Freitag, 13. März 2015

Mädchenware - Norbert Horst

Erscheinungsdatum: 19. Januar 2015
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Über Norbert Horst

Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar und hat in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für seinen ersten Roman, "Leichensache", erhielt er den Friedrich Glauser Preis 2004 für das beste Krimidebüt; "Todesmuster" wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2006 ausgezeichnet. "Splitter im Auge", den ersten Roman aus der Serie um Kommissar Steiger, zählte die KrimiZEIT-Bestenliste zu den zehn besten Spannungsromanen des Jahres 2012.

Kurze Zusammenfassung

In einem Dortmunder Bordell feiern mehrere EU-Beamte ausgelassen. Plötzlich fallen Schüsse. Die russische Prostituierte Anastasija wird getötet, ihre Freundin Dajana verletzt. Noch bevor die Polizei eintrifft, verschwinden die Zuhälter mit der Verletzten. Auch die Freier, die Hals über Kopf geflüchtet sind, haben wenig Interesse, sich bei den Behörden zu melden. Die Ermittlungen geraten deshalb schnell ins Stocken. Doch Kommissar Steiger gibt nicht auf, zumal dieser Fall ihn persönlich mehr berührt als gewöhnlich: Seine langjährige Geliebte, die Prostituierte Eva, wurde bei dem Überfall ebenfalls schwer verletzt ...

Meine Meinung

Die Polizei wird in eine Villa gerufen, weil dort Schüsse gefallen sind. Es stellt sich heraus, dass es sich um ein Bordell handelt, doch außer einer schwerverletzten und einer toten Frau treffen sie niemanden mehr an. Alle anderen haben in höchster Eile das Weite gesucht. Die Ermittlungen stellen sich als schwierig heraus, Spuren gibt es, sie lassen sich jedoch nicht zuweisen und so hat die Polizei fast keine Zeugen und schon gar keinen Täter.

Norbert Horst ist Polizist und so kann man als Leser detaillierte und faszinierende Polizeiarbeit geniessen. Als Zuschauer ist man mitten im Geschehen, spürt das Adrenalin, wenn Spuren auftauchen, die  Enttäuschung, wenn sie ins Leere laufen, und die Müdigkeit, weil es für keinen der Ermittler viel Schlaf gibt. Auch die menschlichen Beziehungen zwischen den Polizisten kommen nicht zu kurz. Kommissar Steiger kümmert sich um seine junge Kollegin Jana, weiss, dass man manches nicht so einfach wegstecken kann und versucht ihr zu helfen, so gut er kann. Die kleine Liebesgeschichte des Kommissars ist gefühlvoll und gekonnt beschrieben.

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte liest sich sehr angenehm und spannend. Immer wieder blitzt leiser, unaufgesetzter Humor auf. Die Handlung spielt auf mehreren Zeitebenen, auf denen der Leser die Kindheit und Jugend von mehreren Personen kennen lernt. Erst später passen diese Biographien dann zum Rest der Handlung. Nur die Auflösung hat mich etwas enttäuscht, da hatte ich mir etwas anderes erwartet. Trotzdem kann ich diesen Krimi von Norbert Horst, wie auch der Vorgänger "Splitter im Auge" empfehlen.


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