Freitag, 30. Januar 2015

Bildnis eines Mädchens - Dörthe Binkert

Erscheinungsdatum: 1. September 2011
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Über die Autorin

Dörthe Binkert, geboren in Hagen/Westfalen, wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte dort Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft. Nach ihrer Promotion hat sie viele Jahre für große deutsche Publikumsverlage gearbeitet. Seit 2007 ist sie freie Autorin und lebt in Zürich.

Kurze Zusammenfassung

Zwischen den Deckeln ihres kostbaren Medaillons ruht das Geheimnis ihrer Herkunft. Dieses Medaillon ist alles, was Nika hat, als zwei Bauernburschen das anscheinend stumme Mädchen in den Schweizer Bergen finden und es ins Dorf Maloja bringen, wo es eine Anstellung im Hotel »Kursaal Maloja« erhält. Einzig der Maler Giovanni Segantini gewinnt das Vertrauen der schönen und verschlossenen Fremden und hilft ihr, das Rätsel um ihre Vergangenheit zu ergründen.

Meine Meinung

Zwei Brüder finden in den Bergen eine junge Frau mit verletztem Knöchel. Sie bringen sie zu sich nach Hause, wo die junge Frau von der Mutter gepflegt wird. Sie redet nicht, niemand weiß, woher sie kommt und was sie möchte. Ihr einziger Besitz ist ein wertvolles Amulett, mit einem Zettel drin, den sie selbst nicht lesen kann und den sie vor ihren Mitmenschen versteckt. Nika, die Fremde, nimmt aber voller Tatendrang eine Arbeit im Hotel an, wo sie die Aufmerksamkeit von Verwaltung und Gästen auf sich zieht.

Besonders der Maler Segantini hat ein Auge auf sie geworfen, trifft sich heimlich mit ihr und möchte ihr helfen. Er findet heraus, dass sie ein "Verdingkind" war, ein ausgesetzter Säugling, der von einem Bauern als billige Arbeitskraft angenommen wurde. Segantini bringt Nika das Lesen und Schreiben bei und unterstützt sie beim Zeichnen. Er selbst malt seine Bilder ohne die Grundfarben zu mischen. Farbabstufungen entstehen im Auge des Betrachters, durch winzige, nebeneinandergemalte Striche.

So schreibt auch die Autorin, ganz im Detail und ohne Hektik. Jeder, der den Weg von Nika streift, beeinflusst sie, ändert sie oder den Blick auf sie. Manche ändern sie nur indirekt, wie die freche Kate, die das Leben als Spiel sieht und die Männer als ihr Spielball. Manche, wie die ehrgeizige Andrina, helfen Nika mehr als sie wollen. Gemeinsam haben alle Personen in diesem Buch, dass sie nicht nur kurz beschrieben werden, sondern so intensiv, dass man als Leser selbst ihre geheimsten Wünsche kennt. Genauso reich wird auch die Landschaft in den Schweizer Bergen beschrieben.

"Bildnis eines Mädchens" ist ein extrem ruhiges Buch, nicht die Handlung, sondern die Personen stehen im Vordergrund. Leider konnte dieses Buch mich nicht begeistern und hat mich stellenweise gelangweilt.

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