Sonntag, 8. Juni 2014

Fussball WM für Leser: Kamerun

Aus Kamerun kommt Autorin, die mich beeindruckt hat und von der ein Buch ganz oben auf meiner Wunschliste gelandet ist:
Leonora Miano, geboren 1973 wurde unter anderem mit dem Prix Goncourt des Lycéens und dem Prix Femina ausgezeichnet.

La saison de l'ombre - Leonora Miano
In Afrika, im Süden der Sahara verschwinden die ältesten Söhne des Mulongo Clans. Im Laufe der Nachforschungen über deren Verbleib, die für die von ihrem Clan mit der Suche Beauftragten zu einer gefährlichen Initiation werden, stellt sich nach und nach heraus, dass ihre Nachbarn, die Bweles, dafür verantwortlich sind. Léonora Miano versucht mit ihrem Roman dem heiklen Thema Sklavenhandel und die Beteiligung der Afrikaner am Menschenhandel anzunähern. 2013 mit dem Grand Prix du roman métis und dem Prix Femina ausgezeichnet.

Der Schatten des Sultans - Patrice Nganang
Patrice Nganang legt einen erstaunlichen historischen Roman vor. Durch die raffinierte Verbindung aus mündlich überlieferten Geschichten mit den in Archiven dokumentierten Ereignissen wird der Leser unmittelbar an der Frage beteiligt: Was ist wahr? Eine anregende und aufregende literarische Konstruktion von Geschichte! Die junge Historikerin Bertha kommt aus den USA nach Yaoundé, um die Geschichte Kameruns zu erforschen. Hier lernt sie die 80jährige Sara kennen, die bis dato für stumm gehalten wurde und – befragt von Bertha – endlich ihr Schweigen bricht. Sara war als Neunjährige ihrer Mutter entrissen und dem Sultan Njoya als Frau geschenkt worden. Njoya, von 1894–1933 Herrscher des Königreichs Bamum, lebte mit seinem Hofstaat in Mont Plaisant. Einige Jahre konnte sich das Mädchen – als Junge verkleidet – ihrem Los entziehen. Als vermeintlicher Sohn einer Sklavin und später dann doch als eine der vielen Ehefrauen des Sultans blieb Sara am Hof und wurde im Laufe ihres langen Lebens Zeugin eines ganzes Panoramas von Lebensgeschichten. Ihre bisweilen ungeheuerlichen Geschichten von Liebe, Eifersucht, Macht und Tod erzählt Sara nun der Historikerin. Diese recherchiert ihrerseits, überprüft und ergänzt Saras Berichte. So wachsen Überlieferung und Forschung zu einem lebendigen Bild zusammen, dem es gelingt, die Afrikaner kulturell auf Augenhöhe mit den Kolonisatoren zu zeigen.

Traumatische Tropen - Nigel Barley
Mit Ironie und absoluter Ehrlichkeit erzählt Barley von seiner zweijährigen Feldfoschung in Kamerun und der großen Kluft zwischen der ethnologischen Fachliteratur und der afrikanischen Wirklichkeit. »Die witzigste Abrechnung mit der ethnologischen Euphorie der letzten Jahre.« (FAZ) »Der lustigste Text, den jemals ein Ethnologe verfasst hat.«

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