Gold
Letzte Ernte
Tödliche Oliven

Mittwoch, 24. Juni 2015

Grey: Fifty Shades of Grey as told by Christian - E. L. James

Englische Ausgabe: 18. Juni 2015
Deutsche Ausgabe: 21. August 2015


Christian Grey hat in seiner Welt alles perfekt unter Kontrolle. Sein Leben ist geordnet, diszipliniert und völlig leer – bis zu jenem Tag, als Anastasia Steele in sein Büro stürzt. Ihre Gestalt, ihre perfekten Gliedmaßen und ihr weich fallendes braunes Haar stellen sein Leben auf den Kopf. Er versucht, sie zu vergessen und wird stattdessen von einem Sturm der Gefühle erfasst, den er nicht begreift und dem er nicht widerstehen kann.

 

 

 



Meine Meinung

Fifty Shades of Grey aus der Sicht von Christian Grey: Es war von Anfang an klar, das E.L. James ihren Lesern keine neue Geschichte bieten würde. Doch man kann ein Buch in eine andere Perspektive umschreiben, indem man neue Ereignisse, unbekannte Dialoge erfindet, die man dann hin und wieder in bekannte Szenen fließen lässt. Oder man macht es sich ganz einfach und schreibt Satz für Satz das ganze Buch um. Frau James hat die zweite Methode gewählt, wohl wissend, dass das Geld genauso auf ihr Konto rauschen wird, ob sie sich Mühe macht oder nicht.

In der ganzen Trilogie war Grey eine machtvolle Person, die sich durch viel Disziplin immer im Griff hatte, von der weder Ana noch der Leser wirklich wussten, was er dachte und was er im nächsten Augenblick tun würde. In "Grey" wird diese geheimnissvolle Aura zerstört. Dem Leser wird alles bis ins kleinste Detail zerkaut und vorgekaut. Grey kommt dabei gar nicht gut davon. Es wird deutlich, dass Grey vom Leben, von Freundschaft und von der Liebe keine Ahnung hat.

Grey ist ein langweiliger Wichtigtuer und ich ein gelangweilter Leser. Keine Leseempfehlung, ich rate vom Kauf ab. Ein nächstes Buch von Frau James werde ich nicht mehr lesen.

Dienstag, 23. Juni 2015

Literaturplausch #6


Die Zeit rennt. Der letzte Literaturplausch von Frau Hauptsachebunt habe ich vor fast einem Monat.

#reading
Mit viel Vorsicht lese ich im Moment "Tödliche Oliven" von Tom Hillenbrand. Sein erstes Buch, "Teufelsfrucht" hat mir sehr gut gefallen, das zweite hatte ich abgebrochen, weil es eine wirklich eklige Essgewohnheit enthielt. An sein drittes Buch habe ich mich erst nach einem "Vorleser" getraut. Die Bücher sind gut geschrieben und spielen alle größtenteils in Luxemburg.

 #Zitat
"Der Zweck des Geldverdienens sollte das Glück der Menschen sein, nicht umgekehrt." Dalai Lama

#newin
Ich habe meine Wunschliste durchgesehen und sie radikal geleert. Von den über 80 Büchern auf der Liste, waren fast keine, die ich wirklich Lust hatte zu lesen. Jetzt sind es nur noch mickrige 7 Bücher. Als nächstes lese ich "Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin" von Tania Kinkel.

#woanders
Lora hat einen schönen Beitrag über Blogtouren  geschrieben. Ich hatte eine Blogtour verfolgt, die ich als sehr aggressive Werbung empfunden habe und seitdem habe ich keinen einzigen weiteren Link mit Blogtour im Titel angeklickt. Vielleicht zu Unrecht. Als ich eben ein paar Blogtouren durchgelesen habe, habe ich eher Information als Manipulation gefunden. Allerdings wird meine liebste Art, Bücher zu entdecken immer die Leserunde ohne Autor bleiben, mit ehrlichen, ungeschönten Kommentaren und Diskussionen

Montag, 22. Juni 2015

Montagsfrage: Welche(s) Buch/Bücher würdest du gerne mal in der Originalsprache lesen, wenn du könntest?





Mir fällt kein Buch ein, das ich unbedingt in der Originalsprache lesen möchte. Die Übersetzer machen ihren Job gut und ich bin überzeugt, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn ein Buch mir nicht gefällt.
Allgemein lese ich deutsche und französische Bücher im Original. Englische Bücher lese ich nur im Original, wenn es eine große Preisdifferenz gibt, oder wenn ich nicht auf die Übersetzung warten möchte.

Gibt es ein Buch, das du gerne in Originalsprache lesen würdest?


Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Freitag, 19. Juni 2015

Das Lied des blauen Mondes - Natalie Simon

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2015

Weitere Informationen
Ein Lied für dich Juliette hat gerade ihre unglückliche Beziehung beendet und will jetzt vor allem eins: in Ruhe Möbel restaurieren. Doch plötzlich taucht ihre kapriziöse Tante Manon auf, die in den 60ern eine erfolgreiche Chansonnière war. Sie ist nach Paris zurückgekehrt, um ein Erbe anzutreten, das Erinnerungen an eine Zeit voller Leidenschaft und Musik weckt. Und an ihre eine, große Liebe. An die glaubt Juliette schon lange nicht mehr. Doch dann tritt Gérard in ihr Leben, und Manon zeigt ihr, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen. Eine zauberhafte Liebesgeschichte, leicht wie ein Chanson und très français!



 

 

Meine Meinung


Juliette hat sich von ihrem langjährigen Freund getrennt und möchte sich noch nicht auf Gérard einlassen, der nichts unversucht lässt, um sie von seinen Qualitäten zu überzeugen. Ihre Tante, die siebzigjährige Manon hatte die große Liebe gefunden, doch sie wurde durch widrige Umstände von ihrer Liebe getrennt. Jetzt, nach vierzig Jahren, kehrt sie zum ersten Mal zurück nach Paris.

Juliette begleitet den Leser durch Paris, wo sie in einer Boulangerie ein Baguette kauft, das sie später mit rotem Wein und Käse essen will. Französische Stimmung pur! Anfangs tauchen immer wieder französische Wörter und Sätze auf, doch selbst ohne Französischkenntnisse versteht man problemlos was gemeint ist.

Je weiter man liest, desto tiefer taucht man in Frankreich ein. Zuerst entdeckt man Paris, seine Denkmäler, Sehenswürdigkeiten, Métros und Straßennamen, dann geht es weiter durch Frankreich, durch Dörfer und Städte. Später wird auch Frankreichs dunkle Vergangenheit erwähnt, die Zeit der Résistance und der Besetzung. Frankreich bildet das ganze Buch über die attraktive Kulisse für die Liebesgeschichte der beiden Frauen.

"Das Lied des blauen Mondes" hat mich begeistert, mit seiner gefühlvollen und starken Schreibweise, seiner Begeisterung für französische Chansons, seiner Liebe zu Frankreich und vor allem zu Paris. "Das Lied des blauen Mondes" ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die ich gerne weiterempfehle.


Vielen Dank an den Aufbau Verlag für "Das Lied des blauen Mondes"

Montag, 15. Juni 2015

Montagsfrage: Sind deine Erfahrungen mit Indie-Autoren/Selfpublishern eher positiv oder eher negativ?




Eben habe ich meine Leseliste durchgeschaut und festgestellt, dass ich ein einziges Buch von Indie Autoren/Selfplublishern bewertet habe. Alle anderen konnte ich nicht bewerten, weil ich sie abgebrochen  oder gar nicht erst angefangen habe.
Es interessiert mich sehr wenig, ob die feuerspeiende Vampire sich gegen die göttlichen Dämonen durchsetzen oder ob der perfekt aussehende Gentlemen eine der schmachtenden Jungfrauen heiratet. Ich mag Bücher "normal". Mit einem kleinen Mord, einer Prise Liebeskummer oder ein paar schönen Sätzen bin ich ganz zufrieden.
Im Indiebereich habe ich das bisher nicht gefunden. Die Bücher waren entweder hoffnungslos übertrieben, kitschig, unglaubwürdig oder unverständlich. Meine Erfahrungen sind bisher also negativ und in meinem Hinterkopf lauert da immer die Frage: Warum wurde das Buch nicht von einem Verlag veröffentlicht? War es nicht gut genug?

Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Sonntag, 14. Juni 2015

Die verbotene Zeit - Claire Winter

Erscheinungsdatum: 15. April 2015

Weitere Informationen
1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...

Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...


Meine Meinung


England 1975: Carla hat nach einem Autounfall ihr Gedächtnis verloren und den Eindruck, dass ihr Informationen vorenthalten werden. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen, was nicht jedem gefällt.

Berlin 1936: Dora und Edith sind, trotz unterschiedlichster Herkunft, beste Freundinnen. Die Zeiten sind schwer, doch die beiden halten zusammen.

Die Geschichte wechselt zwischen diesen beiden Zeitebenen ab. England hat mich von Anfang an fasziniert. Es gibt ein Geheimnis in der Gegenwart und gleich zwei in der Vergangenheit, die Carla auflösen möchte und die den Leser gespannt weiterlesen lassen. Was verschweigt man Carla und was ist mit ihrer Schwester passiert? Wer war dieser fremde Mann? Wer ist Freund, wer ist Feind? Selbst ihr Vater benimmt sich komisch.

Die Vergangenheit liest sich anfangs viel weniger spannend. Zwischen den beiden Freundinnen herrscht durchgehend Friede Freude Eierkuchen, ausnahmslos und das über Jahre hinweg. Das arme Dienstmädchenkind wird von der reichen Familie verwöhnt, bleibt trotzdem bodenständig und immer ohne Fehl und Tadel. Das hätte ich mir entweder kürzer oder glaubwürdiger gewünscht.
Mit Kriegsbeginn ändert sich die Stimmung, Probleme tauchen auf und die Geschichte geht in die Tiefe. Allerdings bleibt das Kriegsgeschehen immer im Hintergrund und gibt lediglich bekanntes Wissen weiter. Brutale Kriegsverbrechen oder das Leben der Gefangenen im KZ werden höchstens gestreift.

Das Buch ist in einem leicht zu lesenden und unterhaltsamen Schreibstil verfasst, es ist spannend mit kleinen Informationshäppchen im richtigen Moment, die den Leser an die Geschichte fesseln und ihn gespannt weiterlesen lassen.

"Die verbotene Zeit" verspricht am Anfang viel und ich wurde nicht enttäuscht. Wer spannende Geschichten mit vielen Familengeheimnissen  vor historischem Hintergrund sucht, liegt mit diesem Buch genau richtig.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Die Widerspenstigkeit des Glücks - Gabrielle Zevin

Erscheinungsdatum: 11. Mai 2015
Übersetzer: Renate Orth-Guttmann

http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Widerspenstigkeit-des-Gluecks-Roman/Gabrielle-Zevin/e476747.rhd
Weitere Informationen

Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …

 

 

 

 

Meine Meinung

A.J. findet nach dem Unfalltod seiner Frau keinen Gefallen mehr am Leben, tagsüber betreibt er seinen Buchladen nur noch halbherzig, abends betrinkt er sich regelmässig bis zur Besinnungslosigkeit. Als dann auch noch sein wertvollstes Buch verschwindet, das seine Pension finanzieren sollte, schließt er seinen Buchladen nicht einmal mehr ab. Wie geplant, stiehlt niemand etwas, allerdings sitzt irgendwann ein Kleinkind in der Kinderbuchabteilung, das sein Leben komplett auf den Kopf stellt.

„Das Ärgerlichste aber ist, dass dir, wenn dir erst mal eine Sache am Herzen liegt, im Lauf der Zeit alles wieder wichtig wird.”

Als Leser begleitet man Maya, A.J., ihre Familie und Bekannten durch die Jahre, durch Höhen und Tiefen, stets begleitet von Büchern. Bücher sind überall, ob in Form des Buchladens, Buchbestellungen, Buchbewertungen, Buchclubs oder Lesegruppen, in ihrem Leben dreht sich alles rund um Bücher. Ich habe das gerne gelesen und ich wäre mit einem friedlichen, ruhigen und vor allem buchigen Ende sehr zufrieden gewesen.

Leider wurde meine Hoffnung nicht in erfüllt, sondern der Wunsch (oder der Befehl) vom irgendjemand, der nach viel Drama geschrien hat. Drama gab es, schnell und halbherzig umgesetzt. Das ist schade, und zusätzlich zu den vielen Schicksalsschlägen, die alle irgendwann während der Geschichte eingeschlagen sind, auch übertrieben. Nur ein paar umgeänderte Seiten hätten den Leser das Buch mit einem Lächeln zugeklappen lassen.

"Die Widerspenstigkeit des Glücks" ist ein Buch für Leser, die Bücher lieben. Leider, wenn auch ganz knapp, wurde es kein Wohlfühlbuch.

Montag, 8. Juni 2015

Montagsfrage: Das letzte Buch, das du neu gekauft hast?





Das letzte Buch was ich gekauft habe, war "Luxemburger Mord Im Cercle" von Martine Ventura.
Martine Ventura Luxemburger Mord Im Cercle
Sylvie Bertrand hat zur Eröffnung ihrer Kunstausstellung im Cercle eingeladen. Noch bevor sie mit ihrer Begrüßungsrede beginnen kann, bricht ein Kunstkritiker vergiftet zusammen. Wollte sich jemand an ihm rächen? Oder sollte ein anderer Gast das Opfer sein? Als die Künstlerin von der Polizei verhört wird, will sie ihre Unschuld beweisen. Sie beauftragt Carmen, als Privatdetektivin zu ermitteln und bringt diese mehrmals in eine brenzlige Situation...



Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Neuigkeiten von der Académie Goncourt


Goncourt du 1er Roman 2015

Kamel Daoud - Meursault,contre enquête (Actes Sud)
Ein Mann führt Selbstgespräch in einer Bar. Er ist der Bruder des Arabers, der von Meursault getötet wurde, in "L'Etranger", dem berühmten Roman von Albert Camus. Er beabsichtigt, seine Version der Geschichte zu erzählen, und seinem Bruder ein Gesicht zu geben, was die Literatur ihm verweigert hatte indem sie ihn nur den Araber nannte







Goncourt de la Nouvelle 2015

Patrice Franceschi - Première personne du singulier (Points)


Goncourt de la Poésie 2015

William Cliff für sein Gesamtwerk (Gallimard) 


Goncourt de la Biograpghie 2015

Jean-Christophe Attias - Moïse, fragile (Alma)



Die Académie Goncourt empfiehlt folgende Bücher als Sommerlektüre 2015:

Vassilis Alexakis La Clarinette Seuil
Raphaëlle Bacqué Richie Grasset
Michel Bernard Les Forêts de Ravell La Table ronde Gallimard
François Bellec Le Testament de Lapérouse JC Lattès
Pierre Boncenne Le Parapluie de Simon Leys  P. Rey
Alain Borer De quel amour blessée Gallimard
Teresa Cremisi La Triomphante Equateurs
Benoît Duteurtre La Nostalgie des buffets de gare Payot
Alexis Jenni La nuit de Walenhammes Gallimard
Gilles Lapouge Nuits tranquilles à Belem Arthaud
Jean Noël Liault Elsa Triolet et Lili Brik, les sœurs insoumises R. Laffont
Alexandre Postel L'Ascendant Gallimard
Tatiana de Rosnay Manderley for ever A.Michel-H. d’Ormesson
Thiphaine Samoyault Roland Barthes Seuil
Michel Tournier Lettres parlées à son ami allemand Helmutt Waller Gallimard

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran - Eric-Emmanuel Schmitt

Erscheinungsdatum: 14. September 2004
Übersetzer: Annette Bäcker, Paul Bäcker

Über Eric-Emmanuel Schmitt

Als Theaterautor erregte Eric-Emmanuel Schmitt zunächst mit "Der Besucher" Aufsehen. Schnell wurde das Stück, in dem Sigmund Freud und (möglicherweise) Gott aufeinandertreffen, ein Klassiker, der international regelmäßig auf die Bühnen gebracht wird. Weitere Stücke folgten, außerdem Erzählungen, Kurzgeschichten und Romane. Zu den bekanntesten Titeln gehören "Schule der Egoisten", "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" und "Mein Leben mit Mozart". Auch als Regisseur machte sich Eric-Emmanuel Schmitt einen Namen, indem er "Odette Toulemonde" und "Oskar und die Dame in Rosa" fürs Kino adaptierte. Schmitt besuchte eine Pariser Eliteschule und promovierte in Philosophie. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der "Kölner Theaterpreis" (2000) und der "Deutsche Bücherpreis" (2004).

Kurze Zusammenfassung

Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, daß dieser noch nichts gemerkt hat. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur ››der Araber an der Ecke‹‹ ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt , auch die des Glücks und des Lächelns. Moses ist erst elf und lebt mit seinem Vater, einem schweigsamen und melancholischen Mann, in einer düsteren Wohnung. Er führt ihm den Haushalt, und ab und an legt er vom Haushaltsgeld etwas auf die Seite für einen Besuch bei den Mädchen in der Rue de Paradis. Laufen die Dinge mal nicht nach seiner Vorstellung, holt er sich Rat bei Monsieur Ibrahim, der in jeder Lebenslage etwas Passendes in seinem Koran zu finden weiß. Moses spürt, auf Monsieur Ibrahim, der Tag um Tag unverrückbar in seinem Laden sitzt, ist Verlaß. Als die Geschichte mit seinem schwermütigen Vater die schlimmstmögliche Wendung nimmt, findet er in ihm einen zuverlässigen Freund. Die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, und Moses erfährt, daß nicht alle Dinge so sind, wie sie scheinen. Denn Monsieur Ibrahim ist kein Araber, genauso wenig, wie die Rue Bleue blau ist. »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« wurde im Jahr 2004 mit Omar Sharif als Monsieur Ibrahim verfilmt.


Zitate

»Ich bin kein Araber, Momo, ich komme vom Goldenen Halbmond.«

»Das eben ist der Luxus, Momo, nichts im Schaufenster, nichts im Laden, alles im Preis.«

»Durch Monsieur Ibrahim begriff ich, daß die Juden, die Muselmanen und sogar die Christen sich einen Haufen bedeutender Männer teilten, bevor sie damit begannen, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen.«

»Wenn man wirklich etwas lernen möchte, dann nimmt man sich kein Buch, dann spricht man mit jemandem.«

»Die Langsamkeit ist das Geheimnis des Glücks.«

Meine Meinung

Moses lebt allein mit seinem Vater, seine Mutter hat die beiden schon kurz nach seiner Geburt verlassen. Er kocht für den Vater und macht den Haushalt, bestiehlt ihn, seit sein Vater ihn des Stehlens verdächtigt hat. Seine Konserven kauft oder klaut er bei Monsieur Ibrahim, dem Araber um die Ecke. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Monsieur Ibrahim ist glücklich und ausgeglichen, während Moses voller Selbstzweifel ist.

Ich mochte den Schreibstil mit dem diese Geschichte erzählt wurde. Die Geschichte ist leicht zu lesen und sehr liebevoll geschrieben. Aber man sollte sich Zeit dafür nehmen, um sie zu geniessen und wie Monsieur Ibrahim mit der Langsamkeit entspannen und glücklich werden.



Dienstag, 2. Juni 2015

Amazing Summer Reads

 
 
Vor einigen Tagen wurde eine neue Challenge erstellt, 
Ziel der Challenge ist es, so viele Sommerbücher wie möglich zu lesen. Dabei kann man pro Buch Punkte sammeln, aber auch bei Leserunden, Monatsaufgaben und einigem mehr.
 
Die Challenge geht vom 1. Juni bis 30. September.
 

Meine Punkte:

Info-Artikel auf Blog: + 3

Bücher Juni - Roadtrip
Alle Bücher können angerechnet werden, in denen es um einen Roadtrip geht oder in denen ein Roadtrip vorkommt.

Bücher Juli - Hitzewelle
Ob Young Adult, New Adult oder Erotik-Roman: im Juli könnt ihr alle Bücher anrechnen lassen, in denen es in Sachen Liebe heiß hergeht. Außerdem zählen Bücher dazu, auf denen ein Paar abgebildet ist und ja, auch homoerotische Romane lassen wir natürlich gelten.

Bücher August - Sommer-Alarm
Im August könnt ihr euch alle Bücher anrechnen lassen, denen man sich äußerlich ansieht, dass sie mit dem Sommer zu tun haben. Sommerliche Elemente im Titel und auf dem Cover zählen dazu.

Bücher September - Ab in den Urlaub
Diesen Monat könnt ihr alle Bücher anrechnen lassen, in denen eure Protagonisten einen Urlaub oder etwas Vergleichbares machen. Kurztrip, Familienurlaub, Auslandsaufenthalt, ... - da gibt es viele Möglichkeiten.

Gesamtpunkte: 3


Montag, 1. Juni 2015

Montagsfrage: Würdest du dein aktuelles Buch nach jetzigem Stand weiterempfehlen?


Erst gestern Abend habe ich das Buch begonnen und muss es also nach sehr wenigen Seiten beurteilen. Allerdings sehe ich überhaupt nichts, was gegen diesen Krimi sprechen würde. Er ist gut geschrieben, hat eine ansprechende und ungewöhnliche Idee und nach den ersten Seiten habe ich auch immer noch Lust, weiterzulesen.

Mord en Rose - Bernadette Olderdissen
Morgens um vier in einem Flughafen aufzuwachen, ist für die reisewütige Journalistin Kira Tolle nichts Besonderes. Eine Leiche als Schlafnachbar schon.
Ein Blick auf die Anschrift am Gepäck des offenbar Ermordeten genügt, und Kira fliegt in dessen Heimatstadt Toulouse, um Nachforschungen anzustellen. Dort tappt sie im Umfeld des Toten in einen Sumpf mysteriöser Geschichten, so trübe wie das Wasser des Canal du Midi, aus dem kürzlich ein Mann mit aufgeschlitzter Kehle gefischt wurde. Doch was kann der Flughafen-Tote damit zu tun haben? Kira verstrickt sich in einem Netz von Beziehungen und Spuren, bis sie selbst um ihr Leben fürchten muss.







Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.