Freitag, 6. Juni 2014

Buddha in Brooklyn - Richard C. Morais

Erscheinungsdatum: 12. November 2013

Über den Autor

Richard C. Morais wurde 1960 in Lissabon geboren. Der Amerikaner wuchs in der Schweiz auf und lebte achtzehn Jahre in London, wo er das Büro des Wirtschaftsmagazins »Forbes« leitete. Heute ist er Redakteur der Zeitschrift »Barron's Penta« und lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in New York.


Kurze Zusammenfassung

Manchmal begegnet einem das Lebensglück da, wo man es am wenigsten vermutet. So geht es auch dem buddhistischen Mönch Oda, als er aus der Stille seines japanischen Klosters ins brodelnde Herz New Yorks kommt. Doch es dauert seine Zeit, bis er erkennt, dass man noch am fremdesten Ort Freunde fürs Leben finden kann - und sogar die große Liebe. Der buddhistische Mönch Seido Oda soll Japan verlassen, um in Brooklyn den Bau eines Tempels zu beaufsichtigen. Dem in völliger Abgeschiedenheit lebenden Oda ist dies gar nicht recht, doch er muss sich dem Willen seines Ordens fügen. Was dem freundlichen, in sich gekehrten Priester im lauten Westen zustößt, ist ebenso absurd wie herzerwärmend. Man nennt ihn plötzlich »Reverend Oda«, zwingt ihm die Beschäftigung mit New-Age-Kristallen auf und konfrontiert ihn mit »Buddhismus für Dummies«. Aber so richtig ins Schwitzen bringt ihn Jennifer, deren lässige Haltung und scheinbare Respektlosigkeit ihr wahres Interesse am Buddhismus - und an Oda - lange verbergen. Wieder einmal bestätigt sich für Seido Oda, was er schon lange wusste: Der Weg zur Erleuchtung ist lang und steinig ...


Meine Meinung

Seido Oda ist ein eigenbrötlerischer, zynischer Mönch, der seinen Schülern Zeichenunterricht gibt, nicht weil er anderen Mönchen etwas beibringen will, sondern weil ihm diese Aufgabe zugewiesen wurde. Von sich aus meidet er Menschen, so wie er auch jede Veränderung meidet, ob es sich um seine Religion oder um seinen Alltag handelt. Er ist schockiert als er, der fast sein ganzes Leben im Kloster verbracht hat, beauftragt wird, einen Tempelbau in New York zu überwachen. Noch schlimmer, er soll Amerikaner unterrichten und ihnen den Buddhismus näher zu bringen.
Ich hatte mir eigentlich ein anderes Buch erwartet, ein humorvolles Buch mit vielen buddhistischen Weisheiten. Das war nicht der Fall, das Buch ist einerseits sehr ernst und der Quellwasser-Orden existiert nicht einmal. Er wurde vom Autor für diesen Roman erfunden.
Und doch hat das Buch mir gefallen. Der erste Teil beschreibt Odas Kindheit, sein zurückgezogenes Leben als Novize und als Priester. Der Umzug nach New York beschert Seido Oda zuerst einen Kulturschock. Alles ist anders als er es kennt, normales Benehmen wertet er als respektlos und unhöflich. Doch nach und nach verändert er sich, seine Einstellung sowie seine Sicht auf die Amerikaner werden toleranter und versöhnlicher.

Einziger Kritikpunkt sind so manche Längen. Das Buch plätschert ganz leise vor sich hin und manchmal ist es nicht nur ruhig, sondern schon langweilig. Die japanischen Landschaften, das Kloster und später die Straßen von New York, werden sehr ausführlich beschrieben, was zwar traumhafte Bilder im Kopf entstehen lässt, aber nicht viel Handlung ergibt.




Weitere Meinungen zu diesem Buch

http://blog.literaturwelt.de/archiv/richard-c-morais-buddha-in-brooklyn/


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