Donnerstag, 11. September 2014

Charlotte - David Foenkinos

Erscheinungsdatum: 21. August 2014 (frz)
Auswahlliste Prix Goncourt 2014


Über David Foenkinos

David Foenkinos, 1974 geboren, Schriftsteller und Drehbuchautor, studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne und Jazz am CIM. „Nathalie küsst“ ist sein achter Roman, der ihn in Frankreich zu einem sensationellen Erfolg führte. Seine Bücher sind weltweit in mehr als 15 Sprachen übersetzt. „Nathalie küsst“ wird soeben von Foenkinos’ Bruder Stephane Foenkinos mit Audrey Tautou in der Rolle der Nathalie verfilmt. Für „Das erotische Potential meiner Frau“ (2005) erhielt er den Prix Roger Nimier. Seine Werke erscheinen inzwischen in über 15 Ländern und wurden bereits für alle wichtigen französischen Literaturpreise nominiert, für den Prix Fémina, den Prix Médicis, den Prix Renaudot und den Prix Goncourt.




Meine Meinung

"Charlotte" ist die Biographie von Charlotte Salomon, einer deutschen Künstlerin. Sie hatte eine schwere Kindheit, die von Tragödien geprägt war. Auch ihre Jugend war durch die Anfänge des Naziregime schwierig, bis sie nach Südfrankreich flüchten konnte. Ein paar Jahre später, als die Deutschen auch dort einfielen, spürte sie die Gefahr und vertraute ihre gesamtes Werk einem Arzt an mit dem Worten: "Das ist mein ganzes Leben"

Fast durch Zufall betrat der Autor David Foenkinos in Berlin eine Ausstellung von Charlotte Salomon. Seitdem gehört der Schriftsteller zu ihren Bewundern. Er ist von ihren Werken und ihrem Leben fasziniert, fast schon besessen.

Die ganze Biographie wird in extrem kurzen Sätzen erzählt, was anfangs etwas gewohnungsbedürftig ist. Nach ein paar Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und konnte nur staunen, mit welchen einfachen Wörtern der Autor so starke Emotionen hervorbringen konnte. Nicht nur der Satzbau ist unkonventionell. An manchen Stellen, komplett überraschend, tritt der Autor aus seiner Erzählperspektive in den Vordergrund und beschreibt, wie er auf den Spuren von Charlotte ging, dass ihre Wohnung in Berlin bei seiner Reise gerade renoviert wurde oder wie er in Südfrankreich empfangen wurde. Ich habe das nicht als störend empfunden, eher als würde ein Lehrer während einer Lesung kleine   Pausen einfügen, um aktuelle Informationen hinzufügen.

"Charlotte" ist ein trauriges Buch, das berührt. Es hat mich in seiner Einfachheit und der Grausamkeit des Schicksals an das Tagebuch von Anne Frank erinnert. Durch dieses Buch wird Charlotte Salomon nicht vergessen werden.




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