Donnerstag, 29. Mai 2014

Ich und die Menschen - Matt Haig

Erscheinungsdatum: 1. April 2014


Über den Autor

Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, hat bereits einige Romane und Kinderbücher
veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er lebt in York und London.


Kurze Zusammenfassung

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?


Meine Meinung

Andrew wird Außerirdischer mit einer Mission auf die Erde geschickt, von der er keine Ahnung hat und wo er deshalb von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Dabei analysiert er die Menschen treffsicher und voller Humor, obwohl ihm selbst und seinen Artgenossen Humor komplett fremd ist. Auf seinem Planeten regiert Logik und Mathematik.

Auf den ersten Blick ist das alles sehr witzig, allzu intensiv über das Gelesene nachdenken sollte man als Leser allerdings nicht. Andrew kommt von einem Planeten mit überragener Intelligenz und schaut voller Abscheu auf die dummen, hässlichen Menschen. Mit seinen Betrachtungen hat er vollkommen recht und mehr als einmal musste ich über seine Beobachtungen schmunzeln. Aber seine überhebliche Intelligenz müsste sekundenschnell einen Zusammenhang zwischen Regen, den er als "ein Grauen von fast mythischem Ausmaß" empfindet und den Kleider der Menschen machen, anstatt sich über den Verpackungswahn zu wundern. Gemessen an seiner Arroganz finde ich nicht, dass er überaus schnell lernt. Trotzdem hat die erste Hälfte des Buches mir gefallen.

Leider driftet das Buch nach dem humorvollen Einstieg immer mehr in Richtung Liebe ab, kommt vorbei an philosophischem Kitsch und endet in Langeweile. Ehrlich, wer liest denn gerne eine Liste mit 97 Ratschlägen? Ein paar Beispiele, liebevoll oder witzig hätten vollkommen ausgereicht, denn dass das Wasser nicht kocht, wenn ich zuschaue ist nicht nur falsch sondern auch überflüssig. Nach diesem Anfang einfach nur schade!




Zitate

Auf der Erde nennt man es Zivilisation, wenn eine Gruppe von Menschen sich zusammentut und gemeinsam ihre Instinkte unterdrückt.

Im Grunde waren soziale Netzwerke die Nachrichtenshow, auf die die Menschen gewartet hatten. Die Nachrichtenshow, in der es nur um sie ging.

Meiner Schätzung nach waren zu jedem beliebigen Zeitpunkt nur null Komma drei Prozent der Menschen aktiv mit etwas beschäftigt, das ihnen gefiel, und selbst dann hatten sie ein schlechtes Gewissen dabei und schworen sich hoch und heilig, so bald wie möglich wieder etwas schrecklich Unangenehmes zu tun.


Weitere Meinungen zu diesem Buch

http://lifeforliterature.wordpress.com/2014/05/22/matt-haig-ich-und-die-menschen/



Weitere Bücher von diesem Autor

The Last Family in England (UK) / The Labrador Pact (US)
The Dead Fathers Club
Shadow Forest
The Possession of Mr Cave
Runaway Troll
Die Radleys

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