Montag, 10. November 2014

Pas pleurer - Lydie Salvayre (Prix Goncourt 2014)

Erscheinungsdatum: 21. August 2014
Pas Pleurer Lydie Salvayre Goncourt 2014

Über die Lydie Salvayre

Lydie Salvayre wurde 1948 als Lydie Arjona in Südfrankreich als Kind von spanischen Eltern geboren. Sie ist Kinderpsychologin, lebt in Paris und hat mehr als zwanzig Bücher geschrieben. Ins deutsche übersetzt wurde "Die Macht der Fliegen", "Die Macht der Erinnerung" und "Milas Methode". Ihr Buch "Pas pleurer" wurde mit dem Prix Goncourt 2014 ausgezeichnet.

Kurze Zusammenfassung

"Pas pleurer" handelt vom spanischen Bürgerkrieg und wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Einerseits von Bernanos, der den Terror verurteilt, und andererseits von Montse, Mutter der Erzählerin, die fast alles Negative des Krieges aus ihrem Gedächtnis gestrichen hat, und für die diese Jahre trotz allem zu der intensivsten Zeit ihres Lebens wurden.

Meine Meinung

Nachdem "Pas Pleurer" mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, wollte ich es unbedingt lesen. Der Anfang fiel mir schwer, die ersten paar Seiten musste ich gleich drei Mal lesen, um sie zu verstehen. Die Mutter der Autorin erzählt von ihrer Mutter, was zu Verwechslungen führt, dann lesen Personen Texte, stellen sich Ereignisse vor die so nicht passiert waren oder unterbrechen sich gegenseitig mitten im Satz. Weil zwischendurch immer mal wieder spanische Wörter vorkommen und in verschachtelten Sätzen erzählt wird, fordert das Buch ein Maximum an Konzentration.

Für Montse war der Sommer 1936 voller Hoffnung auf Veränderung. Ihr Bruder ist vom Kommunismus begeistert, und als es ihm nicht gelingt, die Bauern von seinen Ideen zu überzeugen, verlässt er zusammen mit seiner Schwester ihr Dorf und fährt mit ihr ins damals kommunistische Barcelona.

Auf der Insel Palma de Mallorca, erlebt Bernanos die gleiche Zeit als düster und hoffnungslos. Täglich sieht er Lastwagen voller Männer vorbeifahren, die nur auf Verdacht hin aus ihren Häusern gezerrt wurden, irgendwohin gebracht, aufgereiht und erschossen werden. Unterstützt werden diese Aktionen von katholischen Geistlichen, die nach jedem Gemetzel den Tätern Absolution erteilen und den Ermordeten die letzte Ölung geben. Bernanos will die Augen nicht länger vor diesem Terror verschließen und schreibt ein Buch über diese Zeit.

Die Autorin wechselt zwischen den zwei Zeitzeugen: ihrer Mutter und dem Autor Bernanos, der die rechte Partei und ihre Taten miterlebte. Um manche Lücken zu vervollständigen, hat sie noch einige Geschichtsbücher hinzugezogen. Der größte Teil des Buches spielt im kleinen Dorf und erzählt den Alltag. Der Krieg kommt nicht wirklich bis zu ihnen und doch sind auch in diesem kleinen Dorf alle Kriegsparteien vertreten.

"Pas pleurer" ist ein sehr starkes Buch, ein wichtiges Buch, weil es über Taten und eine Zeit informiert, die mir und bestimmt vielen anderen Lesern nicht bekannt war. Manche Passagen waren einfach nur schön, nicht nur Text sondern Kunst, andere Abschnitte sind von einer atemberaubenden Intensität. Unnötig und nervig waren die durch das ganze Buch verstreuten spanischen und verspanischten Wörter und Sätze, die nirgends übersetzt wurden.

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