Sonntag, 17. August 2014

Le grand Coeur - Jean-Christophe Rufin

Erscheinungsdatum: 2. Januar 2014 (frz)


Über Jean-Christophe Rufin

Jean-Christophe Rufin, 1952 in Bourges geboren, studierte Medizin und Politik, war Vize--Präsident von »Ärzte ohne -Grenzen«, Berater im französischen Verteidigungsministerium und beim Roten Kreuz. 1997 veröffentlichte er seinen ersten Roman, der sich mehr als 300.000 Mal verkaufte und in 19 Sprachen übersetzt wurde. 2001 gewann er den Prix Goncourt. Er arbeitete immer als Entwicklungshelfer und engagiert sich gegen Antisemitismus und Rassismus. 2007 wurde er französischer Botschafter in Senegal.

Meine Meinung

Jacques Coeur, Sohn eines Kürschners, schafft es durch geschickten Handel und neue Ideen zum reichsten Mann Frankreichs und zum Vertrauten des Königs zu werden. Er reist gerne und viel. Seine Aufenthalte im Orient, in Florenz und auch in Paris werden so genau dargestellt, als hätte der Autor es selbst erlebt. Dies wird durch die Ich-Erzählung noch verstärkt. Die Veränderungen in dieser Epoche sind groß, von einem Land, das von Kriegen zermürbt ist, wandelt es sich in ein friedliches Land. Die Menschen wollen Luxus und für Jacques Coeur ist es fast schon eine Obsession, alles perfekt zu organisieren und den Handel in Schwung zu bringen.

Jacques Coeur wird ausschließlich positiv dargestellt und war mir das ganze Buch über sympathisch. Er lässt seine Frau zwar alleine, schickt ihr aber immer wieder Geld und hat ein schlechtes Gewissen. Auch seine Kindern gegenüber, die er nicht kennt, hat er immer wieder Gewissensbisse, aber es wird so dargestellt, als ob er nicht anders handeln konnte. Mehrmals habe ich mich gefragt, ob er wirklich so ein guter Mann war, oder ob das vom Autor absichtlich etwas verzerrt wurde, um ein gutes Licht auf den Mann zu werfen.

Jacques Coeur wollte seinen Reichtum nicht zur Schau tragen. Er reiste immer wieder ohne sich zu erkennen zu geben und war auch in bescheidenen Herbergen zufrieden. Seiner Ehefrau zu liebe baute er jedoch einen Palast in seiner Heimatstadt Bourges.


http://fr.m.wikipedia.org/wiki/Palais_Jacques-Cœur

"Le grand Coeur" ist in einem eleganten, angenehm zu lesenden Stil geschrieben.
Es ist eher eine Biographie, eine Erzählung des Lebens von Jacques Coeur als ein Roman, deshalb hat das Buch keinen Spannungsbogen. Bis zur Hälfte des Buches habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Danach kam leider Langeweile auf.  Das Buch hat sich in die Länge gezogen und die vielen detaillierten Beschreibungen, die ich anfangs bewundert habe, wurden mir zu viel. Glücklicherweise für mich als Leser, wurde das Leben von Jacques Coeur danach wieder aufregender, für ihn war das nicht so positiv.
Auf jeden Fall bin ich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es gibt einen sehr interessanten Einblick in die französische Geschichte und in die damalige politische Situation und ist außerdem in einem wunderbaren Sprachstil geschrieben.

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