Dienstag, 25. November 2014

Blutorange - Sigrid Schein-Zint

Erscheinungsdatum: 21. Juni 2014


Über die Autorin

Sigrid Schein-Zint ist in Duisburg aufgewachsen und lebte in der Eifel, in Trier und Berlin. Heute wohnt sie in Ulm und arbeitet als Stadt- und Regionalplanerin. Sie hat zwei erwachsene Kinder. Seit ihrer Kindheit schreibt sie. An eine Veröffentlichung hatte sie bisher nicht gedacht. Beim Sichten ihrer vielen Geschichten, Beobachtungen und Erlebnisse wurde ihr bewusst, dass ihre unzähligen Notizhefte einen Schatz bergen, den es zu heben und zu bearbeiten lohnt. Der vorliegende Roman ist ihre erste Veröffentlichung.

Kurze Zusammenfassung

Sich finden, seinen Weg wagen, das große Abenteuer, sich selbst zu erfahren. Ros, Anfang 20, folgt ihrer Freundin Marga ins geteilte Berlin Mitte der 1970er-Jahre. Sie beginnt ein Architekturstudium, obwohl sie eigentlich Kunst studieren möchte. Die allgemeine Sinnsuche treibt vielfältige Blüten im Westteil der Stadt. Psychoanalyse ist out, Bioenergetik, Gestalttherapie und Encounter-Gruppen sind in, indische Gurus gelten als begehrte Lehrer und Meister. Die Stadt scheint eine gigantische Selbsterfahrungsgruppe zu sein, in die Ros auf der Suche nach ihrem eigenen Weg unbedarft hineingerät. Sie schlittert von einer Beziehungsgeschichte in die nächste und will doch nur bei ihrer liebsten Freundin Marga sein. Ros freundet sich mit den Mitgliedern einer Wohngemeinschaft an, lernt den kauzigen Professor HC kennen, die schrille, wilde Malerin Gret und den Buchhändler Heinrich. Sie durchlebt die Höhen des Glücks und den Schmerz der Trennung. Wo gehört sie wirklich hin? Welcher Weg ist der richtige für sie? Wo findet sie sich

Meine Meinung

Ros, eine junge Frau, entflieht ihrem strengen Vater und der willenlosen Mutter, um im Berlin der 70er Jahre bei ihrer Freundin Marga einzuziehen. Ros, die nie über ihr eigenes Leben entscheiden durfte, ist von den vielen Möglichkeiten, die das Leben bietet, erschlagen. Sie reiht eine Erfahrung an die nächste, Studium, wechselnde Liebhaber, Drogen, Selbsterfahrungskurse und immer wieder Zweifel an sich selbst und an ihren Plänen.

Anfangs habe ich ein paar Seiten gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, um mich auf die Geschichte einzulassen, doch dann habe ich die Geschichte gerne gelesen.
Es werden intelligente Gespräche geführt, die zum Nachdenken anregen. Warum mussten sich die jungen Menschen der 70er so intensiv selber suchen? Warum diese allgemeine Unentschlossenheit? Die Informationen über die damalige Weltauffassung, die Religionen und die Selbsterfahrungszentren waren interessant, allerdings muss man schon eine positive Einstellung zu all diesen Themen haben, um bei manchen dieser langen Diskussionen und Erklärungen nicht mit den Gedanken abzuschweifen.

Leider ließ das Buch in der Mitte etwas nach. Ros reiht einen Mann an den nächsten, läuft immer wieder Marga hinterher, die so überdeutlich nichts mehr mit ihr zu tun haben will, zögert, zweifelt und nimmt der Geschichte ihr Tempo.

"Blutorange" ist ein ungewöhnliches Buch, auf das man sich als Leser einlassen muss. Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für das Leben der 70er Jahre interessiert oder der in dieser Zeit selbst jung war und ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Ich möchte mich bei der Autorin Sigrid Schein-Zint bedanken, die mir "Blutorange" zum Lesen zur Verfügung gestellt hat. 




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