Sonntag, 8. Juni 2014

Fussball WM für Leser: Spanien

Javier Marias und Carlos Ruiz Zafón lasse ich absichtlich beiseite, um Platz für weniger bekannte Autoren zu lassen.

Outlaws - Javier Cercas
Sie kiffen, klauen, hängen ab. Der Anführer Zarco, der allen Angst einjagt, die verführerische Tere mit den grausam grünen Augen, und all die anderen, die kein Zuhause haben. Als Ignacio dazustößt, werden aus Kleinkriminellen bewaffnete Gangster. Banküberfälle, Nutten und harte Drogen sind jetzt ihr Alltag. Dann gibt es den ersten Toten, und Ignacio weiß: wenn er leben will, muss er aussteigen, auch wenn er die schöne Tere nie wiedersehen wird. Jahre später treffen sie sich vor Gericht wieder: Zarco als Angeklagter und Ignacio als Strafverteidiger. Aufwühlend und sehr einfühlsam erzählt Javier Cercas von den zerrissenen Freundschaften einer verlorenen Jugend in Spanien.

Der Feind meines Vaters - Almudena Grandes
Nino, das Kind eines Polizisten der Guardia Civil, ist neun und lebt in einem Dorf in Andalusien. Im Sommer 1947 lernt er den geheimnisvollen Pepe kennen, der sein Freund und Vorbild wird. Mit ihm entdeckt er seine Leidenschaft für die Abenteuerromane von Jules Verne. Doch was hat Pepe mit dem Freischärler Cencerro zu tun, der in den Bergen gegen die Franco-Diktatur kämpft? Nino gerät mehr und mehr selbst in ein Abenteuer und muss sich entscheiden, auf wessen Seite er steht. Almudena Grandes, „eine der besten Autorinnen unserer Zeit“ (Mario Vargas Llosa), erzählt die Geschichte einer gefährlichen Freundschaft, die „stärker ist als die Liebe“. Ein Meisterwerk voller Lebenskraft und Poesie.

Die Insel der letzten Wahrheit - Flavia Company
Wozu sind wir in Extremsituationen imstande? Wie gehen wir mit absoluter Einsamkeit um? Und können wir einen anderen Menschen wirklich kennen? Oder uns selbst? Ein spannender, intelligenter Abenteuerroman in der Tradition von »Im Rausch der Stille« und »Schiffbruch mit Tiger«. Tagelang treibt Matthew Prendel auf dem Meer, halb wahnsinnig vor Hunger und Durst, von Sonne und Salz verbrannt. Wo er sich genau befindet, weiß er nicht. Er weiß nur, dass er vollkommen allein ist, irgendwo im Atlantischen Ozean, südlich von Afrika. Sein Segelschiff wurde von Piraten überfallen, die Crew getötet. Als er kurz davor ist, das Bewusstsein zu verlieren, spürt er plötzlich Sand zwischen den Fingern. Über ihm, ein dunkler Schatten, steht eben jener Pirat, der ihn ins Meer getrieben hatte. Er gibt ihm zu trinken und zu essen - doch dann verbannt er ihn an einen entlegenen Teil der Insel. Wochen-, monatelang ohne menschlichen Kontakt, droht Matthew an seiner Einsamkeit zugrunde zu gehen ... Flavia Company variiert die Robinsonade auf neue, überraschende Weise und dringt dabei zu den grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz vor.

Ein Jahr in Madrid: Reise in den Alltag - Anne Grüttner
Mit Mann und Hund zieht Anne Grüttner nach Madrid und erfährt, warum die meisten Spanier ihre Arbeit hassen und von Wochenende zu Wochenende, von Puente zu Puente leben. Sie erlebt die schwere Wirtschaftskrise, in der Spanien seit vielen Jahren gefangen ist, und bewundert die langmütige Leidensfähigkeit, mit der die Madrilenos die Zumutungen der Krise wie Massenarbeitslosigkeit und Gehaltskürzungen hinnehmen. Sie erkundet die Fressmärkte Madrids und zieht von Bar zu Bar, lernt die Dörfer kennen, drückt sich erfolgreich vor gutgemeinten Einladungen zur Schweineschlachtung, entkommt aber nicht dem Stierkampf und findet Erholung beim Umzug der Heiligen Drei Könige. Ein Jahr in Madrid und die wunderbaren Folgen.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen