Freitag, 27. Februar 2015

Etta and Otto and Russell and James - Emma Hooper

Erscheinungsdatum: 29. Januar 2015



Kurze Zusammenfassung

'Ich bin weg. Ich habe das Meer nie gesehen, und so habe ich mich auf den Weg dahin gemacht. Ich versuche daran zu denken zurückzukommen.' Etta, die ihr Leben in der sanften Hügellandschaft von Saskatchewan verbracht hat, will sich ihren größter Wunsch erfüllen und das Meer sehen. Und so steht sie mit 82 Jahren eines Tages sehr früh auf, nimmt ein Gewehr, Schokolade und ihre besten Stiefel und beginnt die 2000 Meilen bis zum Meer zu wandern. In der Zwischenzeit wartet ihr Eheman Otto geduldig zu Hause, allein mit seinen Erinnerungen. Der Nachbar Russell erinnert sich auch, aber anders - und er liebt Etta noch genauso wie vor 50 Jahren, als sie Otto heiratete.

Meine Meinung


Etta, 82 Jahre, beschliesst eines Tages ihr Haus und ihren Mann Otto zu verlassen, weil sie das Meer sehen will. Otto hält sie nicht auf, weil das nicht ihr Wunsch wäre. Er bleibt zu Hause und wartet, vertreibt sich die Zeit mit backen, basteln und Briefe schreiben. In Rückblenden erfährt der Leser mehr über Otto und Etta. Otto war einer von 14 Geschwistern, die auf einer Farm lebten, auf der alle mit anpacken mussten. Auch Russell, der Nachbarjunge wurde für Arbeiten eingespannt und schwänzte, wie die Geschwister die Schule, um seine Aufgaben auf der Farm zu erledigen. Auf ihrer Wanderung zum Meer begegnet Etta einem Koyoten, der ihr die vom Laufen blutigen Füße ableckt und der ab dem Moment nicht mehr von ihrer Seite weicht. Etta nennt ihn James.

Mir war nicht sehr klar, warum Etta unbedingt zu Fuß die 2000 Meilen zurücklegen wollte, warum sie zu dem Moment und nicht früher das Meer sehen wollte und warum Otto gar nicht versuchte seine demente Frau davon abzuhalten. Noch unklarer war für mich der Schluss. Ich habe ihn ein paar Mal gelesen, aber er bleibt mysteriös und unklar.

"Etta and Otto and Russell and James" hat mir am Anfang sehr gut gefallen, hat dann allerdings abgenommen und mich stellenweise gelangweilt. Ich mochte die Abschnitte aus der Gegenwart, die Vergangenheit konnte mich weniger begeistern. Manchmal hatte ich bei dramatischen Szenen schon fast das Gefühl einen Bericht zu lesen, weil die Autorin in diesen Situationen in der Zeit springt und so systematisch Spannung unterdrückt. Empfehlen kann ich das Buch leider nicht.


Vielen Dank an Blogg dein Buch und Penguin Random House für Etta and Otto and Russell and James

Mittwoch, 25. Februar 2015

Eine heitere Wehmut - Amélie Nothomb

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2015

Weitere Informationen

Über Amélie Nothomb

Amélie Nothomb, 1967 in Kobe, Japan geboren, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. Seit ihrer Jugend schreibt sie wie besessen. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Für ›Mit Staunen und Zittern‹ erhielt sie den Grand Prix de l’Académie française. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.

Kurze Zusammenfassung

Amélie Nothomb wagt die Reise nach Japan, ins Land ihrer Kindheit, und vergleicht ihr Paradies von damals mit der Wirklichkeit von heute. Sie begreift: Alles, was wir lieben, wird zur Legende. Ein intimer Reisebericht zum Ursprung aller Geschichten: zu Erinnerung und Phantasie.

Meine Meinung

Amélie Nothomb reist mit einem Kamerateam nach Japan, um die Wurzeln ihrer Kindheit wiederzuentdecken und ihren Ex-Freund nach mehr als zwanzig Jahren noch einmal zu treffen.

Leider konnte das Buch mich nicht überzeugen. Stellenweise sticht die Sprachgewalt von Amélie Nothomb hervor, aber leider nicht sehr oft. Die meiste Zeit schwankt das Buch zwischen Szenen die zu banal sind und anderen die zu intim sind, und nicht unbedingt hätten erzählt werden müssen.

Amélie Nothomb bezeichnet sich selbst als nicht interessant, als so unwichtig, dass sie für sich allein kein Taxi bestellen würde, sondern den Métro nimmt um in der Masse unterzugehen. Ich hatte beim Lesen eher den Eindruck vom Gegenteil: Madame Nothomb nimmt sich sehr wichtig und reibt jedem, der es noch nicht weiss, unter die Nase, dass sie eine berühmte Autorin ist.
Warum schreibt sie überhaupt dieses Buch über ihre Reise nach Japan. Hätte der Film nicht genügt? Sie setzt sich auf eine Kinderschaukel, die es damals noch nicht gab, das Kamerateam filmt, es ist ihr furchtbar peinlich, vor Kindergärtnerinnen wie ein Kleinkind zu nähen, das Kamerateam filmt, sie trifft ihr Kindermädchen, das Kamerateam filmt, sie wandert durch Parks, das Kamerateam filmt... Das ist kein Roman und auch keine Reportage, sondern ein PR-Artikel, ein Buch zum Film, vielleicht gibt es irgendwann  noch die passende Nothomb-Zahnbürste dazu.

Den Film von France 5 über Amélie Nothomb kann man hier teilweise anschauen:
http://www.dailymotion.com/video/x150r4b_amelie-nothomb-une-vie-entre-deux-eaux_shortfilms

Montag, 23. Februar 2015

Montagsfrage: In welcher Umgebung liest du am meisten?


Im Winter lese ich am meisten zu Hause auf dem Sofa. Im Sommer bei schönem Wetter kann es sein, dass ich mehr Zeit auf dem Spielplatz lese. Aber natürlich müsste ich das mit der Stoppuhr nachmessen und die Lesezeiten mindestens ein Jahr, wenn nicht noch länger, notieren. Immer mit Zeugen, selbstverständlich! Irgendwann nächstes Jahr kommt dann die definitive und fundierte Antwort auf die Montagsfrage von dieser Woche.

(Ganz viel Arbeit, und das nur weil "Auf dem Sofa" als Antwort doch wirklich etwas zu kurz und knapp gewesen wäre.)


Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Freitag, 20. Februar 2015

Vielen Dank für das Leben - Sibylle Berg

Erscheinungsdatum: 30. Juli 2012
Weitere Informationen

Über Sibylle Berg

Sibylle Berg, geboren in Weimar, lebt heute in Zürich. Sie schreibt Romane, Theaterstücke, Essays und Kolumnen (u.a. für die NZZ und für die Zeit). Zuletzt erschienen Das unerfreuliche zuerst – Herrengeschichten (2001), Ende gut (Roman, 2004), Die Fahrt. Vom Gehen und Bleiben (Roman, 2007). 2008 wurde sie mit dem Wolfgang Koeppen-Preis ausgezeichnet.

Kurze Zusammenfassung

Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung - das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.

Meine Meinung 

Toto ist kein Junge und auch kein Mädchen, er hat weder Mutter noch Vater und wird im Kinderheim von jedem verachtet und gepeinigt. Liebe gibt es keine, selbst kleine Teddybären sind nicht erlaubt, die Kinder könnten dadurch verweichlicht werden. Auch später als Erwachsener wird das Leben für Toto nicht leichter und doch lässt er sich nie unterkriegen.

Er nimmt das Leben, wie es kommt, lebt im Jetzt und plant höchstens ein paar Stunden im voraus. Schicksalsschläge, die für andere den Weltuntergang bedeuten würden, nimmt Toto als Neuerungen als Veränderung in seinem Leben an. Er ist interessiert, er beobachtet und kennt die Menschen ausgezeichnet. Jede noch so schlimme Bösartigkeit nimmt er nicht persönlich, sondern hat Mitleid mit dem Peiniger, weil das Leben ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist.
Durch Toto, der nichts Böses in sich hat, gelingt es der Autorin, der Gesellschaft und dem Leser erbarmungslos einen Spiegel vor die Augen zu führen und zum Nachdenken anzuregen. Ein schlimmeres Leben als Toto kann man sich kaum vorstellen, und doch hat er nichts anderes im Sinn, als anderen zu helfen und seinen Mitmenschen das Leben leichter zu machen.


Sibylle Berg hat ein großartiges Buch geschrieben, das die Gesellschaft analysiert, manchmal zynisch, mal mit Humor, von den Zuständen in der DDR bis in die nahe Zukunft und das vor allem kritisiert, wie die Menschen mit Personen umgehen, die anders sind. Man hat den Eindruck, dass es in Wut geschrieben wurde, aber auch mit sehr viel Mitgefühl und Liebe zu Menschen, die ausgegrenzt werden. Der Schreibstil ist genial, kompakt, treffend, kein Wort ist zu viel.
"Vielen Dank für das Leben" ist kein Buch, das man zuklappt und vergisst. Empfehlenswert!

Mittwoch, 18. Februar 2015

Neuerscheinungen März 2015



Auch im März gibt es meine persönlichen Lieblingsneuerscheinungen. Diesmal kommen sie allerdings nur auf die Wunschliste, ich habe inzwischen ein Bücher-Abo und da gibt es natürlich keine so neuen Bücher.


Ein Diktator zum Dessert - Franz-Olivier Giesbert (16. März 2015)
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.





 

Die Jahre ohne dich - Greta Hansen (9. März 2015)
Hamburg, 1963: Das Sägewerk am Elbufer ist Elisabeth Michelsens ganzer Stolz. Tag für Tag steckt sie all ihre Kraft in das Unternehmen und behauptet sich in der rauen Männerwelt des Hafens. Doch in ihrem Herzen verspürt sie eine große Leere. Nicht nur weiß sie, dass sie mit Fritz den Falschen geheiratet hat, nachdem sie ihre große Liebe Theo durch eine Laune des Schicksals verloren hat. Sie ahnt auch, dass ihre Mutter ihr nie die Wahrheit über ihre Herkunft erzählt hat. Elisabeth muss nach dieser Geschichte suchen, um sich selbst zu finden.







Wald - Doris Knecht (6. März 2015)
Eine Frau allein in einem abgelegenen Haus in den Voralpen: Marian haust primitiv, in unfreiwilliger Autarkie, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, hatte Marian Mode entworfen und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott, zum völligen Rückzug. Aber auch der Versuch, im geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird für Marian zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner. Und sie muss sich arrangieren, in neuen Abhängigkeiten: Der reiche Grundbesitzer Franz versorgt sie mit dem Nötigsten – nicht ganz uneigennützig. Im Dorf feindet man die Außenseiterin immer mehr an. Als sie beschimpft und bedroht wird, muss Marian sich den Dingen stellen. Was ist das nun eigentlich mit Franz? Und wie kann sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Stückweise enthüllt der Roman Marians Sturz, schnell und unverblümt erzählt er, wie sie sich in ihrem neuen, archaischen Leben zu behaupten lernt. Eine starke, gefallene Frau mit dem Willen zum Neuanfang, und das Dasein auf dem Land als Spiegel einer brüchigen bürgerlichen Welt – in «Wald» findet Doris Knecht nicht nur einen unverwechselbaren Ton, sie erzählt auch auf mitreißende Weise davon, wie es ist, wenn man sein schönes Leben auf einen Schlag verliert.




Über uns der Himmel - Kristin Harmel (16. März 2015)
Die junge Kate Waithman lebt mit ihrer großen Liebe Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet ...

Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen Traum, der realer scheint als alles, was sie umgibt – von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie versucht, an der Vergangenheit festzuhalten, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte ...

  

 

 

An den Rändern der Welt - Olivier Adam (21. März 2015)
Als Paul mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in die Bretagne zieht, erhofft er sich einen Neuanfang. Weg von den trüben Gedanken, die ihm das Leben schwer machen. Und wirklich, das Meer gibt ihm Kraft, lässt ihn atmen, endlich fühlt er sich gelöst – bis seine Frau sich von ihm trennt. Ausgerechnet da erhält er einen Anruf seines Bruders, er solle nach Hause kommen, sich um die Eltern kümmern, die seine Hilfe brauchen. Eher unfreiwillig begibt er sich an den Ort seiner Kindheit zurück, den er stets gemieden hat. Es wird eine Reise in die Vergangenheit, die bei ihm mehr auslöst, als er je zu hoffen gewagt hätte.

Dienstag, 17. Februar 2015

[Rezension] Dark Canopy - Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: 1. März 2012

Dark Canopy Jennifer Benkau
Weitere Informationen bei script5

Über Jennifer Benkau

Jennifer Benkau wurde 1980 in der weltschärfsten Stadt zwischen Düsseldorf und Köln geboren, wo sie mit einem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen lebt.

Sie schreibt Bücher, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Geschichten zu erzählen, sie aber beim Reden stottert. Zum Schreiben braucht sie Wind, laute Musik, Schokolade, Kiwis und Kaffee; aus dieser Mixtur entstehen paranormale Liebesromane, die der Autorin als Ausgleich dienen, bezeichnet sie sich doch selbst als ebenso romantisch wie einen getragenen Turnschuh.

Kurze Zusammenfassung

Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr … Ausgezeichnet mit dem DeLiA-Literaturpreis 2013 „Dark Canopy“ ist der erste von zwei Bänden.

Meine Meinung

Percents, die als Soldaten für den dritten Weltkrieg geschaffen wurden, haben die Herrschaft übernommen. Sie unterdrücken die Menschen, weshalb einige von ihnen fliehen und als Rebellen illegal außerhalb der Stadt leben und gegen die Percents kämpfen.

Das ist nur eine sehr grobe Einleitung zu "Dark Canopy", doch das Buch wirft den Leser so wunderbar gelungen mitten ins Geschehen und mitten in diese fremde Welt in der Zukunft, dass es schade wäre, irgendetwas zu viel zu verraten. Nach und nach bekommt man Erklärungen, versteht immer mehr.

Und bewundert mehr. Jennifer Benkau hat eine Welt erschaffen, die vollkommen ineinander passt, die den Leser überrascht und nicht mehr los lässt. Der Schreibstil ist wahrscheinlich gut, aber richtig darum kümmern konnte mich nicht. Ihr müsst verstehen, es ging um Menschenleben, um Percents, wie kann ich mich da um banale Wörter und Satzbau kümmern.

Die verschiedenen Personen sind sehr gut beschrieben. Man lernt zuerst die eine Seite kennen, dann indirekt die andere, die Personen erleben, sie leiden, sie verändern sich, sie lieben, sie nehmen Schuld auf sich, sie opfern sich, gehen zu Grunde oder töten. Die Welt ist so vielschichtig, enthält so viele verschiedene Ideen und Wege, dass ich nur gebannt weiterlesen konnte.

Ganz zum Schluss sieht man als Leser schon viel klarer und hat auch die Intrigen und Handlungen dieser Geschichte verstanden. Doch alles ist noch nicht abgeschlossen und das Buch endet mit einem Cliffhanger, der sehr neugierig auf Band zwei, "Dark Destiny" macht.

Empfehlenswert für jeden, der lesen kann!

"Dark Canopy" wurde 2013 mit dem Delia-Literaturpreis ausgezeichnet.

Dark Canopy Jennifer Benkau

Freitag, 13. Februar 2015

Wer die Nachtigall stört... - Harper Lee

Erscheinungsdatum: 3. November 1978

Über Harper Lee

Harper Lee wurde 1926 in Monroeville/Alabama geboren. Sie studierte ab 1945 Jura an der Universität in Alabama, ging aber vor dem Abschluß nach New York und arbeitete bei einer internationalen Luftverkehrsgesellschaft. Für den vorliegenden Roman erhielt sie 1961 als erste Frau seit 1942 den Pulitzerpreis und lebt heute zurückgezogen in New York.

Kurze Zusammenfassung

Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit des Rassenhasses in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Fink, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Fink lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer "ehrbaren" Mitbürger zum Trotz.

Meine Meinung

Scout und Jem geniessen eine unbeschwerte Kindheit, bis ihr Vater, Atticus Fink, als Pflichtverteidiger für einen Schwarzen genannt wird. Dem Mann wird vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt zu haben. Schnell wird klar, dass der Mann unschuldig ist. Statt seine Arbeit schleifen zu lassen, wie es damals üblich war, setzt Atticus sich ein und gibt alles.

Seinen Kindern versucht er ein Vorbild in jeder Hinsicht zu sein. Er lebt ihnen vor,wie man respektvoll mit seinen Mitmenschen umgeht, und das unabhängig von seiner Hautfarbe, was in den 30 Jahren alles andere als selbstverständlich war.

In ihrer Freizeit spielt Scout zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem Freund Dill. Mit dem Alter der Kinder ändern die Aktivitäten, aber die Neugierde bleibt. Deshalb hören die Kinder nie auf mit ihren Versuchen, einen Nachbarn, den sie nie zu Gesicht bekommen haben, aus seinem Haus zu locken. In ihrer Nachbarschaft gibt es die verschiedensten Personen. Ohne zu urteilen, lehrt der Vater die Kinder, wie man mit den schwierigsten Menschen umgeht, ohne seine Fäuste zu verwenden, immer mit Respekt, mit Würde, wie ein Gentlemen.

Diese Idylle wird gestört, durch den Gerichtstermin, bei dem die wahre Natur der Gesellschaft ans Licht kommt, bei der sich ihre Doppelmoral und ihre Feigheit zeigt.

Die Geschichte wird aus der Kinderperspektive von Scout Fink erzählt. Sie ist sehr leicht verständlich und doch sehr eindringlich. Rassenhass, Rassendiskriminierung und Vorurteile scheinen aus dieser Sicht so absurd, wie sie sind.

"Wer die Nachtigall stört..." wird häufig als Schullektüre gelesen. Das naive Gefühl, dass die Welt besser wird, sobald jeder Erdbewohner dieses Buch gelesen hat, haben wohl auch so manche Lehrer. Absolute Leseempfehlung!



Ann-Christin von Cogitos Bücherkiste hat das Buch zusammen mit mir in einer Leserunde gelesen.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Interview mit Autorin Sabine Wierlemann

 
Sabine Wierlemann ist die Autorin von Endstation. Weitere Veröffentlichungen sind "Mordwoche", "Todesfuge" und "Das Geheimnis des roten Mantels".


Warum und wann hast Du mit dem Schreiben angefangen?
Geschichten haben mich schon immer fasziniert und ich habe während der Schulzeit auch die ersten „literarischen“ Gehversuche gemacht. Es hat allerdings noch etliche Jahre gedauert, bis aus diesen Versuchen ein Buch geworden ist. Für meine Schüler habe ich dann das Jugendbuch „Das Geheimnis des roten Mantels. Eine Zeitreise zu den Römern und Germanen“ geschrieben, weil die sich so sehr für das Fach Geschichte interessiert haben, dass sie auch im Deutschunterricht gern mehr über die Antike erfahren wollten.


Wie bist Du bisher zufrieden mit dem Erfolg Deiner Bücher? Hast Du dir mehr oder weniger erwartet?
Vor allem mein Start als Selfpublisherin im Sommer 2013 hat mich ziemlich überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mit meinem ersten Krimi „Mordwoche“ gleich auf Platz 20 der Amazon- Bestsellerliste lande. Das war ein tolles Gefühl!


Das Cover ist sehr passend zum Inhalt, aber auch außergewöhnlich. Hattest Du als Autorin Einfluss darauf?
Da ich die Krimi-Reihe um das wohl unkonventionellste Ermittlerduo der deutschen Regionalkrimi-Szene als Selfpublisherin auf den Weg gebracht habe, hatte ich völlig freie Hand was das Cover angeht. Zum Glück hatte ich einen tollen Grafiker an der Hand (http://ambidexter-solutions.de/) der mir die außergewöhnlichen Cover gestaltet hat. Und natürlich war ich froh, dass der Klarant Verlag, bei dem meine Hobbydetektive - das Friseurehepaar König - eine neue Heimat gefunden haben, die Cover optisch fortsetzt.

 
Das weiße Blatt, die Unlust, die Selbstzweifel: wie gehst Du dagegen vor?
Schreiben bedeutet für mich Spaß und da meine Zeit, die ich mit dem Schreiben verbringen kann, sehr begrenzt ist, kenne ich so etwas wie Unlust gar nicht. Die Selbstzweifel kenne ich dagegen schon. Da hilft es mir, wenn ich meiner Familie oder Freunden aus meinem Manuskript vorlesen kann. Durch diese Gespräche bekomme ich dann neue Ideen und kann auch mal eine Kurskorrektur vornehmen.

 
Hast Du einen 4. Teil der Reihe um Gerda und Otto König geplant?
Da meine Protagonisten mittlerweile fast ein Eigenleben in meinem Kopf führen, steht natürlich auch die Handlung für Band vier schon fest. Ich hoffe, dass ich bald wieder Zeit zum Schreiben finde.

 
Gibt es reale Personen, die Dich zu den Buchfiguren inspirieren?
Seit Jahren bin ich Kundin im Salon König und weil dieser Friseur so etwas Besonderes ist – er ist einer der ältesten Friseurgeschäfte Deutschlands – habe ich mir immer schon gedacht, dass der Salon und seine Besitzer literarisch verewigt gehören. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mit einem neuen Krimi zu meiner Lieblingsfriseurin komme...

 
Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Das Schreiben geht relativ schnell, wenn die Vorarbeit gemacht ist. Wenn man mich in Ruhe arbeiten lässt, dann kann ein Krimi schon mal in vier Wochen auf dem Papier sein.

 
Hast Du Manuskripte in der Schublade, die noch nicht veröffentlicht wurden?
In der Schublade schlummern keine fertigen Manuskripte, wohl aber Ideen, Skizzen und Recherche-Ergebnisse, die darauf warten, dass sich wieder mal ein Zeitfenster auftut.

 
Was liest Du selbst am liebsten? Was liest Du im Moment?
Zur Zeit liegt das Jugendbuch „Torte mit Stäbchen“ auf meinem Nachttisch. Ich finde es gibt großartige Literatur für junge Erwachsene. Zu meinen absoluten Lieblingsschriftstellern gehörte Gabriel García Márques.

 
Hast Du literarische Vorbilder?
Bestimmt wurde ich auch geprägt durch die Bücher, die ich gelesen habe. Wichtig ist mir beim Schreiben nur, dass ich meine Leser gut unterhalte und um das herauszufinden lege ich meine Text erst einmal meiner Muse vor. Wer meine Muse ist, verrate ich auf meiner Autorenseite: sabine-wierlemann.de

 
Was ist Dein größter Traum als Autorin
Ehrlich gesagt würde ich mich total darüber freuen, wenn ich mal eine fremde Person im Freibad oder im Zug dabei beobachten würde, wie sie einen meiner Krimis aus der Tasche zieht und darin liest. Das habe ich bislang noch nicht erlebt – aber ich bin geduldig.


Vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten. Ich wünsche Dir weiterhin sehr viel Erfolg.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Liebster Award

 Ich habe mich unglaublich gefreut, von Surya den Liebster Award zu bekommen. Herzlichen Dank dafür!



Liebster Regeln
1. Verlinke die Person, die dich nominiert hat
2. Beantworte die Fragen, die dir gestellt wurden.
3. Nominiere 11 Blogs, die unter 200 Follower haben.
4. Denk dir 11 eigene Fragen für die Nominierten aus.

 
Suryas Fragen
1. Was hat in deinem Leben den Ausschlag dafür gegeben, Büchern einen solchen Stellenwert einzuräumen?
Bei mir war das angeboren. Wie das Atmen. ;)

2. Was ist für dich der eigentliche Grund, warum du bloggst, während du stattdessen in dieser Zeit locker ein Buch lesen könntest?
Ich lese zwar schnell und blogge vielleicht langsam, aber so extrem doch wieder nicht. Der Blog ist für mich eine Art Lesetagebuch, in dem ich alles aufschreibe, was ich lese. Ich könnte das natürlich auch geheim halten, aber das würde nur halb soviel Spass machen.

3. Hast du einen Lieblingsbuchblog? Weshalb?
Buzzaldrins Bücher! Sie liest seit Jahren zeitgenössische Literatur und bloggt mit Begeisterung.

4. Welche Bereiche eines Buchblogs interessieren dich am Meisten?
Die Buchbewertungen natürlich. Ich mag auch Posts mit Neuerscheinungen, weil ich nie alle Verlage einzeln durchgehe und immer mal wieder Büchre verpasse, die mich interessieren.

5. Schaust du dir auch booktuber an? Wenn ja, welche zB.?
Nein, nie.

6. Wo und in welchem Shop kaufst du deine Bücher am häufigsten?
Immer bei Amazon, weil ich Amazon liebe! Amazon war der erste Onlineshop, der gratis nach Luxemburg lieferte und sehr lange war es meine einzige Möglichkeit, überhaupt an Ebooks zu kommen.

7. Wieviel Geld gibst du monatlich in etwa für Bücher aus?
Ungefähr 50 Euro. Glücklicherweise gibt es die Bücherei, sonst würde es noch teurer werden.

8. Verwaltest du deine Bücher (zB. auf lovelybooks, buechertreff, bookcook, excel etc.)?
Nein. Ich kaufe ein Buch, lese es und bewerte es. Erst dann kommt das nächste Buch dran.

9. Hast du auch außerhalb des www. Bücherfreak-Freunde?
Ja, natürlich.

10. Welches Buch würde deiner Meinung nach jeden Nichtleser zum Lesen verführen?
Manche Jugendbücher schaffen es, auch Nichtleser zum Lesen zu bringen, aber ein Buch, das wirklich jeden verführt, das muss noch geschrieben werden.

11. Wer ist aus welchem Grund dein Lieblingsautor/deine Lieblingsautorin?
Wenn ich nur einen nominieren darf, dann ist das Martin Suter. Er schreibt seit Jahren Bücher, die mich immer wieder begeistern.


Nominierte Blogs
Pabier und Tintenwelten
Yunikas Bücherwelt
Buchlingreport
Buchzauber des Bücherwurms
Gwynny's Lesezauber
Jenni's Buchgefühl
Laura's Bookdiary
Sunangels Buchzauber
Tapsis Buchblog
Ullas Bücherseite
Zroyas Papiergeflüster


Meine Fragen an euch
1. Was sind deine 3 Lieblingsbücher?
2. Hast du einen Lieblingsverlag?
3. Welches Genre liest du am liebsten?
4. Bücherei oder Buchhandlung?
5. Liest du jedes Buch zu Ende oder brichst du manchmal ab?
6. Gehst du auf Lesungen?
7. Wieviel Geld gibst du monatlich in etwa für Bücher aus?
8. Machst du bei einer Bücher-Challenge mit?
9. Was bringt dich dazu einen Blog weiter zu verfolgen?
10. Was findest du wichtig an einer Buchbewertung?
11. Wer ist aus welchem Grund dein Lieblingsautor/deine Lieblingsautorin?

Dienstag, 10. Februar 2015

Das Rosie-Projekt - Graeme Simsion

Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2013
Weitere Informationen


Über Graeme Simsion

Sein erster Roman, ›Das Rosie-Projekt‹, wurde auf Anhieb ein Weltbestseller und in Australien mit dem »Book of the Year«-Preis ausgezeichnet. Mit dem Roman ›Der Rosie-Effekt‹ setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne.

Kurze Zusammenfassung

Don Tillman ist hochintelligent, sportlich, erfolgreich – und er will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.

Meine Meinung

Don Tillman ist gutaussehend, intelligent und witzig, allerdings hat er Probleme, mit Menschen umzugehen und zu verstehen was sie denken und fühlen. Er berechnet alles in seinem Leben, sein Leben ist durchgeplant auf die Minute und er hält sich strikt an jede Regel. Projekt Ehefrau soll in dieses Leben eine Ehefrau einfügen, eine perfekte Frau, die ganz genau Dons Regeln entspricht, sie soll nicht rauchen, nicht trinken, sportlich, pünktlich und intelligent sein. Dann trifft er Rosie, eine rauchende, chronisch zu spät kommende Bardame, der er sofort eröffnet, dass sie für Projekt Ehefrau ungeeignet ist. Doch Rosie braucht seine Hilfe um ihren Vater zu finden.

Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Don ist liebenswert, seine Probleme sind allesamt aus seiner Sicht vollkommen nachvollziehbar und logisch. Aus der Sicht seiner Mitmenschen ist es genauso verständlich, dass er sich unmöglich benimmt. Er ist liebenswert, genau wie Rosie und die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist gefühlvoll und gut geschrieben.

"Das Rosie-Projekt" ist ein Buch wie eine warme Decke und absolut empfehlenswert.

Montag, 9. Februar 2015

Montagsfrage: Hast du schonmal ein Buch gekauft/gelesen, weil es in einem Buch vorkam?



Sehr schwierige Frage, weil die Antwort aus dem Gedächtnis kommen muss. Gelesen/gekauft ist mir kein Buch eingefallen. Ich bin jedes Mal erfreut, wenn in einem Buch ein Buch erwähnt wird, das ich bereits kenne. Bei Erwähnungen von unbekannten Büchern lese ich weiter und mache mir nicht die Mühe, mehr über das Buch zu erfahren.

Eine Ausnahme gibt es: In "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von Gavin Extence gründet ein Junge einen Buchclub, in dem nur Bücher von Kurt Vonnegut durchgenommen werden. Seither wollte auch ich ein Buch von diesem Schriftsteller lesen, leider habe ich es bis jetzt noch nicht getan.


Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.

Freitag, 6. Februar 2015

[Leserunde] Wer die Nachtigall stört - Harper Lee



Heute beginnt die Blog-Leserunde zu "Wer die Nachtigall stört..." von Harper Lee.

Wer mitlesen möchte ist jederzeit willkommen, in den entsprechenden Abschnitten seine Meinungen und Bemerkungen zu posten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Wer die Nachtigall stört - Harper Lee

Schauplatz ist Macomb County in Alabama während der Depression in den frühen 1930er Jahren. Wohl behütet wächst Jean Louise »Scout« Finch mit ihrem Bruder Jem bei Rechtsanwalt Atticus Finch auf, der nach dem frühen Tod seiner Frau ganz für seine Kinder da ist. Trotzdem spüren alle drei den Rassenhass im tiefen Süden der USA, besonders als Atticus die Verteidigung des Farbigen Tom Robinson übernimmt. Tom soll die Tochter eines weißen Bauern vergewaltigt haben, beteuert jedoch seine Unschuld. Bereits im Vorfeld des Prozesses sehen sich Atticus und seine Kinder zahlreichen Anfeindungen der »ehrwürdigen« Bürger ausgesetzt, die nicht verstehen können, dass man einen »Nigger« überhaupt verteidigt.




Leseabschnitte:
Abschnitt 1: Anfang - Kapitel 7 (Anfang - Seite 97)
Abschnitt 2: Kapitel 8 - Kapitel 13 (Seite 97 - Seite 196)
Abschnitt 3: Kapitel 14 - Kapitel 20 (Seite 197 - Seite 299)
Abschnitt 4: Kapitel 21 - Ende (Seite 299 - Ende)

Ablauf:
Unten im Kommentarbereich werden wir uns über unsere Leseeindrücke austauschen. Dort sind die einzelnen Leseabschnitte eingeteilt. Wer möchte kann zu jedem Abschnitt seine Eindrücke niederschreiben und wir tauschen uns dann über das Gelesene aus.

Achtung Spoiler! Warnung an alle, die das Buch noch lesen möchten:
Da wir in einer Leserunde über die Inhalte des Buches diskutieren, wird natürlich so manches über das Buch verraten, was die Spannung am Lesen verderben könnte.


Donnerstag, 5. Februar 2015

Die Herrin des Rings - Dagmar Schnabel

Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2014
Weitere Informationen

Über Dagmar Schnabel

Dagmar Schnabel ist das Pseudonym einer erfolgreichen Autorin, deren schriftstellerischer Schwerpunkt eigentlich in einem anderen Genre liegt. Seit ihrer Jugend faszinieren sie aber die Geschichten und die Mythen um ihre Heimatstadt Aachen, die sie daher nun gekonnt in ihre historischen Romane einwebt.

Kurze Zusammenfassung

Aachen im Jahre des Herrn 1258. Trotz harter Arbeit und den Unbilden der Natur führt Alina auf dem Hof ihrer Tante ein glückliches Leben. Ihren einzigen Besitz trägt die junge Frau stets an einem Lederband direkt über dem Herzen: jenen Ring, den sie von ihrem Vater geerbt hat. Doch dann ändert sich alles. Die Frauen begegnen der hochschwangeren Markgräfin von Jülich, die auf der Flucht ist vor ihrem Mann. Sie nehmen Margarethe bei sich auf – aber der Akt der Barmherzigkeit wird nicht belohnt. Die Adlige erkennt, welch unermesslichen Schatz Alina unwissentlich hütet: der Ring gehörte einst der legendären Kaiserin Fastrada und gilt seit Jahrhunderten als verschollen. Sie stiehlt das kostbare Artefakt und will sich sein Geheimnis zunutze machen. So beginnt für Alina ein Abenteuer, wie sie es nie für möglich gehalten hätte – und das sie in größte Gefahr bringen wird!

Meine Meinung

Die junge Alina lebt zusammen mit ihrer Tante und zwei Dienstmägden auf einem heruntergekommenen Hof. Durch harte Arbeit kommen sie über die Runden, deshalb hat Alina ihren einzigen Besitz, einen wertvollen Ring, noch niemandem gezeigt. Margarete ist hochschwanger vor ihrem Ehemann fortgelaufen, findet bei Alinas Tante Unterschlupf und bringt dort ihr Kind zur Welt. Aus Versehen kann sie einen Blick auf Alinas Ring werfen, den sie bei nächster Gelegenheit klaut und damit verschwindet. Alina reist ihr nach, um den Ring zurückzubekommen.

Als Alina beschloss den Hof zu verlassen, fand ich das schade, weil ich als Leser nicht mehr an diesem friedlichen Leben teilhaben konnte. Die alten Gemäuer, die Steine auf den Felder, der Hühnerstall, alles wird sehr liebevoll beschrieben und lässt Bilder im Kopf entstehen. Auch die alten Frauen, mit ihren Gebrechen, ihrem harmlosen Gezanke werden genau und lebendig beschrieben. Später werden die intensive Beschreibungen dann weniger angenehm, wenn man als Leser glaubt, den Gestank einer verwesenden Leiche in der Nase zu spüren.

Zwischen der Geschichte um Alina, wird immer wieder mit Rückblenden über die Legende des Rings erzählt. Am Anfang war mir nicht klar, was diese Einblendungen  bedeuten würden, nach und nach hat sich das dann aufgeklärt. Im Nachwort erzählt Dagmar Schnabel weitere Details über diese Legende, auf der "Die Herrin des Rings" basiert.

"Die Herrin des Rings" ist ein gut recherchierter Roman, der sich angenehm und flüssig liest. Mit hat die "alte Sprache" imponiert, die vielen ungewohnten Worte gaben noch einen zusätzlichen Eindruck, mich in einer anderen Zeit zu befinden.

In Aachen hatte das Buch leider einige Längen, doch insgesamt hat "Die Herrin des Rings" mir sehr gut gefallen und ich habe das Buch gerne gelesen. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne historische Romane liest, bei dem vor allem die gute Unterhaltung im Vordergrund steht.


Vielen Dank an dotbooks und Blogg dein Buch für "Die Herrin des Rings"

http://www.bloggdeinbuch.de/

Mittwoch, 4. Februar 2015

[Ankündigung] Zweiter Roman von Harper Lee - Go Set a Watchman


Harper Lee ist die Autorin von "Wer die Nachtigall stört...", einem Buch das 1961 mit dem Pulizerpreis geehrt wurde und mittlerweile Kultstatus hat. Bisher war dieses Buch das einzige veröffentlichte Manuskript der Autorin.

"Go Set a Watchmen" erzählt die Geschichte von Scout Finch als Erwachsene. In den 50er Jahren kehrt sie zu ihrem Vater Atticus nach Maycomb zurück. Scout versucht die Welt ihres Vaters zu verstehen und erinnert sich an ihre Kindheit. Diese Kindheitserinnerungen hat Harper Lee damals auf Wunsch ihres Verlegers ausgearbeitet, um daraus den erfolgreichen Roman "Wer die Nachtigall stört..." zu erschaffen.

Die Autorin war erstaunt, als die Originalversion ihres Buches wieder auftauchte und fühlt sich geehrt, dass diese Version nun veröffentlicht werden soll.


"Go Set a Watchmen" erscheint am 14. Juli bei HarperCollins. Bei Amazon.com ist es schon heute auf Platz 1 der Vorbestellungen.

Dienstag, 3. Februar 2015

Endstation Gerda und Otto Königs dritter Fall - Sabine Wierlemann

Erscheinungsdatum: 3. Februar 2015

Endstation Sabine Wierlemann
Weitere Informationen

Über Sabine Wierlemann

Sabine Wierlemann ist 1973 in Münster geboren. Ihre Schulzeit hat sie im Schwäbischen verbracht und studierte in Freiburg und Amherst (USA) Deutsch, Geschichte und das Leben. Nach der Promotion lebt und arbeitet sie in Süddeutschland. Sabine Wierlemann ist Lehrerin und Autorin, träumt von einer dritten Karriere als Konditorin und ist leidenschaftliche Sängerin. Sie ist verheiratet mit dem besten Mann der Welt, gemeinsam haben sie zwei Kinder, die das Glück vollkommen machen. Link zur Homepage der Autorin.


Kurze Zusammenfassung

Plötzlich gerät der gemütliche Alltag der schwäbischen Kleinstadt Bärlingen aus den Fugen: In einem Lkw tauchen fünf Leichen auf, allesamt Bewohner des Altersheims Gertrudenstift. Dort wohnt auch Gerlinde Haller, die sofort ihre Spürnase einsetzt und sich daran macht, die kriminellen Machenschaften im so harmlos wirkenden Altersheim aufzudecken. Ihr Sohn, Hauptkommissar Georg Haller, übernimmt den Fall und merkt schnell, dass er es hier mit einem Gegner zu tun hat, der vor nichts zurückschreckt. Mit seiner Spezialeinsatztruppe hat allerdings niemand gerechnet und seine Oldies aus der Schubartstraße machen sich voller Eifer an die Ermittlungen für Spannung und Spaß ist also gesorgt! Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz, denn im Laufe der Ermittlungen kommen sich Georg und seine Kollegin Lisa-Marie wieder näher. Doch die Hauptrolle ist einmal mehr für Gerda und Otto König vorgesehen. Das alteingesessene Friseurehepaar hatte sich eigentlich vorgenommen, die Polizeiarbeit künftig den Profis zu überlassen. Aber da sie ihre Friseurdienste traditionell auch im Gertrudenstift anbieten, haben sie eine Verbindung zu dem Fall. Ungewollt kommen sie dem Täter sehr nah, und geraten in tödliche Gefahr...


Meine Meinung

Eine anonyme Anruferin macht Hauptkommissar Georg Haller auf einen Lastwagen aufmerksam, bei dem es angeblich über Leben und Tod gehen soll. Bei der gründlichen Überprüfung des Fahrzeugs findet er, zwischen Obst und Gemüse versteckt, fünf Leichen. Georg Haller versucht gemeinsam mit seiner Kollegin Lisa-Marie zu ermitteln. Doch so ganz Herr der Lage ist Georg dann doch nicht. Die Rentner aus seiner Straße, die Frisörin samt Ehemann und sogar seine eigene Mutter machen ihm diesen Job streitig und helfen übereifrig mit um den Fall aufzuklären.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Der Kommissar ist sympathisch, die Dorfbewohner sind zwar nervig aber doch sehr authentisch und auch das altmodisch anmutende Cover passt zu Bärlingen und seinen schrulligen Einwohnern. Manches war zwar überspitzt oder wurde ein bisschen zu oft wiederholt. Auch die Liebesgeschichte war manchmal etwas zu abrupt, aber vielleicht kann man nicht mehr Feingefühl von einem grummeligen Kommissar erwarten. Diese Kleinigkeiten haben mich nicht weiter gestört. Die Auflösung fand ich gelungen, auch wenn sie nicht allzu überraschend war. Ungereimtheiten oder ungelöste Geheimnisse sind mir keine aufgefallen.

"Endstation" ist ein ruhiger, amüsanter Dorfkrimi zum Genießen, der nicht durch Spannung punktet, dafür durch Unterhaltung. Er ist flüssig geschrieben und genauso beschaulich, wie das fiktive Dorf in dem er spielt. "Endstation" bietet leichte Lektüre, die gut unterhält und vom Alltag ablenkt.

"Endstation" ist nach "Mordwoche" und "Todesfuge" der dritte Fall für die Frisören Gerda und Otto König und kann unabhängig von den beiden anderen Büchern gelesen werden.



Ich bedanke mich beim Klarant Verlag für "Endstation

Montag, 2. Februar 2015

Top Bücher - Januar 2015




1. Zeiten des Aufruhrs - Richard Yates
2. Soumission - Michel Houllebecq
3. Splitter im Auge - Nobert Horst
4. Wo steckst du, Bernadette? - Maria Semple
5. Keiko - Jamie Ford
6. Glückliche Menschen küssen auch im Regen - Agnès Martin-Lugand
7. Das goldene Ei - Donna Leon
8. Bildnis eines Mädchens - Dörthe Binkert
9. Söhne der Wolfin - Tanja Kinkel

Montagsfrage: Bevorzugst du Reihen oder Einzelbände?


Ganz klare Antwort: Einzelbände. Reihen mag ich weniger, weil meist eine gute (oder weniger gute) Idee immer wieder aufgewärmt wird und nach dem gleichen Schema beschrieben wird. Bei Trilogien kommt es sehr oft so vor, dass man ein paar Stellen hätte kürzen können und mit Leichtigkeit ein einziges Buch hätte daraus machen können. Aber wer möchte schon ein Einzelband, wenn er dem Leser drei Bücher verkaufen kann. Was gar nicht geht sind Bücher, die im englischen als ein Reihenband herauskommen und aus denen in der Übersetzung dann plötzlich zwei Bücher werden.
Ausnahmen gibt es und manche Reihen habe ich geliebt: "Die Gilde der Schwarzen Magier", "Die Insel der Stürme" oder die London-Reihe von Tom Finnek.

Die Montagsfrage wird jede Woche von Buchfresserchen gestellt.