Freitag, 6. Februar 2015

[Leserunde] Wer die Nachtigall stört - Harper Lee



Heute beginnt die Blog-Leserunde zu "Wer die Nachtigall stört..." von Harper Lee.

Wer mitlesen möchte ist jederzeit willkommen, in den entsprechenden Abschnitten seine Meinungen und Bemerkungen zu posten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Wer die Nachtigall stört - Harper Lee

Schauplatz ist Macomb County in Alabama während der Depression in den frühen 1930er Jahren. Wohl behütet wächst Jean Louise »Scout« Finch mit ihrem Bruder Jem bei Rechtsanwalt Atticus Finch auf, der nach dem frühen Tod seiner Frau ganz für seine Kinder da ist. Trotzdem spüren alle drei den Rassenhass im tiefen Süden der USA, besonders als Atticus die Verteidigung des Farbigen Tom Robinson übernimmt. Tom soll die Tochter eines weißen Bauern vergewaltigt haben, beteuert jedoch seine Unschuld. Bereits im Vorfeld des Prozesses sehen sich Atticus und seine Kinder zahlreichen Anfeindungen der »ehrwürdigen« Bürger ausgesetzt, die nicht verstehen können, dass man einen »Nigger« überhaupt verteidigt.




Leseabschnitte:
Abschnitt 1: Anfang - Kapitel 7 (Anfang - Seite 97)
Abschnitt 2: Kapitel 8 - Kapitel 13 (Seite 97 - Seite 196)
Abschnitt 3: Kapitel 14 - Kapitel 20 (Seite 197 - Seite 299)
Abschnitt 4: Kapitel 21 - Ende (Seite 299 - Ende)

Ablauf:
Unten im Kommentarbereich werden wir uns über unsere Leseeindrücke austauschen. Dort sind die einzelnen Leseabschnitte eingeteilt. Wer möchte kann zu jedem Abschnitt seine Eindrücke niederschreiben und wir tauschen uns dann über das Gelesene aus.

Achtung Spoiler! Warnung an alle, die das Buch noch lesen möchten:
Da wir in einer Leserunde über die Inhalte des Buches diskutieren, wird natürlich so manches über das Buch verraten, was die Spannung am Lesen verderben könnte.


Kommentare :

  1. Hier kann zu "Abschnitt 1: Anfang - Kapitel 7" geschrieben werden.

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    1. Scout und Jem erleben eine sorglose, abenteuerliche Kindheit. Der Vater ist ein ruhiger, besonnener Mann. Er ist Anwalt, liest zusammen mit den Kindern Zeitung und lässt ihnen viel Freiheit. Die Mutter ist früh gestorben, Scout kann sich nicht an sie erinnern. An ihrer Stelle kümmert Calpurnia, eine schwarze Köchin, sich um die Kinder.
      In den Ferien spielt Dill mit ihnen. Die Kinder denken sich Theaterstücke aus, bauen an ihrem Baumhaus und werden magisch angezogen vom Haus und vom Sohn der Radleys, der nie nach draussen kommt, was förmlich nach Mutproben schreit.
      In der Schule hat Scout Probleme, weil sie schon lesen kann und sie sich für andere Kinder einsetzt. Mit ihrer klugen, feinfühligen Art muss man sie einfach lieben.

      Das Buch wurde vor 40 Jahren geschrieben und trotzdem ist der Schreibstil nicht altmodisch. Manche Autoren schreiben zeitlos.

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    2. So, den ersten Teil habe ich gelesen und finde den schon mal sehr unterhaltsam. Lachen musste ich besonders bei der Beschreibung des ersten Schultages, den Harper Lee sehr farbenfroh beschreibt.
      Ich habe mich vorher nicht weiter über den Inhalt informiert, aber nach diesen ersten Seiten Frage ich mich, wo die Geschichte hinführt. Bis jetzt kann es auch als Jugendroman durchgehen.
      Und, das Buch ist 1960 erschienen und damit 55 Jahre alt. Ja, manche Autoren schreiben zeitlos, oder können sich einfach gut ausdrücken ;)
      Ich bin sehr gespannt, wie es sich entwickelt!

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  2. Hier kann zu "Abschnitt 2: Kapitel 8 - Kapitel 13" geschrieben werden.

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    1. So, langsam zeichnen sich die Ereignisse ab. Wird richtig spannend, finde ich. Gut gefällt mir der Blick in die Gesellschaft, in der Rassentrennung durchaus von beiden Seiten ausgeht. Da trifft dann das unschuldige Kind auf die Realität. Ich bin gespannt, ob Scout auch mit zum Gericht darf.
      Stilistisch gefällt mir das Buch sehr gut. Es liest sich gut, ohne simpel zu wirken.

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    2. Mir gefällt es auch sehr gut.
      Irgendwie ist die komplette Unbeschwertheit der Kindheit verloren. Besonders Jem wird erwachsener und die Kinder müssen sich Beschimpfungen und Verachtung gefallen lassen und dürfen sich nicht wehren. Sie sollen sich selbst in den Griff bekommen und sich benehmen. Respekt, wie es dem Vater gelingt seine Kinder zu erziehen und wie er selbst für seine Ideen einsteht. Auch das Vorlesen bei der alten, zänkischen und totkranken Mrs Dubose passt in den Erziehungsstil. Der Junge lernt dadurch viel mehr als durch eine blöde Tracht Prügel, wie es damals üblich war. Der Kirchenbesuch war auch eine schöne Erfahrung für die Kinder, die ihnen zeigt, wie getrennt die Weißen und Schwarzen lebten.

      Dass Tanta Alexandra sich einmischt tut den Kindern nicht gut, dem Vater auch nicht. Ich nehme an, sie hat sich von ihrem Mann getrennt und wird deshalb von Atticus aufgenommen. Es würde gar nicht zu Atticus passen, seine Schwester freiwillig ins Haus zu nehmen, und sie dadurch ihrem Mann zu trennen.

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    3. Ja, der Erziehungsstil von Atticus ist schon sehr interessant und zeigt von einem sehr integeren Menschen.

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  3. Hier kann zu "Abschnitt 3: Kapitel 14 - Kapitel 20" geschrieben werden.

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    1. Meine Güte, ist das spannend!
      Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es hier zwar um schlimme Vorgänge geht, aber damit sehr menschlich umgegangen wird. Es wird wenig verurteilt, aber viel erklärt. Das bringt auch einem Leser, der sich nicht besonders mit der Thematik auskennt, einen sehr tiefgründigen Einblick. Im Anbetracht der Tatsache, dass es 1960 erschien, also zu einer Zeit, als es langsam zu Veränderungen kam, ist es einfach wundervoll. Die Botschaft ist klar, aber sie appelliert an den Verstand und verzichtet auf reißerische Details.
      Sag mal, Lara, lesen tatsächlich nur wir beide dieses Buch?

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    2. Wir beide sind die einzigen, die das Buch noch nicht gelesen haben ;)

      1960 kam es langsam zu Veränderungen, die leider extrem langsam und immer noch sehr weit von einem Abschluss stehen.

      Dill tut mir Leid. Sein neuer grossartiger Vater kümmert sich nicht um ihn und er wird mit Geschenken abgespeist und weggeschickt. Wenn die Mutter und der neue Vater ihn nicht um sich haben wollen, hätten sie ihn doch wie jedes Jahr zur Tante schicken können. Vielleicht wollten sie der Tante auch eine heile Familienwelt vorgaukeln.
      Atticus ist ein grossartiger Anwalt, Thomas Robinson hätte von niemandem besser und gerechter verteidigt werden können.
      "Manche Dinge müssen gesagt werden", hatte Atticus den Männern erklärt und hatte danach auch den Mut das zu tun.

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    3. Nun, ich glaube nicht, dass wir die einzigen sind, die das Buch noch nicht gelesen haben ;).

      Interessant finde ich gerade, dass dein Blick sehr auf die familiären Aspekte geht, das nehme ich nur am Rande wahr. Aber deshalb ist eine Leserunde ja so interessant, weil man ganz verschiedene Eindrücke austauscht.

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  4. Hier kann zu "Abschnitt 4: Kapitel 21 - Ende" geschrieben werden.

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    1. Wow, ich finde dieses Buch wirklich genial! Die kindliche Perspektive ist genau richtig, finde ich, um den Erwachsenen den Spiegel vorzuhalten.
      Die Parallele zu Deutschland hat mich amüsiert, denn die großen Verteidiger der Demokratie sind dann doch nicht so unterschiedlich. Gerade im Hinblick auf die Erfahrungen des 2. Weltkrieges ist das, was in den 60er Jahren geschieht, schon ziemlich unverständlich. Da wird einfach mit zweierlei Maß gemessen.

      Aber ich glaube, bei 'Wer die Nachtigall stört' geht es auch darum, seinen Platz in der Welt zu finden. Als Kind sowieso, aber auch die Erwachsenen brauchen einfach klare Regeln (Tradition), um sich zurecht zu finden. Es ist einfacher, wenn man einfach seinen Platz hat, egal, ob der sich über Hautfarbe oder Religion oder sonst was definiert. 'Einfach Mensch', wie Scout es ausdrückt, ist schwieriger.

      'Wer die Nachtigall stört' hat da für mich zwei Botschaften. Einmal die historische Perspektive, gerade bezogen auch auf das Erscheinungsjahr, und zum anderen das große Thema Menschlichkeit, das zeitlos ist.

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    2. Genau meine Meinung. Genial!

      Im ersten Moment war ich genauso enttäuscht wie Jem, doch Miss Maudie hat Recht. Die lange Dauer der Beratung kann schon als positiv gedeutet werden.

      Tränen in den Augen hatte ich über die Geschenke die der Vater nach der Gerichtsverhandlung erhält und ich fand es ganz schlimm, dass Thomas sterben musste und dass es vielen Menschen so egal war. Einige setzen sich dann doch ein, wie der Arbeitgeber, der die Frau einstellt und dafür sorgt, dass sie ohne Probleme und ohne Umweg auf ihren Arbeitsplatz kommt.

      Das Buch hat mich sehr beeindruckt, es ist aus kindlicher Sicht geschrieben, verständlich für jeden und der Inhalt ist berührend, zeitlos und genial.

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  5. Hab endlich die Rezi online!
    http://cogitosbuecherkiste.blog.de/2015/02/13/nachtigall-stoert-harper-lee-20089582/

    Freue mich auf die nächste Runde!

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