Dienstag, 28. April 2015

Hotel Alpha - Mark Watson

Erscheinungsdatum: 14. April 2015
Übersetzer: Andrea Kunstmann
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Über Mark Watson

Mark Watson, geboren 1980 in Bristol, ist Romanautor, Kolumnist, Radio- und Fernsehmoderator und international erfolgreicher Stand-up-Comedian. Er ist außerdem Fußball-Experte, studierter Literaturwissenschaftler und Umweltaktivist. Er ist bekannt für Marathonauftritte, die 24 Stunden und länger dauern. Mark Watson lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London. »Ich könnte am Samstag« (Hardcover: »Elf Leben«) war sein erster ins Deutsche übersetzter Roman, zuletzt erschien von ihm »Überlebensgroß«.

Kurze Zusammenfassung

Seit den Sechzigerjahren ist das Hotel Alpha eine regelrechte Institution in London, was nicht zuletzt an dem Besitzer des Fünfsternehauses liegt: Howard York ist smart und charismatisch, mit der wunderschönen und klugen Sarah-Jane verheiratet und ein gefeierter Held, seit er 1984 bei einem Brand den kleinen Chas rettete und ihn adoptierte, nachdem dessen Mutter in den Flammen umkam. Obwohl seit diesem Unglück blind, ist der Junge ein aufgewecktes und fröhliches Kerlchen, das allerdings die Öffentlichkeit scheut, die Tage im Hotel verbringt und sich zum Computerexperten entwickelt. Und da ist Graham Adam, der seit der Eröffnung im Hotel Alpha als Concierge tätig ist und zu Chas’ väterlichem Vertrauten wird. Er ist das gute Gewissen des Hotels, doch der schöne Schein ist nicht ganz ohne trügerisches Licht.

Meine Meinung

Graham arbeitet sein Leben lang voller Leidenschaft im Hotel Alpha. Sein Einstellungsgespräch ist ebenso außergewöhnlich wie das Hotel und sein Besitzer Howard. Es wird nicht gekleckert sondern geklotzt, alles ist möglich und bietet den Gästen nur das Allerbeste. Graham möchte der beste Concierge sein und arbeitet Tag und Nacht um seinem Hotel, seinem Chef und den Gästen zu Diensten zu sein. Bei einem Brand im Hotel kommt eine Frau ums Leben. Ihr Sohn, Chas, erblindet dabei und wird später vom Hotelbesitzer adoptiert.

"Hotel Alpha" erzählt das Leben im Hotel abwechselnd aus der Sicht von Chas und von Graham über einen Zeitraum von fast vierzig Jahren. Es ist ein Buch bei dem es eigentlich nicht so sehr um die Hintergrundgeschichte geht, die der Leser erst nach und nach erfährt, sondern um die Menschen im Hotel, besonders um Graham und um Chas.
Chas ist sehr einfühlsam beschrieben und nach dem Lesen hatte ich das Gefühl, ein bisschen besser zu verstehen, wie blinde Menschen sich in der Welt zurecht finden müssen und welche Ängste sie in fremder Umgebung ausstehen. Auch Graham hinter seinem Tresen ist so dargestellt, dass man die Leidenschaft für seine Arbeit nachvollziehen kann, durch die er alles andere aufgibt. Seine Frau sieht er nur Sonntags und seine Kinder werden groß, ohne dass er viel Notiz davon nimmt. Das Hotel geht immer vor.

Sehr gut herausgekommen ist der Wandel der Zeit im Hotel. Die Menschen bleiben mehr oder weniger gleich. Howard ist immer noch selbstsicher, Graham stets zu Diensten, aber aus dem Rauchsalon wird eine IT-Suite, aus dem Keller eine Fitness-Suite und das dicke Reservierungsbuch macht Computer und Online-Reservierungen Platz.

"Hotel Alpha" ist trotz eines turbulenten Hotellebens und mancher Wendungen ein eher ruhiges, beruhigendes, etwas anderes Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen.

Neben dem Buch hat der Autor noch viele Kurzgeschichten herausgegeben, die im Hotel Alpha spielen. Ich bin kein Anhänger von Kurzgeschichten und habe sie deshalb nicht gelesen.
http://www.hotelalphastories.com

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