Dienstag, 6. Januar 2015

[Rezension] Die Söhne der Wölfin - Tanja Kinkel

Erscheinungsdatum bei dotbooks: 28. Oktober 2014

Tanja Kinkel Die Söhne der Wölfin

Über die Autorin

Mit dem Schreiben fing Tanja Kinkel mit 13 Jahren an. Heute ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Obwohl sie neben historischen Romanen, die von der Gründung Roms bis zum 2. Weltkrieg spielen, auch Thriller, Jugendbücher, Fantasy, ja Gegenwartsliteratur und Essays geschrieben hat, tauchen fast alle ihre Bücher auf den großen Bestsellerlisten auf. Wie der Spiegel schon 1998 dazu schrieb: so selbstverständlich wie Ebbe und Flut. Das liegt zum einen sicher daran, dass die promovierte Germanistin etwas zu all diesem Themenmischmasch zu sagen hat, als auch daran, daß Reiselust, Humor, Romantik, Abenteuer und Informationhunger immer befriedigt werden wie auch die Überzeugung: ja, so kann es gewesen sein.

Kurze Zusammenfassung

Sie ist die Tochter eines Königs und Priesterin einer Göttin, Opfer und Täterin zugleich. Als man die etruskische Prinzessin aus ihrer Heimat verbannt, beginnt für sie das Abenteuer ihres Lebens: Ilian bringt zwei Söhne zur Welt, denen sie die Namen Romulus und Remus gibt. Den beiden soll gelingen, was ihr verwehrt blieb: Sie sollen herrschen! Doch wer nach den Sternen greift, braucht einen mächtigen Verbündeten – und nur das Orakel von Delphi kann Ilian helfen, den kühnen Plan zu verwirklichen. Aber die Gunst des Orakels hat einen hohen Preis. Und so muss Ilian als seine Spionin in das ferne Ägypten reisen, mitten hinein in den Krieg dreier Völker …

Meine Meinung

Ilian ist schwanger, für eine Priesterin reichlich unziemlich. Der Vater soll einer der Götter sein, ihr Glaube ist allerdings nicht stark genug, um sich auf einen absurden Test einzulassen, den sie nur durch das Wunder einer Gottheit überleben könnte. Deshalb wird sie aus dem Tempel verbannt, mit einem Bauern verheiratet und aus der Stadt gejagt.

Ilian ist eine forsche, draufgängerische Person, die sich jedoch von einem Moment in den anderen in eine junges, ängstliches Mädchen verwandelt, sich bei kleinsten Bemerkungen geniert und sich dann wieder voll einsetzt. In den ersten Kapiteln war sie mir noch sympathisch, mit der Zeit wurde ihr Handeln immer unverständlicher. Ihr böses Verhalten gegenüber Mann und Kindern konnte ich dann gar nicht mehr nachvollziehen und damit hatte sie alle Sympathiepunkte aufgebraucht. Ihr Begleiter war eine angenehme Person mit logischen Handlungen.

Ich kannte die Legende der Gründung Roms schon vor "Die Söhne der Wölfin", aber aus dieser Epoche hatte ich so gut wie kein Wissen. Deshalb hat es mich gestört, dass man als Leser mit so vielem ziemlich im Dunkeln gelassen wurde. Ich wusste zum Beispiel nicht, wo das Reich der Tusci oder die Stadt Alba lagen. Ich habe manches gegoogelt, weil ich oft das Gefühl hatte, nicht richtig in der Geschichte mitzukommen, und trotzdem blieb das blöde Gefühl, zu wenig zu wissen, um das Buch richtig genießen zu können.

"Die Söhne der Wölfin" wird rund um Mythen und Legenden konstruiert, so dass der Autorin nur wenig Spielraum blieb, um einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen. Es wurde viel herumgereist und auf diesen Reisen hätte ich die Menschen gerne besser kennengelernt, so wie es bei Faustulus und Prokne der Fall war. Bei diesen beiden weiß man als Leser, welchen Beruf sie ausüben und wie ihr alltägliches Leben aussah.

Sprachlich fand ich das Buch gut, und die Autorin hat sich mit der Recherche sicher viel Mühe gemacht, damit alles zusammen passt. Empfehlen würde ich das Buch trotzdem nur Leser, die sich mit dieser Zeit etwas auskennen.

Tanja Kinkel Die Söhne der Wölfin


Vielen  Dank an Blogg dein Buch und den Verlag dotbooks für das Buch "Die Söhne der Wölfin"



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