Montag, 4. Mai 2015

Das grosse Spiel - Claude Cueni

Erscheinungsdatum: 2. Januar 2008

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Kurze Zusammenfassung

Begnadeter Spieler, legendärer Frauenheld, brillanter Mathematiker – John Law war die schillerndste Figur seiner Zeit. Claude Cuenis großer historischer Roman erzählt die fesselnde Geschichte eines Genies, das für eine atemberaubende Idee sein Leben und ein ganzes Land aufs Spiel setzte.
1671 in Edinburgh geboren, verspielt John Law bereits in jungen Jahren das Vermögen seines Vaters. Draufgängerisch auch sein Umgang mit den Frauen. Scharen von gehörnten Ehemännern frohlocken, als Law nach einem Duell mit tödlichem Ausgang das Land verlassen muss. Während seiner Flucht quer durch Europa kommt ihm die bahnbrechende Idee, Geld nicht länger mit den immer knapper werdenden Edelmetallen zu decken. John Law erfindet das Papiergeld, doch seine Idee findet kein Gehör. Erst als er Anfang des 18. Jahrhunderts nach Frankreich gelangt, bekommt er seine Chance. Der Herzog von Orléans, gerade zum Regenten gekürt, findet Gefallen an der Vorstellung, die enormen Staatsschulden quasi per Druckerpresse zu tilgen. 1716 gründet Law die Banque Royale und gibt erstmals Papiergeld aus. Seine Idee bewährt sich, der Handel blüht, und John Law häuft ein Vermögen an, das ihn zum reichsten Mann seiner Zeit macht, ja vielleicht zum reichsten Mann, der jemals gelebt hat. Doch irgendwann holt ihn seine Spielernatur ein.

Zitate

»Selbst an die Hölle gewöhnt sich der Mensch. Mit der Zeit wirst du sehen, es gibt bessere und schlechtere Tage. Genau wie draußen. Das war klug vom lieben Gott, dass er den Menschen so gemacht hat. Du denkst immer: Jetzt ist das Maß voll. Mehr kann ein Mensch nicht ertragen. Und doch erträgst du noch ein klein bisschen mehr. Und noch ein bisschen mehr. Und gewöhnst dich daran.«

»Es ist wunderschön, den Halt zu verlieren. Man fällt und fällt und stößt unverhofft auf etwas Neues. Auf etwas Unbekanntes.«

»Intelligenz ist wertlos, wenn sie nicht flankiert wird von Disziplin, Ausdauer und Moral.«


Meine Meinung

John Law war ein junger Schotte, der durch mathematisches Können an Spieltischen und durch viel Charme bei den Frauen gewann. Doch nicht immer hatte er Glück. In England wurde er nach einem unglücklichen Duell zum Tode verurteilt und musste fliehen. In seine Heimat Schottland konnte er nicht zurückkehren, weil diese sich mit England vereinen wollte. Frankreich war durch den ausschweifenden Lebensstil von Louis XIV so gut wie bankrott. Hier versuchte John Law seine Idee zu verwirklichen und Münzen durch Papierscheine zu ersetzen, um dadurch die Wirtschaft anzukurbeln und den Menschen wieder Arbeit und Nahrung zu geben.

John Law war außergewöhnlicher Mann, dessen Leben genug Höhen und Tiefen hatte, um es zu einem spannenden Roman zu verarbeiten. Es fehlte nicht an Intrigen, Feindschaften und falschen Freunden. John Law war ein intelligenter, voraussehender und menschenfreundlicher Mann, der kein Risiko scheute, der nicht nach Reichtum strebte sondern danach, seine Vision zu verwirklichen.

Sehr gut dargestellt wird die Entwicklung von John Law, der anfangs nur ein geschickter Spieler war, der sich durch sein Temperament zu Duellen hinreißen lässt, seinen Bruder vor den Kopf stößt und sich immer wieder Feinde macht. Mit der Zeit wird er besonnener, was vielleicht auch eine Folge seiner Liebe zu Catherine Knollys und deren Einfluss auf ihn ist. Weil die Frau bereits verheiratet ist, kann John Law sie nicht heirateten, doch sie folgt ihm auf seinen zahlreichen Reisen und Fluchten und hat mit ihm zwei Kinder.

Der Schreibstil ist von Anfang an packend, die Theorien von John Law werden einleuchtend erklärt, so dass man als Leser problemlos folgen, selbst wenn man sich bisher nicht mit Finanzsystemen auseinandergesetzt hat.

Ich war begeistert vom Buch "Das große Spiel". Es ist ein unterhaltsames Buch, das den Leser in die Zeit von Louis XIV reißt und einen Blick hinter die stinkenden Kulissen von Versailles erlaubt.




1 Kommentar :

  1. Hier kannst Du schauen, welches Buch die Anderen im Mai entstaubt haben ;-)

    http://www.kastanies-leseecke.de/?p=8855

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