Freitag, 2. Januar 2015

Das goldene Ei - Donna Leon

Erscheinungsdatum: 20. Mai 2014

Donna Leon Das goldene Ei

Über Donna Leon

Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, verließ 1965 Amerika. Sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. 1981 zog Donna Leon nach Venedig. Die ›Brunetti‹-Romane machten sie weltberühmt, doch die Barockmusik ist ihr nicht weniger wichtig. Sie förderte zahlreiche Einspielungen, neu das Orchester ›Il Pomo d’Oro‹. Heute lebt sie in Venedig und in der Schweiz.

Kurze Zusammenfassung

Für Patta ermittelt Brunetti diesmal nur pro forma, doch Paola ist unerbittlich: Sie will wissen, was für ein Mensch der Tote war, der bei den Brunettis in der Nachbarschaft umgekommen ist. Dabei sieht alles – zunächst – nach einem Unfall aus. Niemand will etwas gewusst haben. Doch auch Nichtstun kann zum Verhängnis führen. "Das goldene Ei" ist Brunettis privatester Fall.

Meine Meinung

Die Ermittlungen sind, wie es bei Brunetti schon mal vorkommt, keine richtigen Ermittlungen. Sein Chef hat keine Ahnung, was er und seine Kollegen treiben, seine Nachforschungen basieren vor allem auf Brunettis Neugier und auf seinem schlechten Gewissen. Wie konnte ein Mann vierzig Jahre leben, ohne dass je jemand wirklich von ihm Notiz genommen hat?

Die Fragen vom Kommissar werden allesamt abgeschmettert, Nachbarn, Bekannte und Arbeitgeber schweigen und können sich nicht erinnern. Für mich als Leser war das nicht sehr spannend, gelangweilt habe mich allerdings auch nicht. Ich fand es interessant zu lesen, wie Brunetti ganz langsam, Stück für Stück der Wahrheit näher kam.

Die Auflösung von "Das goldene Ei" war, wie der ganze Krimi (oder eher wie der Roman) unspektakulär, voraussehbar und auch deprimierend.
Für die nächsten Bände wünsche ich mir weniger Elettra-Fähigkeiten. Mittlerweile müsste Donna Leon wissen, wie unmöglich es ist, dass eine Sekretärin (selbst wenn sie hochbegabt ist) mit ein paar Klicks auf die Datenbänke der ganzen Welt zugreift, dazu auch noch ohne Spuren zu hinterlassen.

Brunetti ist ein bisschen wie Donald Duck, er wird nicht älter. Seine Kinder konnten sich zwar mit der Zeit weiterentwickeln, richtig realistisch geht es in der Familie allerdings nicht zu. Wo so viel zusammen gegessen und getrunken wird, müsste auch mal anständig gestritten werden. Frau Brunetti, Universitätprofessorin scheint den ganzen Tag auf dem Sofa zu liegen und zu lesen. Dazwischen kocht sie. Die Familie ist Kulisse, so wie auch Venedig, das in dieser Geschichte angenehm im Hintergrund bleibt. Es war immer klar, dass die Geschichte in Venedig spielt, es wurde aber nicht alle paar Sätze an die große Glocke gehängt.

Donna Leon Das goldene Ei

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