Freitag, 13. Februar 2015

Wer die Nachtigall stört... - Harper Lee

Erscheinungsdatum: 3. November 1978

Über Harper Lee

Harper Lee wurde 1926 in Monroeville/Alabama geboren. Sie studierte ab 1945 Jura an der Universität in Alabama, ging aber vor dem Abschluß nach New York und arbeitete bei einer internationalen Luftverkehrsgesellschaft. Für den vorliegenden Roman erhielt sie 1961 als erste Frau seit 1942 den Pulitzerpreis und lebt heute zurückgezogen in New York.

Kurze Zusammenfassung

Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit des Rassenhasses in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Fink, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Fink lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer "ehrbaren" Mitbürger zum Trotz.

Meine Meinung

Scout und Jem geniessen eine unbeschwerte Kindheit, bis ihr Vater, Atticus Fink, als Pflichtverteidiger für einen Schwarzen genannt wird. Dem Mann wird vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt zu haben. Schnell wird klar, dass der Mann unschuldig ist. Statt seine Arbeit schleifen zu lassen, wie es damals üblich war, setzt Atticus sich ein und gibt alles.

Seinen Kindern versucht er ein Vorbild in jeder Hinsicht zu sein. Er lebt ihnen vor,wie man respektvoll mit seinen Mitmenschen umgeht, und das unabhängig von seiner Hautfarbe, was in den 30 Jahren alles andere als selbstverständlich war.

In ihrer Freizeit spielt Scout zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem Freund Dill. Mit dem Alter der Kinder ändern die Aktivitäten, aber die Neugierde bleibt. Deshalb hören die Kinder nie auf mit ihren Versuchen, einen Nachbarn, den sie nie zu Gesicht bekommen haben, aus seinem Haus zu locken. In ihrer Nachbarschaft gibt es die verschiedensten Personen. Ohne zu urteilen, lehrt der Vater die Kinder, wie man mit den schwierigsten Menschen umgeht, ohne seine Fäuste zu verwenden, immer mit Respekt, mit Würde, wie ein Gentlemen.

Diese Idylle wird gestört, durch den Gerichtstermin, bei dem die wahre Natur der Gesellschaft ans Licht kommt, bei der sich ihre Doppelmoral und ihre Feigheit zeigt.

Die Geschichte wird aus der Kinderperspektive von Scout Fink erzählt. Sie ist sehr leicht verständlich und doch sehr eindringlich. Rassenhass, Rassendiskriminierung und Vorurteile scheinen aus dieser Sicht so absurd, wie sie sind.

"Wer die Nachtigall stört..." wird häufig als Schullektüre gelesen. Das naive Gefühl, dass die Welt besser wird, sobald jeder Erdbewohner dieses Buch gelesen hat, haben wohl auch so manche Lehrer. Absolute Leseempfehlung!



Ann-Christin von Cogitos Bücherkiste hat das Buch zusammen mit mir in einer Leserunde gelesen.

Kommentare :

  1. Hier zum Beispiel :)

    Den Beitrag habe ich vor ein paar Tagen schon wahrgenommen und wollte direkt anmerken, dass ich dieses Buch vor einiger Zeit auch sehr gern gelesen habe.

    LG,
    Hadassa

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  2. Na, da hat sich das Entstauben doch definitiv gelohnt!

    http://www.kastanies-leseecke.de/?p=8034

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    1. Definitiv! Das ist das Topbuch des Jahres bisher! :)
      lg Lara

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