Donnerstag, 20. November 2014

Süden und die Frau mit dem harten Kleid - Friedrich Ani

Erscheinungsdatum: 2. November 2011

Süden Friedrich Ani

Über Friedrich Ani

Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er schreibt Romane, Kinderbücher, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, so u.a. mit dem Tukan-Preis für das beste Buch des Jahres der Stadt München. Als bisher einziger Autor erhielt Ani den Deutschen Krimi Preis in einem Jahr für drei Süden-Titel gleichzeitig. 2010 folgte der Adolf-Grimme-Preis für das Drehbuch nach seinem Roman "Süden und der Luftgitarrist". 2011 wurde der Roman "Süden" mit dem Deutschen Krimi Preis 2011 ausgezeichnet; 2014 erhielt sein Roman "M", der wochenlang auf der KrimiZEIT-Bestenliste stand, den begehrten Preis. Friedrich Ani lebt in München.

Kurze Zusammenfassung

Ein neuer Fall für Tabor Süden, den schweigsamen Hauptkommissar von der Münchner Vermisstenstelle. Es geht um den 41-jährigen Johann Farak, dessen Schwester ihn als vermisst meldet, weil er nicht wie jedes Jahr zu ihrem Geburtstag angerufen hat. Doch außer ihr scheint sich niemand für das Verschwinden des gescheiterten Künstlers zu interessieren: weder die Nachbarn noch die wenigen Bekannten, ja nicht einmal seine Mutter. Bei seinen Ermittlungen stößt Süden auf eine geheimnisvolle junge Frau, die vielleicht zur Aufklärung dieser undurchsichtigen Geschichte beitragen könnte, doch der Kommissar verliert ihre Spur. Stück für Stück holt Süden die Vergangenheit des Vermissten ans Tageslicht und muss schließlich erkennen, dass Farak nie eine richtige Chance hatte, etwas aus seinem Leben zu machen. Aber warum dieses plötzliche Abtauchen? Was war der Auslöser, nach all den Jahren in der Versenkung zu verschwinden? Nur allmählich begreift Süden die ganze Tragweite dieses tragischen Falls.

Meine Meinung

Eine einsame Frau, die offensichtlich betrunken ist, gibt eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. Ihr Bruder hat ihr dieses Jahr nicht zum Geburtstag gratuliert, was er normalerweise jedes Jahr tut. Tabor Süden ermittelt, in seiner Freizeit, selbst ohne Bild des Vermissten, nur auf ein komisches Gefühl hin. Er dringt ein in eine Welt aus Einsamkeit und Gleichgültigkeit. Der Bruder scheint zwar tatsächlich verschwunden zu sein, aber vermisst wird er von niemandem. Jeder lebt in seiner kleinen Welt und will nicht gestört werden. Der "Einzelnesser" in der Wohnung unter ihm, seine Mutter, seine Schwester, seine Freundin: jeder hat sich mit dem Alleinsein abgefunden und sich dran gewöhnt. "Alleinsein" können sie, zusammensein nicht oder nicht mehr. Tabor Süden versteht diese Welt, auch er ist einsam, liebt es zu schweigen und seine gelbe Wand anzustarren.

"Süden und die Frau mit dem harten Kleid" ist ein ruhiges, trauriges Buch, das sehr gut geschrieben ist. Der Autor beherrscht sein Handwerk mühelos. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, als Bericht an eine Person, die für den Leser erst in der Mitte des Buches bekannt wird.

Wer einen klassischen Krimi erwartet, wird dieses Buch enttäuscht zuschlagen, vielleicht schon nach dem ersten Drittel genervt in die Ecke schmeißen. Es ist KEIN Krimi, sondern ein Roman. Im Mittelpunkt steht nicht die Suche nach dem Vermissten, sondern vor allem die Menschen seiner Umgebung, seine Familie, die Einsamkeit und die Verzweiflung gepaart mit Alkohol und Depressionen. Kein spannendes, aber trotzdem ein gutes Buch.

Dies ist mein erstes Buch aus der Süden-Reihe. Ich hatte keine Verständnisprobleme, wurde allerdings durch manche Andeutungen neugierig auf die persönliche Geschichte des Ermittlers.


Süden Friedrich Ani




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