Mittwoch, 10. Dezember 2014

[Rezension] Hinter den Spiegeln - Ulrike Schweikert

Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2014

Hinter den Spiegeln Das Wiener Vermächtnis Ulrike Schweikert

Über Ulrike Schweikert

Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt »Die Tochter des Salzsieders« ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ihr Markenzeichen: faszinierende, lebensnahe Heldinnen. Nach ihren beiden großen historischen Jugendromanen »Das Jahr der Verschwörer« und »Die Maske der Verräter« hat die vielseitige Autorin inzwischen ihre erste Fantasy-Saga für Jugendliche verfasst, die auf Anhieb ein Erfolg wurde: »Die Erben der Nacht«. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.

Kurze Zusammenfassung

Lieben, Lügen und Intrigen: Ulrike Schweikerts opulente Familiensaga im Schatten der untergehenden Donaumonarchie! Wien 1895. Bei einem tragischen Sturz verliert die junge Komtess Luise von Waldstein ihr Gedächtnis. Aber gerade das öffnet ihr die Augen: Die Dekadenz des Hofadels kommt ihr plötzlich verlogen vor, im elterlichen Palais erscheint ihr die strenge Aufteilung zwischen den Bediensteten und ihrer eigenen Familie falsch. Und warum werden treppauf und treppab Wahrheiten verschwiegen statt ausgesprochen? Doch Luise ist nicht allein: In der Werkstatt des jungen Zuckerbäckers Stephan Brucker erlebt sie eine sinnliche Welt voller Düfte, süßer Genüsse und warmer Vertrautheit. Eine Mesalliance bahnt sich an, die auf höchste Empörung stößt. Denn es gibt ungeschriebene Gesetze, die niemand brechen darf. Könnte doch davon die Zukunft der Donaumonarchie abhängen …

Meine Meinung

Wien 1895: Komtess Luise hatte einen schlimmen Unfall und liegt im Koma. Als sie erwacht, kann sie sich an nichts erinnern und muss selbst ihre Familie von ihrer Zofe vorgestellt bekommen. Nach und nach wohnt sie sich wieder ein, doch ihr Gefühl, dass man so manches vor ihr verheimlicht, verhärtet sich immer mehr.

Geschickt benutzt die Autorin die Gedächtnisprobleme der Komtess um den Leser nach und nach in die Welt des reichen Wiener Adels einzuführen. Komtess Luise bewundert das schöne Besteck, sieht sich entzückt in den hohem Räume der Paläste um und lernt zusammen mit dem Leser, ihre Familie und ihre Bediensteten kennen. Später dringt sie in die Gepflogenheiten ihrer Zeit ein, und der Leser wird eingeweiht in die Regeln, die es auf jeden Fall zu befolgen gilt, will man seinen guten Ruf nicht verlieren.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Beschreibungen waren nie aufgesetzt und reichten doch aus, dass ich mich in die Umgebung hineinversetzen konnte.

Manchmal fand ich die Geschichte unglaubhaft. Komtess Luise liegt im Koma, niemand weiß, ob sie leben oder sterben wird. Sie erwacht und kann dann schon am selben Tag aufstehen und mit der Familie zu Abend essen. Solche kleinen künstlerischen Freiheiten kann ich dieser Geschichte gerne verzeihen. Auch die Tatsache, dass ich mir als Leser relativ früh denken konnte, was gespielt wird, hat dem Lesespaß nicht geschadet und war wahrscheinlich sogar von der Autorin so gewollt.

"Hinter den Spiegeln" ist eine schöne, märchenhafte Geschichte mit historischem Hintergrund, die in der adligen Gesellschaft in Wien spielt. Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der sich verzaubern lassen will vom Leben der schönen und reichen Komtess Luise, der einen Blick auf den Alltag der Adligen werfen möchte, und mehr wissen will über ihre Bedienstete, die sie umgaben, den Klatsch mit dem sie sich die Langeweile vertrieben und die vielen Intrigen, die sie erfolgreich abwehren mussten, damit ihr Ruf keinen Schaden nahm.

Hinter den Spiegeln Das Wiener Vermächtnis Ulrike Schweikert



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