Donnerstag, 18. September 2014

On ne voyait que le bonheur - Grégoire Delacourt

Erscheinungsdatum: 20. August 2014 (fr)
Auswahlliste Prix Goncourt 2014


Über Grégoire Delacourt

Grégoire Delacourt wurde 1960 im nordfranzösischen Valenciennes geboren. Er arbeitete als Werbetexter und erntete schon mit seinem literarischen Debüt L'Ecrivain de la famille in Frankreich begeisterte Kritiken sowie renommierte Literaturpreise. Sein zweiter Roman Alle meine Wünsche ist in Frankreich ein gefeierter Bestseller und erscheint weltweit in zahlreichen Ländern. Grégoire Delacourt lebt mit seiner Familie in Paris.

Meine Meinung

Ein Leben ist zwischen dreißig um vierzigtausend Euro wert. Antoine weiß es,   er arbeitet bei einer Versicherung und soll alles tun, damit diese Summe nicht bezahlt werden muss. Mehr und mehr deprimiert er durch diese Arbeit, wegen seiner Kindheit mit einem seinem abweisenden Vater und einer abwesenden Mutter und der Ehefrau, die öfter fremdgeht als zu Hause ist und seinen Kindern, denen er nicht das Leben bieten kann, wie er es möchte.

Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist nicht schlecht, vom Schreibstil her flüssig und angenehm zu lesen, auch nicht langweilig, flach oder unrealistisch. Doch es ist so rabenschwarz! Ich habe die Geschichte als unglaublich deprimierend empfunden. In der Mitte des Buches konnte ich gar nicht mehr aufhören zu heulen. Der Autor beschreibt eine intensive Traurigkeit, über Generationen hinweg, ohne den Schimmer von Hoffnung. Natürlich bringt es nicht jeder Autor fertig, bei seinen Leser solche Emotionen hervorzubringen, aber ich hätte gerne verzichtet.
Nach diesem emotionalen Tief war das Buch wieder leichter zu ertragen.
Genervt haben mich auch die künstlerischen Freiheiten, die der Autor sich nimmt. Manche Seiten habe ich gelesen und es war wie ein Schwimmen, ich hatte den Eindruck nicht richtig mitzukommen, nur Wörter zu lesen, die sich erst alle am Ende des Kapitels durch einen erklärendem Satz zusammenfügten und dann auch Sinn ergaben. Andere Kapitel waren komplett ohne Punkt und Komma geschrieben, weil Tante Colette nun mal so redete.

"On ne voyait que le bonheur" war ganz klar kein Buch für mich. Von der französischen Presse wurde es allerdings hochgelobt, als einer der Höhepunkte der "Rentrée Littéraire" bejubelt und als unumgängliche Lektüre für diesen Herbst angepriesen. Von mir nicht.



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