Sonntag, 7. September 2014

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte - Mohsin Hamid

Erscheinungsdatum: 4. August 2008
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-Fundamentalist-der-keiner-sein-wollte-Roman/Mohsin-Hamid/e260316.rhd


Über den Autor

Mohsin Hamid, geboren und aufgewachsen in Lahore, Pakistan, studierte Jura in Harvard und Literatur in Princeton. Nach Stationen in New York und London lebt er heute mit seiner Familie wieder in Lahore. Hamid schreibt regelmäßig für den ›Guardian‹, die ›New York Times‹, die ›Financial Times‹, den ›New Yorker‹, die ›Paris Review‹, ›Outlook India‹ und ›Granta‹. Seine Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt. ›Der Fundamentalist, der keiner sein wollte‹ stand auf der Short List des Man Booker Prize und wurde kürzlich von Mira Nair verfilmt. ›Nachtschmetterlinge‹ wurde mit dem Betty Trask Award ausgezeichnet und von der ›New York Times‹ auf die Liste der bedeutendsten Bücher des Jahres 2000 gesetzt. Eike Schönfeld übersetzt englischsprachige Literatur, darunter Werke von Shalom Auslander, Nicholson Baker, Saul Bellow, Jeffrey Eugenides, Jonathan Franzen, Daniel Mendelsohn, Steven Millhauser, Vladimir Nabokov, J. D. Salinger und Sloan Wilson. 2004 wurde ihm der Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis verliehen, 2009 erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse.

Kurze Zusammenfassung

Aufrüttelnd, provozierend und mit unwiderstehlicher Sogkraft
Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

Meine Meinung

Durch Zufall trifft Changez in Pakistan auf einen Mann, den er nicht kennt und der sich gerade suchend umschaut. Das ganze Buch hindurch erzählt Changez diesem fremden Mann sein Leben. Er erwähnt seine Kindheit, sein Elternhaus und erzählt ausführlicher von seiner Zeit auf der Eliteuniversität Princeton, wie er Erica kennengelernt hat und wie wohl er sich in New York gefühlt hat. Dann kam der 11. September und sein Leben änderte sich, seine Sicht auf Amerika änderte.
Das ganze Buch über redet nur Changez. Alles was der fremde Mann sagt oder wie er reagiert, erfährt der Leser nur durch Wiederholung, Antworten oder Bemerkungen von Changez. Er unterbricht seinem Lebenslauf manchmal um über die Umgebung im Teehaus zu sprechen, den Fremden zum Essen einzuladen oder ihn auf Geschehen auf dem Marktplatz aufmerksam zu machen. Dieser Monolog, das ganze Buch über ist etwas gewöhnungsbedürftig und speziell, aber doch gut und ohne Verständnisprobleme zu lesen. Der Autor bringt es fertig, Spannung aufzubauen und das nette Geplauder trotz anhaltender Höflichkeit immer bedrohlicher wirken zu lassen.
"Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" hat mich gut unterhalten, aber es ist stets sehr oberflächlich gehalten. Kritik und Denkansätze werden immer nur ganz kurz erwähnt, ein bisschen als hätte nicht nur der Erzähler Angst, Amerika zu stark zu kritisieren, sondern auch der Autor. Dadurch bleibt es gute Unterhaltung, aber auch ein Buch, das man schnell wieder vergessen hat.


Weitere Bücher vom Autor

So wirst du stinkreich im boomenden Asien
Nachtschmetterlinge

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